Presseeinladung: Mit hunderten Schleppern ziehen europäische Milcherzeuger vor EU-Parlament in Straßburg
Am 20. Oktober werden mehr als tausend europäische Milcherzeuger mit Schleppern vor dem EU-Parlament demonstrieren. Romuald Schaber, Präsident des European Milk Board (EMB) dazu: „Im Namen der europäischen Bürger und der Landwirte rufen wir das Parlament dazu auf, eine intelligente Steuerung für den Milchmarkt zu unterstützen“. (weiterlesen)
["Milchbauern protestieren in Straßburg" mehr »]
EU-Agrarpolitik auf Veränderungskurs
Agrarkommissar Dacian Ciolos, der Ende letzten Jahres Mariann Fischer-Boel abgelöst hat, scheint eine Richtungsänderung in der EU-Agrarpolitik einzuschlagen. Soviel wird deutlich, auch wenn noch nicht viele Details besprochen sind. "Greening" nennt er sein Programm, dessen Ziele für Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Landwirtschaft (einerseits) stehen, aber andererseits auch für Ernährungssicherheit und ebenso für Umwelt- und Klimaschutz. Subventionszahlungen sollen künftig nach veränderten Maßstäben verteilt und auch an das öffentliche Interesse gekoppelt werden.
["EU-Agrarpolitik auf Veränderungskurs" mehr »]
["EU-Agrarpolitik auf Veränderungskurs" mehr »]
Kein Patent auf unsere Kühe!

(Bild, Quelle BDM e.V.)
die AbL e.V.
die Arche Warder
der BDM e.V.
das Gen-ethische Netzwerk e.V.
Greenpeace e.V.
Misereor e.V.
Initiative "Kein Patent auf Leben"
Einladung zur Kundgebung am 3. März 2010
Bayerstraße 34 bei den Pschorrhöfen am Haupteingang des Europäischen Patentamtes in München
Beginn der Kundgebung: 11:00 Uhr.
["Kein Patent auf unsere Kühe!" mehr »]
Die faire Milch

Französische Bauern mit ihren Traktoren vor Mont St. Michel (Bild: EMB)
"Großes steht bevor!" kündet eine Pressemitteilung des EMB an. Die deutschen Milchbauern treten mit einer eigenen Milchmarke in den Markt ein: "Die faire Milch" - biologisch wertvoll, natürlich, gentechnikfrei, gesund und gerecht.
Zunächst wird die Milch mit 1,8% und 3,8% Fettgehalt bei rund 1200 REWE- und 300 Tegutfilialen in Hessen, Bayern und Baden-Württemberg zum Preis von 89 bzw. 99 Cent pro Liter erhältlich sein. (Und was ist mit uns Berlinern???)
"Mit der eigenen Verarbeitung, der Selbstbestimmung der Qualitätsanforderungen des Produktes, der Definition des Verkaufspreises und der Milchgeldauszahlung an die Landwirte in eigener Hand stellen die Milchbauern den bisherigen Marktablauf auf den Kopf und entscheiden nun endlich eigenverantwortlich über die Verwendung, Vermarktung und schlussendlich die nachhaltige Wertschöpfung des Produktes Milch."
["Die faire Milch" mehr »]
Ministerin für Ackerbau und Viehzucht versucht es auf die primitive Tour
Gerne zitiere ich mal eine Pressemitteilung der Grünen, - denn wenn sie recht haben, haben sie recht! Aigner übergeht Forderungen der Milchbauern
"Zur Vorstellung des Maßnahmenprogramms der Bundesregierung zur Bewältigung der Krise in der Landwirtschaft erklärt Friedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher:
Auch bei ihrem Maßnahmenprogramm zur Bewältigung der Krise in der Landwirtschaft bleibt die Bundesregierung ihrem Weg treu. Man verschenkt kurzfristig eine große Summe Geld – in diesem Fall 750 Millionen Euro – und hofft, dass in zwei Jahren die Marktlage besser ist.
Dieses Maßnahmenpaket zeugt vom Scheitern der CSU in den Koalitionsverhandlungen. Statt einer wirkungsvollen Mengenregulierung am Milchmarkt, wie sie von Bäuerinnen und Bauern seit Monaten gefordert wird, konnte Seehofer lediglich eine Beruhigungspille für die Bauern durchsetzen. Das dient der Gesichtswahrung von Seehofer und Aigner. Den Bauern nutzt es kaum. Mit rund 1 Cent pro Liter über zwei Jahre ist keinem Milchbauer geholfen, der mit Verlusten von 12-15 Cent zu kämpfen hat.
Damit vergibt die Bundesregierung die Chance auf eine Lösung des Problems. Dabei liegen die Instrumente zum Erhalt der bäuerlichen Milchviehhaltung schon lange auf dem Tisch. Über eine schnelle Reduzierung der am Markt befindlichen Milchmenge und die Einführung eines flexiblen Milchmengeregulierungsinstruments als Nachfolger des starren Quotensystems könnten faire Milchpreise verwirklicht werden – ganz kostenneutral für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler. Bundesministerin Aigner bezeichnete diesen Ansatz heute als "ganz andere Philosophie". Für die Bäuerinnen und Bauern ist es allerdings keine Frage der Philosophie, sondern des Überlebens."
Bärbel Höhn sagt, dies sei nichts als ein nachträgliches Wahlgeschenk. Und eine Bäuerin sagt dazu: (ich zitiere aus dem Gedächtnis aus einem Kommentar): "Politiker meinen immer noch, man kann die Bauern mit Geld ruhig stellen. Gottseidank ist dies endlich vorbei. Man wird an die Ursachen der Krisen in der Landwirtschaft herangehen müssen!" - Ja. Genauso sehen wir das auch.
"Zur Vorstellung des Maßnahmenprogramms der Bundesregierung zur Bewältigung der Krise in der Landwirtschaft erklärt Friedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher:
Auch bei ihrem Maßnahmenprogramm zur Bewältigung der Krise in der Landwirtschaft bleibt die Bundesregierung ihrem Weg treu. Man verschenkt kurzfristig eine große Summe Geld – in diesem Fall 750 Millionen Euro – und hofft, dass in zwei Jahren die Marktlage besser ist.
Dieses Maßnahmenpaket zeugt vom Scheitern der CSU in den Koalitionsverhandlungen. Statt einer wirkungsvollen Mengenregulierung am Milchmarkt, wie sie von Bäuerinnen und Bauern seit Monaten gefordert wird, konnte Seehofer lediglich eine Beruhigungspille für die Bauern durchsetzen. Das dient der Gesichtswahrung von Seehofer und Aigner. Den Bauern nutzt es kaum. Mit rund 1 Cent pro Liter über zwei Jahre ist keinem Milchbauer geholfen, der mit Verlusten von 12-15 Cent zu kämpfen hat.
Damit vergibt die Bundesregierung die Chance auf eine Lösung des Problems. Dabei liegen die Instrumente zum Erhalt der bäuerlichen Milchviehhaltung schon lange auf dem Tisch. Über eine schnelle Reduzierung der am Markt befindlichen Milchmenge und die Einführung eines flexiblen Milchmengeregulierungsinstruments als Nachfolger des starren Quotensystems könnten faire Milchpreise verwirklicht werden – ganz kostenneutral für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler. Bundesministerin Aigner bezeichnete diesen Ansatz heute als "ganz andere Philosophie". Für die Bäuerinnen und Bauern ist es allerdings keine Frage der Philosophie, sondern des Überlebens."
Bärbel Höhn sagt, dies sei nichts als ein nachträgliches Wahlgeschenk. Und eine Bäuerin sagt dazu: (ich zitiere aus dem Gedächtnis aus einem Kommentar): "Politiker meinen immer noch, man kann die Bauern mit Geld ruhig stellen. Gottseidank ist dies endlich vorbei. Man wird an die Ursachen der Krisen in der Landwirtschaft herangehen müssen!" - Ja. Genauso sehen wir das auch.
Etappenerfolg der europäischen Milchbauern
Unsere Milchbauern haben mit ihren spektakulären Protesten europaweit öffentliches Bewußtsein für die Gefährdung der landwirtschaftlichen Erzeugung geschaffen! Das alleine ist schon ein enormer Erfolg ihrer Solidarität und ihres tatkräftigen Widerstandes.
Als nächstes darf man sich über eine erste Verbesserung der Milchpreise freuen. Einer Pressemitteilung des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) vom 28.10.09 ist zu entnehmen, dass die Preise für Trinkmilch in den letzten Wochen deutlich angestiegen sind, wie es sich bei den derzeitigen Verhandlungen zwischen Molkereien und Handel abzeichnet, und zwar in einer Größenordnung von 7 Cent pro Liter Milch, verglichen mit den Preisen vor einem halben Jahr. Dies führt man auf die 500.000 Tonnen Milch zurück, die man während der Aktionen im September europaweit dem Markt entzogen hat. Man darf davon ausgehen, dass auch andere Marktsegmente (z.B. Butter) folgen werden.
Wir gratulieren den Bauern! Sie haben sich mit ihrem aufwendigen und mutigen Milchlieferboykott ein beachtliches Ergebnis erkämpft!
["Etappenerfolg der europäischen Milchbauern" mehr »]
Als nächstes darf man sich über eine erste Verbesserung der Milchpreise freuen. Einer Pressemitteilung des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) vom 28.10.09 ist zu entnehmen, dass die Preise für Trinkmilch in den letzten Wochen deutlich angestiegen sind, wie es sich bei den derzeitigen Verhandlungen zwischen Molkereien und Handel abzeichnet, und zwar in einer Größenordnung von 7 Cent pro Liter Milch, verglichen mit den Preisen vor einem halben Jahr. Dies führt man auf die 500.000 Tonnen Milch zurück, die man während der Aktionen im September europaweit dem Markt entzogen hat. Man darf davon ausgehen, dass auch andere Marktsegmente (z.B. Butter) folgen werden.
Wir gratulieren den Bauern! Sie haben sich mit ihrem aufwendigen und mutigen Milchlieferboykott ein beachtliches Ergebnis erkämpft!
["Etappenerfolg der europäischen Milchbauern" mehr »]
Europäischer Rechnungshof zur Milchpolitik der EU
Aus der letzten Presseerklärung des "Bundesverband Deutscher Milchviehhalter e.V." (BDM):
["Europäischer Rechnungshof zur Milchpolitik der EU" mehr »]
Selbst der Europäische Rechnungshof hat in seinem gerade erschienenen Sonderbericht deutlich gemacht, dass die unkontrollierte Liberalisierung des europäischen Milchmarktes der falsche Weg sei. Dadurch seien die Direktbeihilfen für die Milchviehhalter in Europa von 2,75 Milliarden Euro 2005 auf 4,5 Milliarden Euro 2007 gestiegen, ohne nachhaltige Wirkung zu hinterlassen. „Es wäre ein fatales Signal, wenn die neue Regierung diese Warnung nicht Ernst nimmt, mit der Verschwendung weitermacht und gleichzeitig das große Haushaltsdefizit beklagt“, so Schaber weiter. „Wir fordern die Verhandlungspartner auf, diese Politik zu beenden und einen Wechsel zu vollziehen.“
["Europäischer Rechnungshof zur Milchpolitik der EU" mehr »]
Nächste Bauern-Grossdemo in Vorbereitung
Vorab möchte ich an dieser Stelle nochmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass die Forderungen der europäischen Bauern den Hunger in der Welt reduzieren helfen! Bitte lest Euch dazu ein, wenn Ihr es noch nicht getan habt. Wir haben hier schon ordentlich Material gepostet. Auf den Seiten des EMB kann man sich natürlich immer auf dem laufenden halten, ebenso auf den Seiten des BDM. Von hier stammt noch folgender Lesetipp: Die Kuh, der Markt und die Politik - Eine Beziehungskrise. Von Hannes Lorenzen auf blogs.taz.de
Presseeinladung zur Großdemonstration am Montag, den 19.10.2009
EU-Agrarrat in Luxemburg: Mehrere Tausend Milchbauern aus Europa erwartet
Der Aufstand der Milchbauern in Europa in den letzten Wochen und Monaten hat die Politik in Bewegung gebracht. „Die Milchbauern begrüßen die Aussage der Mehrheit der EU-Agrarminister, ein innovatives Mengenmanagement auch nach 2015 beibehalten zu wollen, um aus der Milchkrise herauszukommen“, sagt Romuald Schaber, Präsident des European Milk Boards (EMB) bezogen auf das Ministertreffen am 12. Oktober in Wien.
["Nächste Bauern-Grossdemo in Vorbereitung" mehr »]
Presseeinladung zur Großdemonstration am Montag, den 19.10.2009
EU-Agrarrat in Luxemburg: Mehrere Tausend Milchbauern aus Europa erwartet
Der Aufstand der Milchbauern in Europa in den letzten Wochen und Monaten hat die Politik in Bewegung gebracht. „Die Milchbauern begrüßen die Aussage der Mehrheit der EU-Agrarminister, ein innovatives Mengenmanagement auch nach 2015 beibehalten zu wollen, um aus der Milchkrise herauszukommen“, sagt Romuald Schaber, Präsident des European Milk Boards (EMB) bezogen auf das Ministertreffen am 12. Oktober in Wien.
["Nächste Bauern-Grossdemo in Vorbereitung" mehr »]
Zwischen neoliberal und anachronistisch: Milchkuh und freier Markt
Kürzlich las ich von einem Vorschlag, die Arbeitsämter zu schließen, bzw. Ihnen als einzige Funktion zu lassen, das Arbeitslosengeld auszuzahlen. Gut, dachte ich. Weg mit dem bürokratischen, nutzlosen Monster, wo hauptsächlich Leute schikaniert werden.
Und nun lese ich bei focus online: "FDP dringt auf Ende von Hartz IV". Und weiter: "dass es auch in der Union Befürworter eines solchen Systemwechsels in der Sozialpolitik gebe". Und dann erfährt man: "Die Einführung eines Bürgergelds hätte nach den Plänen der FDP zur Folge, dass alle steuerfinanzierten Sozialleistungen zusammengefasst werden. Dazu zählt die Partei das Arbeitslosengeld II einschließlich der Leistungen für Wohnen und Heizung, des Sozialgelds, der Grundsicherung im Alter, der Sozialhilfe, des Kinderzuschlags und Wohngelds." Ah, also nochmal Abbau von Bürokratie und Geldverschwendung.
Also. Die Sozis haben ihre eigene Klientel der Versklavung zugeführt. Und die FDP wird sie nun daraus befreien? Ist das nun rational oder irrational? Musikantenstadel oder moderne Politik? Ja. Nein. Weiß nicht.
Schnitt! Eigentlich hatte ich einen Text zur Bauernfrage in Europa in Vorbereitung. Ich wollte ihn nennen: Der Tanz um das goldene Kalb. (Nein, nicht das Kalb, für das die Kuhmilch gedacht ist.) Das goldene Kalb ist der Markt. Heilig. Unantastbar. Glaubensbekenntnis. Ohne Markt kein Produkt, kein Handel, kein Leben – so soll es sein. Amen. Aber Markt, wie wir ihn kennen, hat mit Religion nichts zu tun. Sondern nur mit Macht.
["Zwischen neoliberal und anachronistisch: Milchkuh und freier ... »]
Und nun lese ich bei focus online: "FDP dringt auf Ende von Hartz IV". Und weiter: "dass es auch in der Union Befürworter eines solchen Systemwechsels in der Sozialpolitik gebe". Und dann erfährt man: "Die Einführung eines Bürgergelds hätte nach den Plänen der FDP zur Folge, dass alle steuerfinanzierten Sozialleistungen zusammengefasst werden. Dazu zählt die Partei das Arbeitslosengeld II einschließlich der Leistungen für Wohnen und Heizung, des Sozialgelds, der Grundsicherung im Alter, der Sozialhilfe, des Kinderzuschlags und Wohngelds." Ah, also nochmal Abbau von Bürokratie und Geldverschwendung.
Also. Die Sozis haben ihre eigene Klientel der Versklavung zugeführt. Und die FDP wird sie nun daraus befreien? Ist das nun rational oder irrational? Musikantenstadel oder moderne Politik? Ja. Nein. Weiß nicht.
Schnitt! Eigentlich hatte ich einen Text zur Bauernfrage in Europa in Vorbereitung. Ich wollte ihn nennen: Der Tanz um das goldene Kalb. (Nein, nicht das Kalb, für das die Kuhmilch gedacht ist.) Das goldene Kalb ist der Markt. Heilig. Unantastbar. Glaubensbekenntnis. Ohne Markt kein Produkt, kein Handel, kein Leben – so soll es sein. Amen. Aber Markt, wie wir ihn kennen, hat mit Religion nichts zu tun. Sondern nur mit Macht.
["Zwischen neoliberal und anachronistisch: Milchkuh und freier ... »]
Bauern und Wissenschaftler für eine verantwortungsvolle Landwirtschaft
Mag sich der eine oder andere Apologet der freien Land-Markt-Wirtschaft lauthals zu Wort melden und mit demonstrativer Wissenschaftlichkeit "Objektivität" zelebrieren. Den "freien Markt" mit seinen ach so "freien Marktpreisen" gibt es nicht! Und schon gar nicht im Agrarbereich. Wenden wir uns den Leuten zu, die längst ausgereifte Konzepte als Alternative zu den neoliberalen Diktaten erarbeitet haben. Ich bin sicher, es gibt sie in allen Branchen. Und überall.
Heute ist Kanzlergespräch. Darauf haben sich die rebellischen Bauern vorbereitet, seit der Zeit vor der Wahl, oder sagen wir, seit der Zeit der Wahlversprechen. Der Milchlieferstopp wurde ja eingestellt, die anderweitigen Proteste nicht! Und, was mich persönlich sehr erfreut, es gibt zusätzliche massive Untersützung.
40 namhafte Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen und aus mehreren europäischen Ländern haben sich zwischenzeitlich in einer Resolution geäußert. Sie kritisieren die Marktgläubigkeit einerseits und fordern gleichzeitig eine verantwortungsvolle Marktgestaltung.
["Bauern und Wissenschaftler für eine verantwortungsvolle ... »]
Heute ist Kanzlergespräch. Darauf haben sich die rebellischen Bauern vorbereitet, seit der Zeit vor der Wahl, oder sagen wir, seit der Zeit der Wahlversprechen. Der Milchlieferstopp wurde ja eingestellt, die anderweitigen Proteste nicht! Und, was mich persönlich sehr erfreut, es gibt zusätzliche massive Untersützung.
40 namhafte Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen und aus mehreren europäischen Ländern haben sich zwischenzeitlich in einer Resolution geäußert. Sie kritisieren die Marktgläubigkeit einerseits und fordern gleichzeitig eine verantwortungsvolle Marktgestaltung.
["Bauern und Wissenschaftler für eine verantwortungsvolle ... »]
Politik geht auf Bauern zu
Ich will jetzt mal nicht meckern, so nach dem Motto, bloß weil Wahlkampf ist, würden die Politiker jetzt mit Versprechungen kommen. Nehmen wir diesen Umstand ruhig als positiven Umstand, der Anschub liefert.
Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Seehofer will den Koalitionsvertrag mit der neuen Bundesregierung nur dann unterschreiben, wenn die bäuerliche Landwirtschaft in Bayern geschützt wird. Oha. Nun gut, "helfen" will Sonnleitner vom Bauernverband auch, (wem?). Über das Wie gibt es allerdings deutlich konträre Vorstellungen. Kanzlerin Merkel spricht jetzt von einer „bedrückenden Situation“, wie sie mehrfach zitiert wird, - schön übrigens, dass die Großen jetzt auch auf einmal berichten - ,doch wer weiß, was sie sich vorstellt, außer Hilfen durch die EU. Von der Milchquote hielt sie bisher jedenfalls nicht viel.
Etwas deutlicher der französische Regierungschef: „Sarkozy hatte öffentlich erklärt, dass eine Regulierung des Milchmarktes sowie anderer landwirtschaftlicher Märkte notwendig sei“ heißt es in der Presseerklärung des European Milk Board (EMB) und weiter:
„Für 5. Oktober Sondertreffen der EU-Agrarminister zur Milch einberufen. Sarkozy, Merkel und Barroso außerdem zugesagt, sich um katastrophale Lage auf Milchmarkt zu kümmern – werden Versprechen nicht eingehalten wird Milchlieferstopp wieder aufgenommen.“
["Politik geht auf Bauern zu" mehr »]
Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Seehofer will den Koalitionsvertrag mit der neuen Bundesregierung nur dann unterschreiben, wenn die bäuerliche Landwirtschaft in Bayern geschützt wird. Oha. Nun gut, "helfen" will Sonnleitner vom Bauernverband auch, (wem?). Über das Wie gibt es allerdings deutlich konträre Vorstellungen. Kanzlerin Merkel spricht jetzt von einer „bedrückenden Situation“, wie sie mehrfach zitiert wird, - schön übrigens, dass die Großen jetzt auch auf einmal berichten - ,doch wer weiß, was sie sich vorstellt, außer Hilfen durch die EU. Von der Milchquote hielt sie bisher jedenfalls nicht viel.
Etwas deutlicher der französische Regierungschef: „Sarkozy hatte öffentlich erklärt, dass eine Regulierung des Milchmarktes sowie anderer landwirtschaftlicher Märkte notwendig sei“ heißt es in der Presseerklärung des European Milk Board (EMB) und weiter:
„Für 5. Oktober Sondertreffen der EU-Agrarminister zur Milch einberufen. Sarkozy, Merkel und Barroso außerdem zugesagt, sich um katastrophale Lage auf Milchmarkt zu kümmern – werden Versprechen nicht eingehalten wird Milchlieferstopp wieder aufgenommen.“
["Politik geht auf Bauern zu" mehr »]
Kämpferische Bauern: es geht weiter
Während die Politiker den schwarzen Peter ein wenig zwischen EU und nationaler Ebene hin und her schieben, differenzieren sich die Standpunkte der Entscheidungsträger allmählich aus. Vor kurzem noch versuchte man, das Problem mit den Protesten auszusitzen. Es hätte ja klappen können, dass die Bauern still und leise pleite gehen. Hat es aber nicht, weil die Bauern sich wehren! Nun mußten diejenigen, die die Agrarindustrialisierung vorantreiben, genau das als Problem bezeichnen, was sie eigentlich beabsichtigt hatten! Tja, dumm gelaufen, Sonnleitner. Aber wir sind noch nicht durch.
“Auch nach 13 Tagen Streik werden die Milcherzeuger in Europa weiter die Milchlieferung an die Molkereien aussetzen“, sagt Pascal Massol von der französischen Milcherzeugerorganisation APLI, und weiter: „Die Medien und Bürger sind auf unserer Seite.“ Massol sagt außerdem: „Wir rufen Vertreter aus dem Sektor Milch, wie Tierärzte oder Landhändler, und zivilgesellschaftliche Organisationen auf, die Milchbauernproteste zu unterstützen.“ Ich füge hinzu: wir haben doch Spitzenköche, die ebenso spitzenmäßig wie sie kochen, die Medienpräsenz beherrschen. Wann nutzen sie ihre tollen Möglichkeiten, um den Erzeugern ihrer Lebensmittel (ihrer „Erfolgsmittel”) zu helfen?
["Kämpferische Bauern: es geht weiter" mehr »]
“Auch nach 13 Tagen Streik werden die Milcherzeuger in Europa weiter die Milchlieferung an die Molkereien aussetzen“, sagt Pascal Massol von der französischen Milcherzeugerorganisation APLI, und weiter: „Die Medien und Bürger sind auf unserer Seite.“ Massol sagt außerdem: „Wir rufen Vertreter aus dem Sektor Milch, wie Tierärzte oder Landhändler, und zivilgesellschaftliche Organisationen auf, die Milchbauernproteste zu unterstützen.“ Ich füge hinzu: wir haben doch Spitzenköche, die ebenso spitzenmäßig wie sie kochen, die Medienpräsenz beherrschen. Wann nutzen sie ihre tollen Möglichkeiten, um den Erzeugern ihrer Lebensmittel (ihrer „Erfolgsmittel”) zu helfen?
["Kämpferische Bauern: es geht weiter" mehr »]
Bauernaufstand in Europa
Es geht um den Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft. Es geht um Landschafts-, Umwelt- und Tierschutz. Es geht um uns und die Qualität unserer Ernährung, ohne Gentechnik. Es geht um Ernährungssicherheit, weltweit.
Fest steht, dass die Bauern sich auf bemerkenswerte Weise international solidarisiert haben und sich auf einen sehr schwierigen Kampf eingelassen haben. Denn es wird ja wohl niemand glauben, sie würden leichtfertig das Lebensmittel, das sie produzieren, vernichten. Von allen beteiligten Seiten wird das Problem anerkannt, dass der Milchpreis ruinös niedrig ist. Doch bisher haben weder Eu- noch nationale Politik, weder Landwirtschaftskammern noch Bauernverbände Vorschläge zur Besserung präsentiert. Nur die Parallelorganisationen, die Verbände, die die Bauern selbst gegründet haben, und ihre europäischen Zusammenschlüsse haben wirksame Konzepte entwickelt. In Zusammenarbeit mit Umwelt- und Tierschutzverbänden und noch weiteren Organisationen, wie es der Komplexität der Thematik entspricht. Gleichzeitig ist damit eine Alternative zur herrschenden neoliberalen Wirtschaftsweise entstanden und damit auch ein Ausweg aus der Krise! Und ein Zukunftsentwurf.
Das alles muß ihnen erstmal jemand nachmachen. Wie wäre es mit den europäischen Industriearbeitern und ihren mächtigen Gewerkschaften?
["Bauernaufstand in Europa" mehr »]
Fest steht, dass die Bauern sich auf bemerkenswerte Weise international solidarisiert haben und sich auf einen sehr schwierigen Kampf eingelassen haben. Denn es wird ja wohl niemand glauben, sie würden leichtfertig das Lebensmittel, das sie produzieren, vernichten. Von allen beteiligten Seiten wird das Problem anerkannt, dass der Milchpreis ruinös niedrig ist. Doch bisher haben weder Eu- noch nationale Politik, weder Landwirtschaftskammern noch Bauernverbände Vorschläge zur Besserung präsentiert. Nur die Parallelorganisationen, die Verbände, die die Bauern selbst gegründet haben, und ihre europäischen Zusammenschlüsse haben wirksame Konzepte entwickelt. In Zusammenarbeit mit Umwelt- und Tierschutzverbänden und noch weiteren Organisationen, wie es der Komplexität der Thematik entspricht. Gleichzeitig ist damit eine Alternative zur herrschenden neoliberalen Wirtschaftsweise entstanden und damit auch ein Ausweg aus der Krise! Und ein Zukunftsentwurf.
Das alles muß ihnen erstmal jemand nachmachen. Wie wäre es mit den europäischen Industriearbeitern und ihren mächtigen Gewerkschaften?
["Bauernaufstand in Europa" mehr »]
Milch-Ticker 5
Milchstreik-Episode, Tatort Oberpfalz: Sie hat ihm aus gutem Grund eine gewisse Menge Milch über die Hose geschüttet (das macht naß). Er hat sie aus Reflex geschlagen (das tut weh!). Der Lokalpresse ist zu entnehmen, dass MdB Karl die Bäuerin Lehmeier zum Dialog bittet, "zu einer Tasse Kaffee, gerne auch mit Milch". Soll wohl witzig sein. Ist es aber nicht. Herr Karl, stellen Sie sich doch mal mannhaft einer ordentlichen Kirchweihrauferei, wenn bei Ihnen der Reflex des Handausrutschens so ausgeprägt ist. Und was die weibliche Befindlichkeit anbelangt: versetzen Sie sich mal in die Lage einer Bäuerin, die um ihre Existenz kämpft, Sie Volksvertreter, Sie.
Der Milch-Streik weitet sich über mehrere Länder aus. Wir haben es hier mit einem Europaweiten Streik zu tun. Wirklich sehr beeindruckend. Gab es das überhaupt schon mal? - Ich wage eine Prognose: die Damen und Herren der Schaltzentralen werden den Bauern entgegenkommen. Sie werden einlenken. Warum? Da könnten zukünftig ja andere auf die Idee kommen, dass man auch länderübergreifend streiken kann! So weit kommt es noch, dass sich demnächst andere Branchen zusammenrotten und aufmüpfig werden - nein, das muß aufhören! Deswegen glaube ich an baldige Zugeständnisse. Ich Optimistin aus der Oberpfalz! (So ein Zufall aber auch)
An Streiks, Protesten, Aktionen und deren Vorbereitungen beteiligen sich inzwischen 9 Länder: Frankreich, Deutschland, Belgien, Österreich, Luxemburg, Schweiz, Niederlanden, Spanien, Norditalien.
Der Milch-Streik weitet sich über mehrere Länder aus. Wir haben es hier mit einem Europaweiten Streik zu tun. Wirklich sehr beeindruckend. Gab es das überhaupt schon mal? - Ich wage eine Prognose: die Damen und Herren der Schaltzentralen werden den Bauern entgegenkommen. Sie werden einlenken. Warum? Da könnten zukünftig ja andere auf die Idee kommen, dass man auch länderübergreifend streiken kann! So weit kommt es noch, dass sich demnächst andere Branchen zusammenrotten und aufmüpfig werden - nein, das muß aufhören! Deswegen glaube ich an baldige Zugeständnisse. Ich Optimistin aus der Oberpfalz! (So ein Zufall aber auch)
An Streiks, Protesten, Aktionen und deren Vorbereitungen beteiligen sich inzwischen 9 Länder: Frankreich, Deutschland, Belgien, Österreich, Luxemburg, Schweiz, Niederlanden, Spanien, Norditalien.
Milch-Ticker 4

Berichten von top-agrar-online ist zu entnehmen, dass sich die Streikwelle in mehreren europäischen Ländern ausweitet. In Frankreich sollen schon um die 90.000 Betriebe keine Milch mehr ausliefern. In Deutschland, Belgien, Luxemburg ziehen Milcherzeuger nach. In Österreich, Niederlanden und Schweiz formieren sich Bewegungen. Der deutsche Bauernverband spricht sich gegen den Streik aus, ebenso Bauernbund und Landwirtschaftskammer in Österreich. In Östereich wollen die Bauern morgen mit Kühen und Traktoren in den Kreisverkehr einmarschieren und so die A9 lahmlegen. Aktuelles in drei Sprachen auch stets auf den Seiten des EMB.
Milch-Ticker 3
Selbstverständlich steht der Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft in vielfältigem Zusammenhang mit der Gentechnik, bzw. deren Verhinderung. Die kleineren regionalen Betriebe stehen nicht nur für gesündere Lebensmittelproduktion, sondern auch für Natur- und Landschaftsschutz, für Tier- und Umweltschutz. Zusätzlich geht von ihnen keine Gefährdung der regionalen Landwirtschaft in den ärmeren Ländern aus. Die industriell orientierte Landwirtschaft, die sich mit zur "Agroindustrie" zählen darf, öffnet Tür und Tor für alle Interessen, die eine Handvoll Konzerne im Bereich Saatgut und Pestizide verfolgt. Zu diesen zählt die Gentechnik und die Patentierung gentechnisch veränderter Pflanzen. Wie weit die Tür übrigens bereits offen steht, sieht man aktuell an den Funden genetisch veränderter Leinsaat: "Illegale Gen-Leinsaat im Essen schreckt Behörden auf" schreibt Sigrid Totz (Greenpeace), nachzulesen auf Mein Politikblog. Gentechnik tilgt nicht den Hunger in der Welt. Gentechnik und die Patentierung von Saatgut macht die Bauern abhängig!["Milch-Ticker 3" mehr »]
Milch-Ticker 2
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) haben bei Forsa eine Meinungsumfrage ausführen lassen. Diese ergab, dass die überwiegende Mehrheit eine Mengenbegrenzung der Milchproduktion als Preisstabilisierende Maßnahme für sinnvoll hält.
Dazu Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender, auf der BUND-website:
Romuald Schaber, Vorsitzender des BDM, sagt:
Dazu Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender, auf der BUND-website:
"Gegen den Willen der Bevölkerung unterstützen die EU-Kommission und die Agrarminister der Mitgliedsstaaten die Molkereien mit Exportsubventionen, während die Milchbauern wegen der Überproduktion reihenweise pleite gehen. Die Menschen in Deutschland lehnen es ab, dass ihre Steuergelder in dieses Fass ohne Boden geworfen werden. Sie fordern stattdessen eine Senkung der Milchmenge und ihre Anpassung an die Nachfrage. Die negativen Folgen der Exportsubventionen für die Kleinbauern in Entwicklungsländern und für das Klima sind bekannt. Die EU-Kommission muss endlich ihre Milchpolitik ändern, anstatt weiter weltweit bäuerliche Existenzen zu ruinieren."
Romuald Schaber, Vorsitzender des BDM, sagt:
"Eine Mehrheit hat in der Krise gelernt, dass eine nachhaltige Wirtschaft nicht mit dem Rückzug des Staates, sondern nur mit sinnvollen Marktregeln zu sichern ist. Dies gilt insbesondere auch für den Milchmarkt. Die Kommission sollte aufhören eine Politik zu verfolgen, die den Interessen der Bauern und der Bevölkerung entgegensteht."
Milch-Ticker 1
Und, wer streikt? Na? Na, wer schon. Die Franzosen natürlich!
Romuald Schaber vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter, und Präsident des European Milk Board, erklärt: sein Verband werde nicht zum europaweiten Streik aufrufen, da dies rechtlich verboten ist. Er sagte aber seine persönliche Unterstützung zu, indem er auch keine Milch mehr liefert. Das darf er. Und alle anderen Milchbauern auch. Ihre Solidarität bekundeten ebenso Belgien, Holland, Luxemburg, Holland und Österreich. Dann warten wir mal ab, was sich da entwickelt.
Und was machen die Bäuerinnen?
Sie übernachten (angemeldet und erlaubt) auf dem Münsterplatz in Ulm und warten auf die Kanzlerin. (Na, das hatten wir doch schon mal?) In Ulm finden am Sonntag Veranstaltungen statt, unter dem Motto „Vielfalt ernährt die Welt“. Die Kanzlerin wird am Montag erwartet, um ebenfalls auf dem Münsterplatz zu sprechen. Begleitet von Ministerpräsident Öttinger, Ministerin Schavan, und CDU-Generalsekretär Profalla. Da wird sie sich bestimmt freuen, die Kanzlerin.
Die stets aktuelle website des „Bundesverband Deutscher Milchviehhalter“ weist auf alle relevanten Links zu weiterführenden Informationen und Organisationen hin. Für alle, die sich eingehender informieren möchten. Sehr empfehlenswert. - Unsere Bauern. Sind gut informiert, gut organisiert, und lassen sich nichts mehr gefallen, wie es scheint. Kann man sich glatt was abschauen!
Romuald Schaber vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter, und Präsident des European Milk Board, erklärt: sein Verband werde nicht zum europaweiten Streik aufrufen, da dies rechtlich verboten ist. Er sagte aber seine persönliche Unterstützung zu, indem er auch keine Milch mehr liefert. Das darf er. Und alle anderen Milchbauern auch. Ihre Solidarität bekundeten ebenso Belgien, Holland, Luxemburg, Holland und Österreich. Dann warten wir mal ab, was sich da entwickelt.
Und was machen die Bäuerinnen?
Sie übernachten (angemeldet und erlaubt) auf dem Münsterplatz in Ulm und warten auf die Kanzlerin. (Na, das hatten wir doch schon mal?) In Ulm finden am Sonntag Veranstaltungen statt, unter dem Motto „Vielfalt ernährt die Welt“. Die Kanzlerin wird am Montag erwartet, um ebenfalls auf dem Münsterplatz zu sprechen. Begleitet von Ministerpräsident Öttinger, Ministerin Schavan, und CDU-Generalsekretär Profalla. Da wird sie sich bestimmt freuen, die Kanzlerin.
Die stets aktuelle website des „Bundesverband Deutscher Milchviehhalter“ weist auf alle relevanten Links zu weiterführenden Informationen und Organisationen hin. Für alle, die sich eingehender informieren möchten. Sehr empfehlenswert. - Unsere Bauern. Sind gut informiert, gut organisiert, und lassen sich nichts mehr gefallen, wie es scheint. Kann man sich glatt was abschauen!
Im Milchzirkus
Jetzt habe ich mich festgefressen! Also, hört, hört.
Nach der Abfuhr vor zwei Tagen in Brüssel, kriegen die Bauern gleich noch eine reingesemmelt. Spiegel-online berichtet: Das Kartellamt hat den Bauern, die voriges Jahr die Milch-Lieferung boykottierten, abgemahnt. Ein Streik sei illegal. Nach Einschätzung des BDM beteiligten sich um die 90 Prozent der Mitglieder. Es handelte sich um einen Verstoß gegen das Kartellrecht. Kostendeckende Preise dürften nicht durch Boykott erzwungen werden. „Ziel des Boykotts sei gewesen, den Wettbewerb beim Absatz von Rohmilch `komplett auszuschalten´, hieß es.“ Und jetzt wird es spannend: Preise bildeten sich aber im Wettbewerb nach Angebot und Nachfrage. Ja, wie denn???
Fairer Wettbewerb, fairer Preis. Das hätten sie gern, die Milchbauern!
Schade, dass es die Milchverarbeitenden Betriebe gibt. Die Groß-, Zwischen- und sonstigen Händler dazu. Und Subventionen in riesigen und kaum durchschaubaren Mengen. Und Billigimporte aus Billiglohnländern. Und beschissene Ersatzprodukte, auch schon mal Analogkäse genannt. Und industrielle Interessen, die ganz im Hintergrund ihre Strippen ziehen. Und, wer weiß was noch. Das alles macht die Preisbildung rund um die Milch zu einem großen Miraculum. Könnte man im Zirkus mit auftreten!
Tja, Bauer und Bäuerin. Schade, dass Ihr mit Euren Kühen sozusagen die armen Schweine seid in dieser marktwirtschaftlichen Aufführung. Und wir Endverbraucher (so nennt man uns) auch.
Der Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) korrigiert Medienberichte übrigens dahingehend, dass nicht der Milchlieferstopp an sich rechtswidrig war, sondern lediglich der Aufruf zum Lieferstopp. - Ach sooooo. Na, dann wird halt nächstes Mal ohne Aufruf gestreikt, würde ich sagen! Was bleibt schon anderes übrig. (Schon komisch manchmal, mit den Medienberichten, oder?)
Nach der Abfuhr vor zwei Tagen in Brüssel, kriegen die Bauern gleich noch eine reingesemmelt. Spiegel-online berichtet: Das Kartellamt hat den Bauern, die voriges Jahr die Milch-Lieferung boykottierten, abgemahnt. Ein Streik sei illegal. Nach Einschätzung des BDM beteiligten sich um die 90 Prozent der Mitglieder. Es handelte sich um einen Verstoß gegen das Kartellrecht. Kostendeckende Preise dürften nicht durch Boykott erzwungen werden. „Ziel des Boykotts sei gewesen, den Wettbewerb beim Absatz von Rohmilch `komplett auszuschalten´, hieß es.“ Und jetzt wird es spannend: Preise bildeten sich aber im Wettbewerb nach Angebot und Nachfrage. Ja, wie denn???
Fairer Wettbewerb, fairer Preis. Das hätten sie gern, die Milchbauern!
Schade, dass es die Milchverarbeitenden Betriebe gibt. Die Groß-, Zwischen- und sonstigen Händler dazu. Und Subventionen in riesigen und kaum durchschaubaren Mengen. Und Billigimporte aus Billiglohnländern. Und beschissene Ersatzprodukte, auch schon mal Analogkäse genannt. Und industrielle Interessen, die ganz im Hintergrund ihre Strippen ziehen. Und, wer weiß was noch. Das alles macht die Preisbildung rund um die Milch zu einem großen Miraculum. Könnte man im Zirkus mit auftreten!
Tja, Bauer und Bäuerin. Schade, dass Ihr mit Euren Kühen sozusagen die armen Schweine seid in dieser marktwirtschaftlichen Aufführung. Und wir Endverbraucher (so nennt man uns) auch.
Der Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) korrigiert Medienberichte übrigens dahingehend, dass nicht der Milchlieferstopp an sich rechtswidrig war, sondern lediglich der Aufruf zum Lieferstopp. - Ach sooooo. Na, dann wird halt nächstes Mal ohne Aufruf gestreikt, würde ich sagen! Was bleibt schon anderes übrig. (Schon komisch manchmal, mit den Medienberichten, oder?)
Aktuelles zur Lage der Milchbauernhöfe
Ihr erinnert Euch an den Protest der Milchbäuerinnen vor dem Kanzleramt im Mai (Duckhome berichtete), dem die gemeinsame Fahrt nach Brüssel folgte. Es geht nach wie vor um den viel zu niedrigen Milchpreis, die Erhöhung/Senkung der Milchquote, und auch um die sehr umstrittene Politik des Bauernverbandes, von dem sich die Milchviehhalter nicht mehr repräsentiert fühlten und deshalb ihren eigenen Verband gründeten. - Nach wie vor ist der Milchpreis derartig niedrig, dass rund zwei Drittel der Milchbauernhöfe in Deutschland existenzgefährdet sind.
„Die Bundesregierung versagt in der Milchpreiskrise“, lesen wir auf der homepage des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter, und weiter: „Die Krise auf dem Milchmarkt spitzt sich immer weiter zu und die Bundesregierung spielt nur den Zuschauer am Rande“, so der Vorsitzende des BDM, Roumuald Schaber. „Es ist eine Enttäuschung für die deutschen Milchviehhalter, dass sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel, als auch der Vize-Kanzler Frank-Walter Steinmeier ihre Versprechen nicht einhalten“. Beide hatten immer wieder Unterstützung zugesagt, jedoch nationale Möglichkeiten zur Bekämpfung der Krise nie eingeleitet.“
["Aktuelles zur Lage der Milchbauernhöfe" mehr »]
„Die Bundesregierung versagt in der Milchpreiskrise“, lesen wir auf der homepage des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter, und weiter: „Die Krise auf dem Milchmarkt spitzt sich immer weiter zu und die Bundesregierung spielt nur den Zuschauer am Rande“, so der Vorsitzende des BDM, Roumuald Schaber. „Es ist eine Enttäuschung für die deutschen Milchviehhalter, dass sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel, als auch der Vize-Kanzler Frank-Walter Steinmeier ihre Versprechen nicht einhalten“. Beide hatten immer wieder Unterstützung zugesagt, jedoch nationale Möglichkeiten zur Bekämpfung der Krise nie eingeleitet.“
["Aktuelles zur Lage der Milchbauernhöfe" mehr »]
Fairer Milchpreis anstelle von Subventionen
Die Bäuerinnen, die vor dem Kanzleramt in Sachen Milchpreis protestierten, sagten: wenn wir hier in Berlin nichts erreichen, dann fahren wir nach Brüssel. Erreicht hatten sie bis dato folgendes: die Kanzlerin versprach sich dafür einzusetzen, dass dem Thema Milchpreis beim EU-Gipfel hohe Priorität eingeräumt wurde. Dementsprechend heißt es im Aufruf der Bäuerinnen im Bundesverband deutscher Milchviehhalter e.V., der auf seiner homepage eine sehr gute laufende Berichterstattung liefert:
["Fairer Milchpreis anstelle von Subventionen" mehr »]
Unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am 18. Juni, das Thema „Milch“ beim Kamingespräch mit ihren europäischen Kollegen vorbringen. Um unsere Kanzlerin zu unterstützen, übernachten die Bäuerinnen vom 18./19. Juni in Brüssel!Und so fuhren sie während dieser Woche mit ihren Traktoren nach Brüssel, (übrigens nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Belgien, Niederlande und Frankreich) und übernachteten tatsächlich in Sichtweite zum EU-Ratsgebäude. 1000 Traktoren in der Brüsseler Innenstadt, mehrere 1000 Bauern und Bäuerinnen dazu, Übernachtungen im Freien – wie fanden die EU-Bürokraten wohl diese Abwechslung vom sonstigen Alltag? Merkel und die Kollegen tagten und beschlossen, binnen 2-Monats-Frist eine Analyse der Situation des Milchwirtschaft vorzunehmen, einschließlich Optionen zur Stabilisierung des Milchmarktes. So weit, so naja.
["Fairer Milchpreis anstelle von Subventionen" mehr »]
Sonnleitners Bauern kommen zu uns bloggern?
Schon wieder Spiegel-online, tschuldigung. Aber die Nachricht hat mich gerade begeistert: Sonnleitner und sein Bauernverband haben ja bekanntlich das Problem, dass ihnen die Milchbauern davonlaufen und stattdessen mit ihrem eigenen Verband eine andere Politik betreiben. Die Differenzen eskalierten kürzlich in Sachen Milchpreis. Die Bäuerinnen trugen ihren Protest auf die Straße, bzw. vors Kanzleramt! Und Sonnleitner kriegt Ärger von "oben", weil er den wilden Haufen nicht mehr unter Kontrolle hat. Problem erkannt, Problem gebannt: Nun will der Bauernverband angeblich seine treuen Agrar-Industrie-"Bauern" dazu anleiten, aktiv in kritische Internetforen und blogs einzugreifen, um die Meinungsbildung in ihrem Sinne zu beeinflussen. - Cool! Wo sind sie? Hoffentlich kommen sie auch zu uns. Mit denen reden wir. Gerne!
(Äh, so ganz unter uns: Für wie blöd halten die uns eigentlich ??? Oder andersherum: wie blöd sind die eigentlich???)
Ich komme gar nicht darüber hinweg. Einerseits ist es zwar ein schöner Beweis dafür, dass unsere Arbeit Wirkung zeigt. Sie sind nämlich nicht mehr ungestört bei ihren Schweinereien. Und sie werden nervös. Aber dass ihr Lösungsansatz in der Hoffnung besteht, dass wir blöd genug sind, uns von ihnen einlullen zu lassen, das ist doch ein dickes Ding! Aber sollen sie es ruhig probieren. Dann werden sie sehen, dass sie noch ganz andere Probleme haben, von denen sie bisher gar nichts ahnen.
Sonnleitner - eine andere Welt ist möglich! Da gehts lang, verstehen Sie?
(Äh, so ganz unter uns: Für wie blöd halten die uns eigentlich ??? Oder andersherum: wie blöd sind die eigentlich???)
Ich komme gar nicht darüber hinweg. Einerseits ist es zwar ein schöner Beweis dafür, dass unsere Arbeit Wirkung zeigt. Sie sind nämlich nicht mehr ungestört bei ihren Schweinereien. Und sie werden nervös. Aber dass ihr Lösungsansatz in der Hoffnung besteht, dass wir blöd genug sind, uns von ihnen einlullen zu lassen, das ist doch ein dickes Ding! Aber sollen sie es ruhig probieren. Dann werden sie sehen, dass sie noch ganz andere Probleme haben, von denen sie bisher gar nichts ahnen.
Sonnleitner - eine andere Welt ist möglich! Da gehts lang, verstehen Sie?
Wenn der Bauer mit dem Traktor ...
… nach Berlin fährt, dann hat das was zu bedeuten! Diesmal also nicht die Bäuerinnen aus der Milchviehwirtschaft, sondern Sonnleitner und seine Traktor-fahrenden Agrar-industriellen „Bauern“. Aber lassen wir jetzt mal die gewissen Unterschiede beiseite, Hauptsache, die Kanzlerin ist nun gesprächswillig. Nächsten Freitag hat sie zu einem Milch-Gespräch eingeladen. Und was wird da verhandelt?
Und schon sind wir nämlich wieder bei den Unterschieden. Der Bauernverband will die Dieselsteuer für Bauern verbilligen, zinsgünstige Kredite bereitstellen, und andere finanzielle Hilfen herbeischaffen. Also finanzielle Verbesserungen über Steuersenkung und Akquisition von Staatsgeldern, wie es andere Wirtschaftszweige während der Krise auch für sich beanspruchen. Ansonsten schimpft man furchtbar auf die Preistreiberei des Handels. Der Bundesverband der Deutschen Milchviehhalter will die Milchquoten neu verhandeln und damit den Milchpreis wieder in den Griff bekommen. Unabhängig von der derzeitigen Wirtschaftskrise.
["Wenn der Bauer mit dem Traktor ..." mehr »]
Und schon sind wir nämlich wieder bei den Unterschieden. Der Bauernverband will die Dieselsteuer für Bauern verbilligen, zinsgünstige Kredite bereitstellen, und andere finanzielle Hilfen herbeischaffen. Also finanzielle Verbesserungen über Steuersenkung und Akquisition von Staatsgeldern, wie es andere Wirtschaftszweige während der Krise auch für sich beanspruchen. Ansonsten schimpft man furchtbar auf die Preistreiberei des Handels. Der Bundesverband der Deutschen Milchviehhalter will die Milchquoten neu verhandeln und damit den Milchpreis wieder in den Griff bekommen. Unabhängig von der derzeitigen Wirtschaftskrise.
["Wenn der Bauer mit dem Traktor ..." mehr »]
Merkel setzt Prioritäten!
Jetzt verstehe ich das auch, warum es zwischen den Bäuerinnen und der Kanzlerin zu keinem Gespräch kam. Frau Merkel hatte einfach keine Zeit. Man muss also Prioritäten setzen.
Gestern erfuhr ich aus einer Nachrichtensendung im Fernsehen, dass die Kanzlerin in Chemnitz war und die Jungs vom THW für ihre ehrenamtliche Arbeit gelobt hat. Das gefällt der Kanzlerin, nette junge Männer, und dann arbeiten die auch noch umsonst. Da lockt ein höherer Spaßfaktor als bei den protestierenden Milchbäuerinnen.
Und gerade berichtet die Süddeutsche.de online: ["Merkel setzt Prioritäten!" mehr »]
Gestern erfuhr ich aus einer Nachrichtensendung im Fernsehen, dass die Kanzlerin in Chemnitz war und die Jungs vom THW für ihre ehrenamtliche Arbeit gelobt hat. Das gefällt der Kanzlerin, nette junge Männer, und dann arbeiten die auch noch umsonst. Da lockt ein höherer Spaßfaktor als bei den protestierenden Milchbäuerinnen.
Und gerade berichtet die Süddeutsche.de online: ["Merkel setzt Prioritäten!" mehr »]
Milchbäuerinnen wollen Kanzlerin sprechen!
Das ging bei uns vielleicht im Mittelalter und heute noch beim Scheich in der Wüste. Aber nicht im politischen Berlin. Zu Zeiten der Französischen Revolution mussten die Marktfrauen schon etwas martialischer auftreten, als sie ihre Regierenden sprechen wollten. Damals wie heute ging es um den Preis für Lebensmittel.
Berlin, Kanzleramt. Bäuerinnen kampieren seit Tagen auf der Wiese vorm Kanzleramt, und verlangen ein Gespräch mit Frau Merkel. Von ihr erhoffen sie sich Hilfe. Ihr Problem ist der derzeitige Milchpreis von 20 Cent pro Liter. Um wirtschaften zu können müsste der Milchpreis allerdings um die 40 Cent pro Liter liegen. Dazu muss man wissen, dass die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse keine Preise der „freien Marktes“ sind, sondern durch die Politik gesteuerte, oder besser: manipulierte. Ich kann an dieser Stelle nicht erörtern, wie es zu diesem absurd niedrigen Milchpreis kommt oder woher die sogenannte Überproduktion kommt. Aber halten wir fest: die Situation, wie sie jetzt ist, führt sehr schnell zur nächsten Runde des Sterbens der bäuerlichen Landwirtschaft. Und das heißt für uns alle: wir geraten immer mehr in die Fänge der Agrarindustrie. Monsanto und Konsorten grinsen schon!
["Milchbäuerinnen wollen Kanzlerin sprechen!" mehr »]
Berlin, Kanzleramt. Bäuerinnen kampieren seit Tagen auf der Wiese vorm Kanzleramt, und verlangen ein Gespräch mit Frau Merkel. Von ihr erhoffen sie sich Hilfe. Ihr Problem ist der derzeitige Milchpreis von 20 Cent pro Liter. Um wirtschaften zu können müsste der Milchpreis allerdings um die 40 Cent pro Liter liegen. Dazu muss man wissen, dass die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse keine Preise der „freien Marktes“ sind, sondern durch die Politik gesteuerte, oder besser: manipulierte. Ich kann an dieser Stelle nicht erörtern, wie es zu diesem absurd niedrigen Milchpreis kommt oder woher die sogenannte Überproduktion kommt. Aber halten wir fest: die Situation, wie sie jetzt ist, führt sehr schnell zur nächsten Runde des Sterbens der bäuerlichen Landwirtschaft. Und das heißt für uns alle: wir geraten immer mehr in die Fänge der Agrarindustrie. Monsanto und Konsorten grinsen schon!
["Milchbäuerinnen wollen Kanzlerin sprechen!" mehr »]
Seite 1 von 1, insgesamt 25 Einträge





















