Um deutlicher zu machen, was mich dazu bewogen hat, diesen Text zu schreiben, füge ich hier meinen Kommentar (den ich unten gepostet habe) ein:
Ich habe mich hier meiner eigenen Hoffnungslosigkeit und dem daraus resultierenden Zynismus hingegeben. Was sicherlich nicht sehr hilfreich ist.
Werden wir also ein wenig konkreter: Wie kommt es, dass wir es zulassen, uns von Tag zu Tag immer noch mehr entrechten zu lassen? Warum fordern wir unsere Volksvertreter nicht auf, endlich zu handeln - im Sinne der Menschen und ihres Rechts auf ein würdiges Leben? Gibt es die Möglichkeit, Klage einzureichen? Vor dem europäischen Menschengerichtshof?
"Die Würde des Menschen ist unantastbar" ...
Die Universelle Menschenrechtsdeklaration der Vereinten Nationen sagt, Artikel 1:
"Alle Menschen sind gleich und frei an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen." Und Artikel 3:
"Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit seiner Person. ..."
Ich zitiere wieder
Jean Ziegler:
Heute – letztes Jahr – zahlen die Industriestaaten 349 Milliarden Dollar, fast eine Milliarde pro Tag, an ihre Bauern für Produktions- und Exportsubventionen. Sie können heute auf jedem afrikanischen Markt, wo es immer ist, italienisches, französisches, deutsches und so weiter, Gemüse und Früchte zur Hälfte oder zu einem Drittel des Preises äquivalenter Inlandprodukte kaufen. Und ein paar Meter weiter steht der afrikanische Bauer mit seinem – unser Freund hier kommt aus Senegal –, kommt der Bauer, rackert sich ab, 15 Stunden am Tag, und hat nicht die geringste Chance, auf ein anständiges Existenzminimum zu kommen. Das ist das Faktum. Die Agrar-Dumpingpolitik, das Überfluten mit billigst subventionierten Agrarprodukten der afrikanischen Märkte durch die Europäer – das kann morgen früh gestoppt werden. Durch demokratische Mobilisation. ... im Ministerpräsidentenrat, da sitzt die Bundeskanzlerin, und im Ministerrat, Landwirtschaftsrat, da sitzt der Landwirtschaftsminister der Bundesrepublik, und die können verlangen, dass die Exportsubventionen ersatzlos gestrichen werden.
Warum fordern wir nicht den sofortigen Stopp der Exportsubventionen?
Herr Ziegler weiter:
Neoliberalismus, der heute praktisch zur Einheitsideologie geworden ist, außer hier natürlich … Nein, nein, das Gift, das kann ja überall sein, es könnte auch hier sein, aber ich glaube, das ist es nicht … Der Neoliberalismus, ich komme zurück aus Niger, das zweitärmste Land der Welt, dort wurde vor drei Jahren das nationale Veterinäramt privatisiert. Privatisiert. Auf Befehl des Weltwährungsfonds, weil das eine Marktverzerrung ist, wenn veterinärmedizinische Artikel einen festen Preis haben, der jetzt noch tief ist, und das stört die multinationalen Gesellschaften. Niger ist ein wunderbares Land, zehn Millionen Einwohner, 1,8 Millionen Quadratkilometer und die leben vom Vieh, von den Kamelen bis zu den Ziegen ... Der Hama Amadou, der Ministerpräsident hat gesagt – ich hab gesagt, wie ist das herausgekommen mit dieser Privatisierung und so weiter, Aufhebung des nationalen Veterinäramtes – er hat gesagt: Komm mit mir, und am nächsten Tag sind wir in den Kanisterstädten gewesen, das kennen Sie vielleicht, und da leben jetzt, wenn man das Leben nennen kann, Tausende und Tausende und Tausende total ruinierte Viehzüchterfamilien. Weil die können einfach nicht die Vitamine, die Antiparasitosen, die Impfstoffe des freien Marktes der multinationalen Tierpharmaziegesellschaften zahlen. Die Liberalisierung muss weg. Es muss eine normative Außenhandelspolitik kommen. Eine normative Außenhandelspolitik bedeutet auch, dass die Welthandelsorganisation und der Weltwährungsfonds ersatzlos aufgelöst werden. Das sind Diktaturen.
Rede Jean Zieglers als DOC-Datei
Wie können wir, die wir uns Gerechtigkeit und Frieden wünschen, unsere Kräfte besser bündeln und zusammenarbeiten? Woher kommt die Freude, andere bloßstellen und erniedrigen zu wollen? Haben wir nichts besseres zu tun, als fremde Kulturen und Religionen zu dämonisieren und uns über sie zu erheben? Wollen wir wirklich eine Veränderung und Erneuerung?
Könnte ein
globaler Offenbarungseid dabei helfen, den "Weltkuchen" neu aufzuteilen, indem offengelegt wird, wo was benötigt, also importiert werden MUSS, und wo wer was produziert und exportieren KANN ? Können wir "Wähler" diesen Offenbarungseid einfordern und dafür Sorge tragen, dass wirklich alle Menschen und Nationen teilhaben, sowohl an der Gestaltung der Zukunft des Planeten als auch an der Gestaltung der eigenen Lebensentwürfe?
Hat jemand eine Idee, wie wir eine solche Klage aufsetzen und einreichen können? Hat jemand eine bessere Idee? Wollen wir Gerechtigkeit, Frieden und Freiheit für die Menschen?
(siehe Artikel in der
Berliner Umschau- Amnesty Inernational fordert "Globalisierung von unten")
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