Alternative Energien - Träume, Schäume, Tricksereien
In der letzten Woche war Desertec das große Thema, weil ein paar deutsche Großkonzerne jetzt auch endlich mal über die Möglichkeit der Gewinnung von elektrischer Energie durch solare Themalkraftwerke laut nachgedacht haben. Das ist in Wirklichkeit allerdings nicht mehr als ein Köder, der die Gewinnung von Energie in den Händen der Großkonzerne halten soll.
Es ist aber leider noch nicht einmal ein ernsthafter Denkanfang. Selbstverständlich erhalten die Wüstenfläche der Erde in 6 Stunden mehr Sonne als auf der Erde in einem Jahr verbraucht werden und tatsächlich ist ein großer Teil der Entwicklungsarbeit für Gewinnung und Transport bereits erledigt. Die erforderliche solare Technologie wurde bereits im Juli 2008 auf Duckhome beschrieben. ["Alternative Energien - Träume, Schäume, Tricksereien" mehr »]
Photovoltaik bietet Energiesicherheit für fünf Mrd. Jahre
Ich möchte vorranschicken dass ich ein großer Fan der Photovoltaik wie auch der gesamten Sonnenenergie bin. Ich mag es wenn etwas kostenlos und für menschliche Belange unbegrenzt verfügbar ist. Allerdings bin ich auch mit ganzem Herzen Kaufmann und mag allzu platte PR gar nicht. In den Bereich sehr platte PR ist wohl diese Pressemitteilung des Herrn Energieexperten, Buchautor und Präsident des Verbands Photovoltaic Austria http://www.pvaustria.at, Hans Kronberger:
Die Entdeckung, dass man Licht in Kraft umwandeln könne, ist für Kronberger neben der Erfindung des Rades und des Buchdrucks eine der technisch größten Errungenschaften der Menschheit überhaupt. "Natürlich muss man in der Speichertechnik massiv weiter entwickeln", argumentiert der Experte. Das sei allerdings alles im Bereich des Machbaren. Er habe bereits vor zehn Jahren darauf hingewiesen, dass der Preis für ein Barrel Rohöl Anfang 2008 die 100-Dollar-Marke überschreiten werde. "Ein Energieumstieg ist damit keine Frage des Wollens mehr, sondern eine schlichte Notwendigkeit."
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Hinsichtlich der Technologie ist Kronberger von der Dünnschichttechnik, die zu einer Entlastung des Siliziumengpasses geführt hat, überzeugt. "Österreich hat in den vergangenen Jahren eine respektable Industrie im Bereich der Photovoltaik aufgebaut. Unternehmen wie Fronius und Stromaufwärts haben einen internationalen Ruf erreicht. Von den Wechselrichtern, die bei Fronius gefertigt werden, gehen 99 Prozent ins Ausland", so Kronberger. "Die Tätigkeit von Photovoltaic Austria ist nicht auf Gewinn gerichtet. Das Ziel des Verbandes ist es vielmehr, auch in Österreich eine dynamische Marktentwicklung der Photovoltaik zu ermöglichen. Damit unterstützen wir die Entwicklung der Photovoltaik hin zu einer tragenden Säule der Energieversorgung."
Aua. Das zieht einem ja richtig die Zähne. Die Entdeckung das sich Licht in Kraft verwandeln lässt haben schon die ersten Menschen gemacht, die in die Nähe eines Blitzes kamen und das Feuer nutzten. Auch wenn der Herr Experte und Buchautor so schöne geistige Hopser macht, werden sie dadurch nicht besser.
Ja, die Dünnschichttechnologie ist bei amorphen Siliziumsolarzellen heute der aktuelle Stand. Dies wird sich im Rahmen der Nanotechnologie sicher noch einmal ändern, zumal wir heute bereits in der Lage sind da mit den Technologien von gedruckten Schaltungen zu arbeiten.
Amorphe Siliziumsolarzellen sind zwar billig in der Herstellung, dafür aber auch in direktem Sonnenlicht kaum brauchbar und eher für unsere Breitengrade mit weniger Sonneneinstrahlung gedacht. Trotzdem ist ein Wirkungsgrad von durchschnittlich unter 20 Prozent natürlich inakzeptabel. Trotzdem sollte man Solarzellen einsetzen wo immer es geht, schon um weitere Forschung und bessere Produkte zu erhalten.
Ein totaler Umstieg auf Photovoltaik zum jetzigen Zeit ist allerdings großer Blödsinn, weil nicht praktikabel. Selbst wenn wir uns mit dem geringen Wirkungsgrad heutiger Systeme abfinden, bleibt das Speicherproblem. Elektrischer Strom ist eben nur in Batterien sinnvoll speicherbar oder man muss die Energie in Wasserstoff umwandeln, was wieder die generelle Problematik der Wasserstoffwirtschaft aufwirft.
Wenn ich den Wasserstoffkreislauf beherrsche ist es jedoch sinnvoller auf Sonnenthermalkraftwerke in den heißen Gebieten der Erde zu setzen und den Wasserstoff zu transportieren, in welcher Form auch immer.
Ich finde es schade, wenn jemand nur weil irgendwo ein Tag der Sonnenenergie is, oder weil ein neues Buch beworben werden muss, so unkritisch argumentiert wie in diesem Fall. Es geht nämlich nicht um das Bejubeln irgendeiner Technologie, sondern darum den Einsatz der Photovoltaik auch unter nicht optimalen Bedingungen bewusst zu fördern. Da hilft die Wahrheit immer noch am besten.
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