Das Märchen vom ewigen Öl
Märchen sind Prosaerzählungen, die von wundersamen Begebenheiten berichten und meist auch einen moralischen Wink mit dem Zaunpfahl enthalten, der die Zuhörer dazu bringen soll, sich auf ein, den Erwartungen des Erzählers entsprechendes Denken und Verhalten einzulassen ohne den Sinn zu hinterfragen. Immer siegt das Gute, Edle und Schöne. Deshalb glauben die Menschen eher den Märchen als der Wirklichkeit.
Tatsächlich sind Märchen allerdings ein Erziehungsmittel, dass typisiertes und der Obrigkeit gefälliges Verhalten erzeugen soll. Auch wenn der Bauernjunge mal die Prinzessin küssen darf, geht es doch darum, die Gesellschaft in ihrer bestehenden Form zu konservieren und damit auch die Teilhabe am Besitz in den bestehenden Verhältnissen zu schützen. Märchen wollen ein angeblich goldenes Gestern festschreiben. ["Das Märchen vom ewigen Öl" mehr »]
Die künftige Ölpreisentwicklung und ihre Folgen
Mexiko hat wohl Peak-Oil, also die höchste Fördermenge seiner Geschichte wohl hinter sich. Die Ölproduktion sinkt 2009 um 6,7 Prozent und wird nach Berechnungen der Internationale Energieagentur in Paris in 2010 um 9,2 Prozent sinken. Natürlich gibt es ein paar Helden die einfach sagen, dass dieses Problem dadurch entstanden sei, das Mexiko seine Rohstoffe nicht dem internationalen Kapital ausgeliefert habe und deshalb viele Ölfelder noch gar nicht gefunden worden seien. Das ist natürlich Blödsinn, soll aber verschleiern, dass rund um den Globus Peak-Oil in vielen Ölfeldern längst eingetreten ist.
Das UK Energy Research Centre (UKERC) hat gerade den weltweiten Termin für Peak-Oil auf 2020 vorverlegt und die Internationale Energiebehörde IEA sieht diesen bereits 2015. Aber auch konservativere Betrachtungen gehen von 2030 aus während offiziell immer noch 2050 genannt wird. Die größte Hoffnung in diesem Zusammenhang ist gleichzeitig auch der größte Schrecken. ["Die künftige Ölpreisentwicklung und ihre Folgen" mehr »]
Das Ende von Erdöl und Atomkraft?
Es ist jetzt sogar in den USA angekommen, dass das Erdöl endlich ist und die Restbestände vor allem in politisch unsicheren Gegenden lagern oder an Stellen zu denen es zur Zeit noch keine Fördertechnik gibt. Selbst die FTD muss die bittere Wahrheit publizieren und versucht nur kläglich weiterhin auf das Öl zu setzen.
Die Produktion des einstigen Hauptlieferanten Mexiko bricht ein. Und die eigene Förderung schwindet schon seit Anfang der 70er-Jahre dahin: von fast zehn Millionen Barrel am Anfang auf unter fünf Millionen heute. "Wir haben uns jahrzehntelang etwas vorgemacht", sagt Matthew Simmons, langjähriger Energieberater der Bush-Regierung. "Alle sind davon ausgegangen, dass wir neue Superfelder finden. Aber die gibt es nicht."["Das Ende von Erdöl und Atomkraft?" mehr »]
Keine Angst vor Peak Oil
Das Öl auf dieser Erde ist angeblich unendlich. Letztens schrieb irgend so ein Tropentoni, dass Öl regelmäßig aus dem Erdinneren nachwächst. Er malte das richtig aus. Mit Kohlenstoff aus dem Mittelpunkt der Erde und behauptete alles Ernstes, dass man weder in Kohle, Öl oder Gas pflanzlichen Kohlenstoff nachweisen könne. Braunkohle hat der vermutlich nie gesehen und auch kein Rohöl.
Die andere Seite spricht dauernd und schon sehr lange von Peak Oil. Damit macht sie sich natürlich unglaubwürdig, weil ja ständig neues Öl gefunden wird. Gut, dieses Öl liegt dann in der Arktis, wo es die nächsten hundert Jahre nur unter extremen Kosten zu fördern ist, oder gar vor Südamerika in über 5.000 Metern Wassertiefe unter wenigstens 1.000 Metern Salz, wo es noch nicht einmal eine denkbare Fördertechnik gibt. ["Keine Angst vor Peak Oil" mehr »]
Der Spiegel und die Förderung des unentdeckten Öls in der Arktis
Man muss schon ziemlich dämlich sein, um als Neoliberaler durch die Welt gehen zu können. Ewiges Wachstum, 25 Prozent Rendite und Reichtum für wenige erfordern nicht nur Armut für viele sondern eben auch ständig neues Öl. Ohne Öl ist ganze schöne Globalisierung so ziemlich im Arsch. ["Der Spiegel und die Förderung des unentdeckten Öls in der ... »]
Mittelmeerunion, Plan Solaire, Eigenvorsorgung und soziale Verantwortung
Die große Politik hat das Thema thermische Solarkraftwerke in den Wüsten Nordafrikas für sich entdeckt. Das ist zunächst einmal positiv. Natürlich zäumt sie genau wie immer das Pferd von hinten auf. Wenn die Mittelmeerunion keine soziale Union und keine Friedensunion ist, wird sie auch keine billige Energie ernten. ["Mittelmeerunion, Plan Solaire, Eigenvorsorgung und soziale ... »]
Kurzkommentar 2008-07-15
• Russischer Konzern schlägt neue Berechnungsmethode vor
• Wirtschaftsforscher fordert Börsenumsatzsteuer in Deutschland
• Biermann kehrt zurück
• Es wird lächerlicher….
• Gewinner der Kreditkrise - Als Vollstrecker in den Kanälen von Florida ["Kurzkommentar 2008-07-15" mehr »]
Inflation bestraft die Armen
Das ist nicht wirklich neu, aber diesmal haben wir es streng wissenschaftlich. Professor Hans Wolfgang Brachinger von der Universität Fribourg in der Schweiz hat die Auswirkungen der Inflation auf unterschiedliche Einkommensschichten umgerechnet. ["Inflation bestraft die Armen" mehr »]
Dumm wie Glos
Mein Gott was ist dieser Wirtschaftsminister und sein ulkiges Ministerium doch für eine Blamage. Da lassen sie diesen bayrischen Intelligenzler nach Dschidda fahren und keiner sagt ihm das Peak Oil in Saudi-Arabien ist:
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hat eine deutliche Erhöhung der Ölfördermengen und eine engere Kooperation von Förder- und Verbraucherländern gefordert, um den Ölpreisanstieg zu stoppen.
"Der Ölmarkt braucht zum jetzigen Zeitpunkt vor allem ein starkes Signal auf der Produktionsseite", sagte Glos laut Redetext am Sonntag auf dem Krisengipfel in der saudi-arabischen Hafenstadt Dschidda. Der Sorge vor einem Versorgungsengpass müsse "durch eine deutliche Erhöhung der Produktion entgegengewirkt werden." Eine Förderausweitung wäre auch das richtige Signal an die Finanzmärkte, nicht weiter auf steigende Ölpreise zu setzen.
Was ist eigentlich an dem Signal der Saudis noch misszuverstehen:
Der weltgrößte Ölproduzent Saudi-Arabien ist nach den Worten von König Abdullah grundsätzlich zu weiteren Produktionserhöhungen bereit, um die Preisexplosion bei dem begehrten Rohstoff zu stoppen.
Konkrete neue Zahlen nannte Abdullah zur Eröffnung des Öl-Krisengipfels in der saudiarabischen Hafenstadt Dschidda am Sonntag aber nicht. Er kündigte jedoch Initiativen an, um den armen Ländern mit Milliarden-Mitteln zu helfen, die Folgen der hohen Ölpreise zu bewältigen.
Getreu dem alten Radio Eriwan-Prinzip sind die Saudis natürlich gerne bereit die Ölförderung zu steigern, aber noch viel lieber wollen sie ein Trostpflaster von ein paar Milliarden an die ärmeren Länder spenden und der reiche Westen soll dabei helfen. Sie können ihre Fördermenge einfach nicht mehr erhöhen. Selbst die zuletzt angekündigte Erhöhung um 500.000 Barrel Öl pro Tag, war mehr Wunschtraum als Wirklichkeit.
Selbst wenn man die eine oder andere zusätzlich Pumpe aufbaut könnte man bestenfalls nur noch unbedeutende Steigerungen erreichen und würde damit aber die Restlaufzeit der Felder zusätzlich verkürzen. Das können die Saudis gar nicht tun ohne sich selbst zu gefährden.
Die saudische Herrscherfamilie tanzt schon lange auf einem Vulkan dessen Ausbruch durch immer neues Geld verhindert werden konnte. Im Land wollen die Traditionalisten im Sinne eines Osam Bin Laden zurück ins Mittelalter und die Jugend will die Traditionen abwerfen um in westlicher Freiheit zu leben. Es war das Öl und der Reichtum auf Ewigkeit, der den saudischen Thron stützt und das Land zusammenhält.
Würden die heute öffentlich Peak Oil eingestehen wäre dieses Bindemittel weg. Es macht nämlich einen entscheidenden Unterschied ob der Reichtum erst in 50 Jahren kleiner wird oder in 20 Jahren. Ein Peak Oil das nach Meinung vieler Experten in Saudi-Arabien im Jahr 2005 lag, bedeutet bei normaler Weiterproduktion das vielleicht noch 25 Jahren in immer bescheidener werdenden Mengen exportiert werden kann und dann der Eigenverbrauch für ca. weitere 20 Jahre übrig bleibt.
Das alles beruht aber auf Rechnungen, die davon ausgehen das die Saudis nicht gelogen haben. Es stimmt nur dann, wenn nicht immer wieder der Ölhahn etwas weiter als im Opec-Konsens beschlossen, aufgedreht wurde. Es ist aber durchaus denkbar, das auf solchen Wege einige Jahresfördermengen abgepumpt wurden, die in keiner Statistik auftauchen. Bei zwei oder drei Jahren ist das kein Problem, was aber wenn es sich um 10 oder 20 Jahre handelt?
Fest steht das die Märkte den saudischen Fördermengenzusagen nicht mehr trauen. Fest steht auch, das Wolfgang Pomrehn in Telepolis und Francis Byrne in "Linke Zeitung" zeichnen die Situation faktisch genau auf. Da hilft es auch nicht die beiden in eine linke Ecke zu stellten. Geologie ist nicht sonderlich politisch.
Wer also unseren bayrischen Kaltdampfplauderer Glos auf eine solche Veranstaltung mit dieser Vorbereitung und diesem öffentlichen Anspruch schickt, der ist entweder naturdoof, hat seine Hausarbeiten nicht gemacht oder verfolgt ein anderes Ziel. Genau um dieses andere Ziel geht es.
Die deutschen haben beim Waldsterben und bei anderen Umweltthemen immer schnell reagiert. Was im übrigen der Grund ist, das dieses Waldsterben von den Naturvernichtern um Mittal, Okologismus und PI, jetzt geleugnet werden kann. Wenn Peak Oil in den deutschen Köpfen angekommen ist, wird ein so schnelles Umdenken beginnen das es unseren Politclowns schon jetzt vor Angst das Mark erschüttert.
Sobald die Bevölkerung mitbekommt wie sehr sie belogen wurde, dürfte ein Aufschrei der Wut durch die Menschen gehen. Jedes Jahr um das uns die Glos, Merkel, Steinbrück und Co. betrügen ist nämlich unwiederbringlich dahin. Steht für ein Abfedern der Situation nicht mehr zur Verfügung. Da ist es logisch das uns jemand wie Tiefensee erklärt das Luftfahrt praktisch grüne Technologie ist und wir nicht darüber schimpfen sollen und das die Bahn in der Fläche zerstört werden muss.
Die Damen und Herren Politiker wollen Zeit gewinnen. Zeit um ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen, Zeit für ihre neoliberalen Auftraggeber. Aber es wird nicht funktionieren. Die Medien werden weltweit unruhig, weil es an allen Stellen aus dem Internet zu hören ist, das dieses Ölzeitalter seinem Ende zugeht. Das ist unvermeidlich. Wir können einen sanften Übergang gestalten oder es zu einem Bruch kommen lassen.
Ein sanfter Übergang würde verantwortliche Politiker und Manager erfordern die wir leider nicht mehr haben.
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