Immer sind es die kleinen Dinge die sich addieren. Diese kleinen Dinge sind so unauffällig, einzeln haben sie kaum Gewicht. Aber zusammengenommen sind sie groß, wiegen schwer und können sehr gefährlich werden. Sie sind dann fast unbesiegbar.
Die CDU/CSU hat alle Masken fallen lassen und fordert nun öffentlich die Zerschlagung der Rechte der Arbeiter. Die FDP hatte dafür nie eine Maske. Ob beim Kündigungsschutz, Sozialversicherungssystem, Steuerrecht oder bei der Rente sollen die Arbeitnehmer endlich wieder auf den ihnen zustehenden Platz zurückgedrängt werden. Wer vierzig Stunden und mehr arbeitet für weniger Lohn, ist wenigstens beschäftigt. Für sich genommen nicht wichtig.
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Lieber Dr. Degenhardt, du Lausbub mit dem Rauschebart
Mensch, Fränzken, ich bin ja nun der Letzte, der zu Ergebenheitsadressen neigt. Aber was Recht ist, muss auch Recht bleiben. Wie oft hab ich innerlich auf dich geschimpft, wenn du meinen geliebten Sozialdemokraten die Leviten gelesen hast. Nein, ich hab schon damals gewusst, dass du Recht hast. Aber ich hätte es mir doch freundlicher gewünscht. Weißt du in so einem Stil, der den Rechten keine Argumente liefert, der diese unsozialen Christen nicht erfreut. Aber ich lag falsch. Du hattest sie schon damals durchschaut. Nun haben sie uns gründlichst verraten, die sozialen Demokraten.
Alle Errungenschaften, für die wir mal gekämpft haben, nehmen sie uns jetzt. Lautlos jubeln sie uns ein Ding nach dem anderen unter. Angeblich um Schlimmeres zu vermeiden. Der Schily ist mittlerweile rechts an all seinen Vorgängern vorbei, der Clement könnte ohne Probleme den Ackermann bei der deutschen Bank ablösen und der Schröder wäre ein guter Kanzlerkandidat der CDU. Sozialdemokratische Traditionen, die sind denen schnuppe. Die sind vorwärts gewandt. Da war ich doch schon fast wieder versöhnt mit meiner SPD, als wir keinen imperialen Krieg gegen den Irak mitmachen wollten. Das hat sich jetzt auch erledigt. In einem Jahr stehen wir dort. Germans to the front. Selbst wenn sie das Richtige tun, wie jetzt der Peter Struck, so frag ich mich doch, was werden die aus unserer Bundeswehr machen? Wenn die CDU drankommt, wird sie das Schwert der Amerikaner, der Pflüger will ja wenn möglich die Muslime vernichten, auch wenn er das wortreich umschreibt. Ja, Fränzken, die Party ist vorbei und wie die vorbei ist.
Wir lernen jetzt umdenken. Die Globalisierung hat nun sogar die Amis erreicht. Aber auch dieser Zug ist ohne unsere Gegenwehr abgefahren. Und getanzt wird wieder, Fränzken, in Port au Prince wo sie gerade den Aristide vertrieben haben, und nun wieder der Bush regiert, mit französischer Genehmigung. Es lassen die Kinder aus Port au Prince uns trotzdem ruhig schlafen. Ach, deine Franzosen, Franz. Die haben sich entwickelt, und nicht zum Guten. Sie sind nur uns Deutschen ähnlicher geworden.
Überhaupt Gegenwehr. Die Kalaschnikow liegt schon lange nicht mehr unter dem losen Bodenbrett. So wie es keine losen Bodenbretter mehr gibt, gibt es auch keine Ziele für die Kalaschnikow. Der Springer ist tot, aber sein Ungeist lebt. Nur einen Müller-Vogg zu erschießen oder einen Ackermann, wäre reine Munitionsverschwendung. McKinsey kannst du nicht treffen. Rolf Hochhuth prognostiziert die Revolution für die nächste Zeit und hofft, dass sie unblutig sein möge. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Die meisten alten Genossen haben wir längst begraben und den Nachwuchs haben sich die Braunen geholt. Deren Denken ist ja auch einfacher und nicht so komplex wie unser Sozialistengewäsch. Wir anderen haben uns angepasst und suchen nun unser Glück unter Pflaumenbäumen und betäuben die Wut mit dem alten russischen Stoff.
Alle Errungenschaften, für die wir mal gekämpft haben, nehmen sie uns jetzt. Lautlos jubeln sie uns ein Ding nach dem anderen unter. Angeblich um Schlimmeres zu vermeiden. Der Schily ist mittlerweile rechts an all seinen Vorgängern vorbei, der Clement könnte ohne Probleme den Ackermann bei der deutschen Bank ablösen und der Schröder wäre ein guter Kanzlerkandidat der CDU. Sozialdemokratische Traditionen, die sind denen schnuppe. Die sind vorwärts gewandt. Da war ich doch schon fast wieder versöhnt mit meiner SPD, als wir keinen imperialen Krieg gegen den Irak mitmachen wollten. Das hat sich jetzt auch erledigt. In einem Jahr stehen wir dort. Germans to the front. Selbst wenn sie das Richtige tun, wie jetzt der Peter Struck, so frag ich mich doch, was werden die aus unserer Bundeswehr machen? Wenn die CDU drankommt, wird sie das Schwert der Amerikaner, der Pflüger will ja wenn möglich die Muslime vernichten, auch wenn er das wortreich umschreibt. Ja, Fränzken, die Party ist vorbei und wie die vorbei ist.
Wir lernen jetzt umdenken. Die Globalisierung hat nun sogar die Amis erreicht. Aber auch dieser Zug ist ohne unsere Gegenwehr abgefahren. Und getanzt wird wieder, Fränzken, in Port au Prince wo sie gerade den Aristide vertrieben haben, und nun wieder der Bush regiert, mit französischer Genehmigung. Es lassen die Kinder aus Port au Prince uns trotzdem ruhig schlafen. Ach, deine Franzosen, Franz. Die haben sich entwickelt, und nicht zum Guten. Sie sind nur uns Deutschen ähnlicher geworden.
Überhaupt Gegenwehr. Die Kalaschnikow liegt schon lange nicht mehr unter dem losen Bodenbrett. So wie es keine losen Bodenbretter mehr gibt, gibt es auch keine Ziele für die Kalaschnikow. Der Springer ist tot, aber sein Ungeist lebt. Nur einen Müller-Vogg zu erschießen oder einen Ackermann, wäre reine Munitionsverschwendung. McKinsey kannst du nicht treffen. Rolf Hochhuth prognostiziert die Revolution für die nächste Zeit und hofft, dass sie unblutig sein möge. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Die meisten alten Genossen haben wir längst begraben und den Nachwuchs haben sich die Braunen geholt. Deren Denken ist ja auch einfacher und nicht so komplex wie unser Sozialistengewäsch. Wir anderen haben uns angepasst und suchen nun unser Glück unter Pflaumenbäumen und betäuben die Wut mit dem alten russischen Stoff.
Es gibt Tage,
da sollte man im Bett bleiben, oder doch zumindest in der Wohnung. Zuerst einkaufen. Bei Reichelt gibt es bunte hartgekochte Ostereier. Wie bitte, wir haben den 27. Januar. Bei Schlecker gibt es das grüne Gras und Eierkörbchen mit winzigen Osterhasen. Auch die bestätigen auf Nachfrage, dass immer noch Januar ist. Bei uns zu Hause stecken noch die letzten Weihnachtsmänner in ihrer Umhüllung und Marzipankartoffeln gibt es auch noch. In Ordnung, vergessen wir die Geschichte mit dem Osterhasen, die Kinder müssen halt frühzeitig an die Realitäten unserer Gesellschaft gewöhnt werden.
Dann den Dackel bei seiner Zeitungslektüre um den Block begleiten. Wen trifft man dort? Dr. Friedbert Pflüger, den Kriegsminister der CDU, der nun alles andere als ein Friedfertiger ist, wie uns sein Name vorgaukelt. Wir kommen uns entgegen, nur auf dem Weg natürlich und leider unvermeidbar. Eigentlich möchte ich mit ihm noch nicht mal auf dem gleichen Kontinent leben. Welche Gedanken einem auf 50 Meter so durch den Kopf schießen. Gut fünfundneunzig Prozent davon fallen eh der Zensur zum Opfer, weil man in Deutschland einen Kriegstreiber ja nicht so benennen darf, wir bedauern lieber erst hinterher und zählen die Toten. Aber nur schweigen? Das hatten wir doch schon. Einiges muss einfach raus, wenn es auch nur wenig sein darf.
Dieser Pflüger, der doch so vehement den völkerrechtswidrigen Krieg der Amerikaner bejubelt hat, der unsere Söhne mit einem Lachen dafür opfern wollte, um wenigstens einmal die Besuchertoilette des Weißen Hauses benutzen zu dürfen. Der Pflüger, dessen strafrechtliche Verfolgung nicht möglich ist, weil er erst hätte Krieg machen müssen und weil er als Oppositionspolitiker auch nicht der Vorbereitung eines Angriffskrieges schuldig sein kann.
Wenn der Angriff der Amerikaner auf den Irak als vorbeugende Maßnahme in der Pflügerschen Doktrin richtig ist, wie steht es dann mit meinem Recht auf Selbstverteidigung? Dürfte ich ihm jetzt mal so richtig links und rechts eine runterhauen, um einen Krieg zu verhindern? Das wäre sogar ein fast fairer Kampf, wir sind gleichaltrig. Aber nein, das darf ich wohl nicht, und lernen würde er ohnehin nichts daraus. Kiesinger hat ja auch nichts gelernt, und der hatte weitaus mehr Format als Pflüger.
Außerdem müsste ich ihn anfassen, und ob wir so viel Seife vorrätig haben? Selbst der Dackel, der längst pure Aufmerksamkeit ist, knurrt ihn nicht an, vielleicht ist er es ihm ja nicht wert. Nun sind wir auf gleicher Höhe, trotz meines bösen Blickes grüßt Friedbert Pflüger freundlich und ich erwidere den Gruß. Zurück bleibt Verdruss. Warum nur gibt es kein legales Mittel, solche Leute aufzuhalten?
Dann den Dackel bei seiner Zeitungslektüre um den Block begleiten. Wen trifft man dort? Dr. Friedbert Pflüger, den Kriegsminister der CDU, der nun alles andere als ein Friedfertiger ist, wie uns sein Name vorgaukelt. Wir kommen uns entgegen, nur auf dem Weg natürlich und leider unvermeidbar. Eigentlich möchte ich mit ihm noch nicht mal auf dem gleichen Kontinent leben. Welche Gedanken einem auf 50 Meter so durch den Kopf schießen. Gut fünfundneunzig Prozent davon fallen eh der Zensur zum Opfer, weil man in Deutschland einen Kriegstreiber ja nicht so benennen darf, wir bedauern lieber erst hinterher und zählen die Toten. Aber nur schweigen? Das hatten wir doch schon. Einiges muss einfach raus, wenn es auch nur wenig sein darf.
Dieser Pflüger, der doch so vehement den völkerrechtswidrigen Krieg der Amerikaner bejubelt hat, der unsere Söhne mit einem Lachen dafür opfern wollte, um wenigstens einmal die Besuchertoilette des Weißen Hauses benutzen zu dürfen. Der Pflüger, dessen strafrechtliche Verfolgung nicht möglich ist, weil er erst hätte Krieg machen müssen und weil er als Oppositionspolitiker auch nicht der Vorbereitung eines Angriffskrieges schuldig sein kann.
Wenn der Angriff der Amerikaner auf den Irak als vorbeugende Maßnahme in der Pflügerschen Doktrin richtig ist, wie steht es dann mit meinem Recht auf Selbstverteidigung? Dürfte ich ihm jetzt mal so richtig links und rechts eine runterhauen, um einen Krieg zu verhindern? Das wäre sogar ein fast fairer Kampf, wir sind gleichaltrig. Aber nein, das darf ich wohl nicht, und lernen würde er ohnehin nichts daraus. Kiesinger hat ja auch nichts gelernt, und der hatte weitaus mehr Format als Pflüger.
Außerdem müsste ich ihn anfassen, und ob wir so viel Seife vorrätig haben? Selbst der Dackel, der längst pure Aufmerksamkeit ist, knurrt ihn nicht an, vielleicht ist er es ihm ja nicht wert. Nun sind wir auf gleicher Höhe, trotz meines bösen Blickes grüßt Friedbert Pflüger freundlich und ich erwidere den Gruß. Zurück bleibt Verdruss. Warum nur gibt es kein legales Mittel, solche Leute aufzuhalten?


















