Angela Merkel, die CDU/CSU und der Sozialismus
Immer wieder hören wir aus den Reihen der CDU/CSU und aus dem berufenen Mund der Bundesangela. wie schlimm doch der Sozialismus und wie böse die Linke ist. Alle anderen waren da in der DDR staatstragend, wenn nicht gar Stasimitarbeiter.
Wirklich gut das die CDU/CSU da nicht betroffen ist. Die haben damit ja überhaupt kein Problem. Gäbe es da nicht Angela Dorothea Kasner, besser bekannt als Angela Merkel. Ihr Vater Horst Kasner gehörte nicht nur zum Leitungskader der evangelischen Kirche in der DDR, sondern war als Leiter des Fortbildungszentrum der evangelischen Kirche für Pfarrer und Prediger "Waldhof" auch ein sehr einflussreicher Mann, in der DDR. Er gilt als Miterfinder der "Kirche im Sozialismus", die, die gleiche Loyalität zu Regime und Kirche bedeutete und damit auch zu einer kompletten Einbindung der Kirche in den sozialistischen Staat führte. Kirchenvertreter die dieser Linie nicht folgen konnten, wurden ausgegrenzt.
So bekam Angela Kasner sehr früh Kontakt auch zu den Vertretern und Organen der Staatsmacht und konnte die Willfährigkeit ihres Vaters unter anderem dazu nutzen, einen ihr gegenüber unbotmäßigen Klassenlehrer, durch die Partei bestrafen zu lassen. Man muss sich nicht ausmalen, was eine derartige Macht bei einer Jugendlichen anrichtet. So wurde sie wie selbstverständlich zum Studium zugelassen, was für gläubige Christen fast unmöglich war und genauso selbstverständlich wurde sie Sekretärin für Agitation und Propaganda, bei der FDJ. Bei der sie auch Kreisleitungsmitglied war.
Eine Sekretärin für Agitation und Propaganda wurden von einigen Teilen der Bevölkerung auch als Politruk (Politkommisarin) bezeichnet, die weitgehende Machtbefugnisse innerhalb ihres Bereiches hatte und Einfluß auf den beruflichen Werdegang ihrer Mitstudenten und deren Abschlüsse nehmen konnte.
Selbstverständlich war es in der DDR legitim ganz in der Aufgabe der Parteiarbeit aufzugehen und dafür zu sorgen, das der real existierende Sozialismus, nach Honeckers Prägung, unangreifbar dastand. Sich dann nach der Wende als völlig gewendet selbst dazustellen, ist ebenfalls legitim, wenn auch nicht ehrlich. Für den weiteren Werdegang von Frau Merkel, war Ehrlichkeit aber nicht notwendig, da sie ja Politikerin und Kohls Mädchen werden wollte.
Wenn also Frau Merkel mal wieder gegen Sozialismus ist, dann sollte man ihr Recht geben. Schließlich war sie jahrelang Chefverkäuferin der sozialistischen Lehre, bis dies nicht mehr opportun war. Dann wurde sie eben Demokratin nach Lehrmeinung der CDU, was auch nicht sehr weit von der Haltung der SED entfernt ist.
Sobald die CDU/CSU allerdings über Sozialismus schimpft, dann sollte man die Jungs und Mädels fragen, warum sie dann, eine in der Wolle rot gefärbte Politkommissarin, zur Bundeskanzlerin gemacht haben. Wer garantiert uns denn, das sich die Dame nicht morgen wieder wendet. Zumindest mit der geplanten Schäuble-Diktatur scheint sie ja gut leben zu können. Diktatur ist halt Gewohnheitssache.
Juso Bezirk Hessen Nord - ein Höhepunkt der Jämmerlichkeit
Das ganze fängt schon damit an das eine Jugendorganisation der neoliberalen und wirtschaftsfaschistischen SPD sich als Jungsozialisten bezeichnet. Es gibt nämlich Menschen die dafür gestorben sind, sich Sozialisten nennen zu dürfen. In der heutigen SPD gibt es meines Wissens nach schon lange keinen Sozialdemkraten mehr und seit Herbert Wehner mit Sicherheit auch keinen Sozialisten mehr. Dafür gibt es jede Menge opportunistischer Heuchler, die sich auf schnellstem Weg von wem auch immer kaufen lassen, wenn sie sich nicht gleich ein Unternehmen zusammenstehlen.
Das diese Jusos keine eigenen Ideen haben wundert mich nicht. Die Leute aus der SPD haben ihren Strucks, Münteferings, Steinmaiers und Steinbrücks genau zu gehorchen und die bekommen ihre Befehle direkt von INSM und Mohn/Bertelsmann sowie den anderen Lobbyistenverbänden. Das diese Jusos also eine Idee von Karan und Sven Scholz geklaut haben und als ihre eigene verkaufen ist typisches neoliberales Verhalten, bei dem es nur um den eigenen Vorteil geht und die Rechte anderer,it einem Lachen mißachtet werden. Früh übt sich was ein richtiger neoliberaler Wirtschaftsfaschist werden will.
Wie dumm diese Kerlchen aber mit ihrer geklauten Idee, von der ich immer noch nichts halte, wirklich sind, wird klar wenn man das Wort Wiefelspütz in die Runde wirft. Dieser Handlanger von Schäuble ist zwar nach eigenem Bekunden zu alt und zu faul um Computer zu begreifen, aber kompetent genug um Onlinedurchsuchungen und jeden Abbau von Menschenrechten toll zu finden.
Wenn diese neoliberalten Nachwuchswirtschaftsfaschisten also wirklich etwas gegen Schäuble hätten, müssten sie zuerst einmal den Schäuble der SPD, also den Wiefelsschnüffler angehen. Das tun sie aber, nicht weil sie ja Parteikarriere machen wollen. Da darf man mit geklauten Ideen zwar den Gegner angreifen, aber nichts gegen die Gauner in der eigenen Partei sagen
Die SPD hat die Jugendorganisation die sie verdient. Ich lache mich schief, wenn Struck die alle in Afghanistan verbluten, lässt. Dort will er ja noch mehr Krieg. Er darf seine Jusos hinschicken. Da ist der Verlust nicht so groß.
Und dann war da noch Markus Meckel von der SPD
Gut ich gebe zu, ich hab ihn schon für tot gehalten. Aber zumindest körperlich scheint er noch zu agieren. Obwohl mit der geistigen Agiererei scheint es nicht allzuweit her zu sein. Denn während die Uno Kuba und Weißrussland von der Schwarzen Liste in Sachen Menschenreicht streicht, sieht der gemeckelte Markus das völlig anders.
Logisch als SPD-Außenpolitiker muss er ja mit seinem Minister Steinmeier im Darm des amerikanischen Präsidentent sitzen. Dumm nur das beide nicht gemerkt haben, das dort schon die halbe Union vor ihnen sitzt. Aber es sind so Sätze, wie:
Die EU bedauert, dass es auf dem Weg zur Demokratie und Einhaltung der Menschenrechte keine Fortschritte gegeben hat und fordert die Freilassung aller politischen Häftlinge. Sie setzt die Unterstützung der demokratischen Opposition und der Zivilgesellschaft fort. Alle friedliebenden Kubaner, die der Freiheit, der Demokratie und der Achtung der universellen Menschenrechte verbunden sind, können sich der Solidarität und der fortwährenden Unterstützung durch die EU sicher sein. Die EU wird den Dialog mit der kubanischen Zivilgesellschaft fortsetzen und allen Teilen der Gesellschaft auch weiterhin praktische Unterstützung auf dem Weg zu einem friedlichen Wandel in Kuba zuteil werden lassen.
Würde sich der Herr Meckel wirklich für Menschenrechtsverletzungen interessieren, dann würde er sich mit dem Angriffskrieg zum Ölraub der USA im Irak und der Ausrottung der Zivilbevölkerung in Afghanistan durch Bundeswehr und USA beschäftigen. Wenn er unbedingt über Kuba reden will, empfehle ich ihm das Thema Guantanamo.
Am allerbesten aber wäre, wenn er es einfach lässt. Niemand glaubt heute noch, das er und seine SPD an Menschen und deren Rechten interessiert sind. Er soll mal mit Herrn Wiefelschnüff reden, der gerade die letzten Bürgerrechte platt macht.
Sinnloser Tod
Ich mach es mal ganz einfach wie die Journalisten in den Qualitätsmedien, ich gebe die PRESSEMITTEILUNG im Wortlaut wieder. Aber im Gegensatz zu denen sag ich das dann auch.
PRESSEMITTEILUNG
19.05.2007 – GREGOR GYSI
Sinnloser Tod
Zum Tod der Bundeswehrsoldaten in Afghanistan erklärt der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE., Gregor Gysi:
Ich bin tief betroffen über den Tod deutscher Soldaten durch einen Selbstmordanschlag im Norden Afghanistans. Meine aufrichtige Anteilnahme gilt den Angehörigen, die unter dem sinnlosen Tod der jungen Männer zu leiden haben.
Es zeigt sich, was wir immer gesagt haben, Krieg führt zu Toten, zu Leiden, zu Hass auf beiden Seiten und löst kein einziges der wirklichen Probleme.
Ein Trost von Rosa Luxemburg
Der Besitzstandswahrer ist schwer an unserem Land und seiner Rolle darin erkrankt. Ich möchte ihm einen Trost mitgeben den schon Rosa Luxemburg den Genossen mitgab.
"Dein Kopf ist voller Sorgen um die schiefgehende Weltgeschichte und Dein Herz voller Seufzer um die Erbärmlichkeit der Scheidemänner und Genossen. Und jeder, der mir schreibt, stöhnt und seufzt gleichfalls. Ich finde nichts lächerlicher als das. Begreifst Du denn nicht, daß der allgemeine Dalles viel zu groß ist, um über ihn zu stöhnen? Ich kann mich grämen, wenn mir die Mimi krank wir, oder wenn Dir etwas fehlt. Aber wenn die ganze Welt aus den Fugen geht, da suche ich nur, zu begreifen, was und weshalb es passiert ist, und hab ich meine Pflicht getan, dann bin ich weiter ruhig und guter Dinge (...)
Schau z.B. wie ein Goethe mit kühler Gelassenheit über den Dingen stand. (...) Und wenn Du etwa sagst: Goethe war eben kein politischer Kämpfer, so meine ich: Ein Kämpfer muß erst recht über den Dingen zu stehen suchen, sonst versinkt er mit der Nase in jedem Quark.\"
(Rosa Luxemburg an Luise Kautsky)
Rudi-Dutschke-Straße - Das ist mir ein innerer Vorbeimarsch
Juchu. Das Verwaltungsgericht Berlin hat am 9. Mai 2007 entschieden, das ein Teil der Kochstraße in Rudi-Dutschke-Straße umbenannt werden darf.
Besonders köstlich ist, das die Axel-Springer-Straße, die eigentlich besser Straße der unbeirrten Faschisten heißen müsste, genau auf die Rudi-Dutschke-Straße zuläuft.
Die ersten Worte der besten aller Lebensabschnittsgefährtinnen lautete: "Trotzdem ziehen wir da jetzt nicht hin. Bei soviel Springerfaschismus in der Nähe kriegst du nur Magengeschwüre".
Aber ich kann für nichts garantieren. Ich werd mal schauen welche Schulen, Spielplätze und Kindergärten dort sind. Lecker. Das macht mich richtig glücklich. Der Rudi hat es mehr als verdient und ich hoffe das sie den Axel Springer in der Hölle jetzt etwas langsamer drehen, damit es noch mehr weh tut. Dafür würde ich glatt eine Hölle bauen.
Was sich seit Marx geändert hat
Ich befürchte ich habe mit meinem Beitrag "Kommunismus ist nichts statisches" Daniel Weigelt von "Das rote Blog" nicht sehr glücklich gemacht, wenn ich seinen Artikel Gibt es heute noch Bourgeoisie und Arbeiterklasse? lese.
Ich bin darüber allerdings nicht traurig, weil ich schon lange der Ansicht bin, das diese Diskussion geführt werden muss.
Daniel schreibt:
Doch sind die grundsätzlichen Dinge des Kapitalismus, die Ausbeutung des Menschen durch die Aneignung seiner Arbeitskraft und des von ihm produzierten Mehrwertes heute noch immer die selben. Ohne genau diese Tatsachen, wäre es kein Kapitalismus mehr.
Das ist zweifellos richtig. Zu Zeiten von Karl Marx, konnte der Proletarier aber seinen Ausbeuter und dessen Handlanger noch benennen. Friedrich und Alfried Krupp waren sehr persönliche Gegner auch wenn sich Ausbeuter und Ausgebeuteter, wahrscheinlich niemals begegneten. Es gab einem Bezug.
Diesen Bezug gibt es zu der ThyssenKrupp AG eben nicht. Dr.-Ing. Ekkehard D. Schulz als Vorstandvorsitzender ist kein Gegenüber mehr, zumal der sofort sagt, das er ja nur das macht, was sein Aufsichtsrat will. Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Gerhard Cromme erzählt uns dann sofort, das er ja nur die Interessen der Kapitaleigentümer vertritt. Schuld, Verantwortung und Verpflichtung verlieren sich im Brei der Hauptversammlung. Der natürliche Gegner des Proletariats, das Kapital ist irgendwie diffundiert.
Daniel schreibt weiter:
Man liest also bei Jochen Hoff: “Ein Begriff wie Bourgeoisie ist genauso tot wie Karl Marx und der Begriff Arbeiterklasse.” Das ist einfach mal völlig falsch. In der Ausgabe des Kommunistischen Manifest von 1888 kommentiert Friedrich Engels die Überschrift “Bourgeois und Proletarier” folgendermaßen: “Unter Bourgeoisie wird die Klasse der modernen Kapitalisten verstanden, die Besitzer der gesellschaftlichen Produktionsmittel sind und Lohnarbeit ausnutzen. Unter Proletariat die Klasse der modernen Lohnarbeiter, die, da sie keine eigenen Produktionsmittel besitzen, darauf angewiesen sind, ihre Arbeitskraft zu verkaufen, um leben zu können.” Bisher hat es niemand geschafft, zu beweisen, dass diese Aussage heute nicht mehr zutrifft.
Ich werde mich hüten den wahren Kern dieser Aussage zu bestreiten. Wozu auch. Ich will wie schon zuvor darauf hinaus, das es den Besitzer der Produktionsmittel nicht mehr gibt oder besser, das er den Produktionsmitteln nicht mehr zuzuordnen ist. Nehmen wir Madeleine Schickedanz die rund fünfzig Prozent von KarstadtQuelle besitzt. Die Frauen die täglich über drei Stunden mit Bussen von und zur Arbeit in der Quelle-Kommissionierung in Fürth gekarrt werden und für einen 12-15 Stunden Tag eben nur acht Stunden miserabel bezahlt werden, können ihr trotzdem nicht zugeordnet werden. Sie lässt den Konzern verwalten. Nicht etwa über den Vorstandsvorsitzenden, der ist Angestellter, sondern über ihre Handlanger, die ihre Interessen durchsetzen, die aber niemand kennt.
Selbst in diesem einfachen Fall schaffen wir es kaum die Zusammenhänge herzustellen.
Daniel bemerkt weiter:
Solange er für den Besitzer der Produktionsmittel arbeitet, solange er selber keine Produktionsmittel besitzt, solange verkauft er seine Arbeitskraft als Ware an die Kapitalisten, solange wird er ausgebeutet. Da spielt auch der lächerliche Besitz von 5 rosa Aktien keine Rolle.
Den Besitzer der Produktionsmittel können wir leider nicht ausmachen. Wir verkaufen auch nicht mehr unsere körperliche Arbeitskraft sondern eine Mischung aus Erfahrung, Leistung, Wissen und Einsatzbereitschaft, die mit den Meßinstrumenten, die zur Akkordbestimmung in alten Zeiten benutzt wurden, nicht mehr meßbar sind. Arbeit hat in vielen Punkten ihre Vergleichbarkeit verloren. Selbst am Fließband und in der Zeche.
Natürlich ändert der lächerlichste Besitz etwas. Er symbolisiert Aufstieg. Weshalb wurde wohl der Begriff der Volksaktie erfunden. Natürlich um die Dummen zu fangen, aber auch um den Leuten vorzuspielen, das sie etwas zu verteidigen hätten. So hat Krupp schon seine Zechenhäuser für die Mitarbeiter gebaut. Gib einem Besitzlosen eine Ziege und er wird zum glühenden Verfechter des Besitzes.
Um eine Solidarität der Arbeitnehmer untereinander zu erreichen, auch die leitenden Angestellten sind übrigens Arbeitnehmer, fehlt also zum einen der Gegner und zum anderen steht der Schutzgedanke des eigenen Eigentums, der Stellung und der Ersparnisse im Wege. Das ist teuflisch gut gemacht und verhindert Solidarität in sehr weiten Bereichen.
Nehmen wir dazu die Medien, die von INSM und partikularen Interessen, wie der Familie Mohn gesteuert werden, mit den Wirtschaftsinstituten die alles beweisen, die Demoskopen die jede Jahrmarktswahrsagerin bei weitem übertreffen und ein Gebührenfernsehen das Handlanger einer gekauften Politikerkaste ist.
Deshalb werden ja sogenannte private Versorgungsformen wie Riesterrente gefördert und die Sozialversicherung immer mehr personalisiert. Wer Riester anlegt, muss ja die Interessen des vermeintlichen "Kapitals" vertreten, auch wenn er nur das wiederkaut, was andere, aus völlig anderen Interessen ihm vorgekauft haben.
Wir haben ihn also wirklich nicht mehr, den Proletarier und den Kapitalisten auch nicht. Zumindest nicht mehr für den normalen Bürger erkennbar.
Deshalb sind die alten Sätze vom Kampf des Proletariats gegen die Bourgeoisie auch nicht mehr vermittelbar. Auch wenn sie in ihrem Kern richtig sind. Sie passen nicht mehr in diese Zeit. Wer hat denn Christan Klars Kapitalismuskritik in seinem Grußwort zur Rosa-Luxemburg-Konferenz verstanden. Eine Handvoll alter Männer und Frauen. Weder die Sprache, noch die Inhalte sind vermittelbar. Das ist auch mein ständiger Vorwurf an die Kommunistische Plattform. Redet so, das die Menschen es mit der Bildung, die man ihnen gelassen hat, auch verstehen können.
Wie soll ich heutzutage jemanden mit einem Marx-Zitat begeistern und aufwecken, der Big-Brother und DSDS sieht und Bild liest. Ich erinnere mich noch, das ich als sehr junger Jugendlicher beim Bier einigen meiner Schützenbrüder Dutschke übersetzt habe. Rudi hatte Recht, aber er konnte nicht zu den Massen sprechen. Er kannte ihre Sprache nicht und sie verstanden seine Sprache nicht.
Nicht einmal annäherungsweise einig bin ich mit Daniel in seiner Betrachtung von Hoffnung und Sehnsucht:
Ich überspringe den Teil des Beitrages von Hoffen und Sehnen und komme zum Schluss. “Denn Träume und Hoffnungen geben Kraft aus der mit ein wenig Wut und Entschlossenheit auch wieder Freiheit wird.” Träumen und Hoffen, verehrter Herr Bloggerkollege, hat noch nie einen Menschen satt gemacht. Hätten Che&Castro gehofft und von einem freuen Kuba geträumt, wäre die Insel heute noch immer quasie Privatbesitz von Bapista. Die Wut und die Entschlossenheit müssen eines bedeuten: Kämpfen! Kämpfen! Kämpfen!
Che und Fidel konnten gegen etwas kämpfen und sich selbst und ein paar Getreue motivieren. Das Volk konnten sie aber nur mit einem Traum gewinnen. Erst als das Volk Hoffnung auf Veränderung hatte, war es bereit zu kämpfen.
Dieses dreifache Kämpfen erinnert mich an einen der letzten Fernsehauftritte Möllemanns wo er uns an seinen Gedanken mit dem Satz "Kämpfen Jürgen! Kämpfen Jürgen! Kämpfen!" mitteilte und an die RAF, bei der es irgendwann nur noch um den Kampf ging.
Kampf ist völlig sinnlos, wenn es keine Sache gibt für die gekämpft werden kann. Sozialismus und Kommunismus sind Wegmarken aus der Vergangenheit. Wir aber müssen Ausschau nach Wegmarken für die Zukunft halten. Natürlich wäre es dumm, die Fundamente die uns Marx und andere liefern dabei zu zerstören. Nein wir können auf ihnen gut aufbauen, aber wir müssen sie eben auch so umbauen, das sie in unsere Zeit passen und auch noch für die nähere Zukunft geeignet sind.
Wir brauchen eine neue theoretische Diskussion die sich an unserer Wirklichkeit orientiert. Das ist machbar Herr Nachbar. Daraus lassen sich in unserer Sprache und innerhalb unserer Welt neue Ziele definieren. Neue Ziele und Träume bedeuten neue Hoffnung. Hoffnung bedeutet Kraft. Kraft ist die Grundlage um etwas zu verändern.
Kommunismus ist nichts statisches
Das rote Blog das sich selbst den Untertitel SOZIALISMUS 2.0 (beta) gibt, zitiert zu seinem ersten Geburtstag die Faschismusbeschreibung aus dem Programm der Kommunistischen Internationale (1928).
Im Grunde genommen kann der gesamte Auszug so wie er da steht, auf unsere heutige Situation und den neoliberalen Wirtschaftsfaschismus angewandt werden. Das bedeutet im Klartext, das wir seit 1928 nicht sehr weit in unserer Entwicklung gediehen sind.
Gleichzeit stellt der Besitzstandswahrer betrübt fest, das die Menschen keine Lösungen wollen, sondern Versprechungen und Hoffnungen.
Karl Marx starb am 14. März 1883 in London und Ernesto Che Guevara wurde am 9. Oktober 1967 in La Higuera, Bolivien im Auftrag der USA ermordet.
Das sind die unbestreitbaren Fakten. Wir haben einen seit 127 Jahre toten Philosophen und einen 50 Jahre toten Revolutionär. Auch wenn Karl Marx viele wichtige Dinge gesagt hat, so kommt er doch aus der Gründerzeit der Eisenbahn und das was der PC neben meinem Schreibtisch leistet, war während der Lebenszeit Che Guevaras überhaupt nicht vorstellbar. Die Messehallen in ganz Deutschland hätten zusammen nicht ausgereicht um solch einen Rechner aufzubauen, vom Stromverbrauch und der Störungsanfälligkeit gar nicht zu sprechen.
Auch wenn vieles was Karl und Ernesto gesagt haben, bis heute gültig ist, so stammt es in seiner geistigen Verankerung aus einer völlig anderen Zeit. Ein Begriff wie Bourgeoisie ist genauso tot wie Karl Marx und der Begriff Arbeiterklasse. Das sind Worte und Definitionen aus der Vergangenheit, an denen wir in falsch verstandener Treue festhalten.
Kein Mensch käme auf die Idee mit der Pferdekutsche zu Terminen zu fahren oder sich auf die Informationstechnologie aus den Zeiten von Che zu beschränken. Weshalb dann also diese ständigen geistigen Grenzen. Wir müssen die Mauern der Begriffe einreißen, die auf unsere Zeit einfach nicht mehr anwendbar sind.
Es gibt das Bürgertum des Karl Marx nicht mehr oder bestenfalls noch in aussterbenden Resten. Das Kapital wird mit zunehmender Geschwindigkeit auf immer weniger Menschen zusammengefasst, die nur noch wenige Handlanger brauchen und bezahlen.
Es gibt den Arbeitgeber des Karl Marx nicht mehr, weil die kleinen privaten Unternehmer auch nur noch Lohnsklaven oder wie man so schön sagt verlängerte Werkbank der Großen sind. Die Großunternehmen, deren Konzentration der Staat auch noch fördert, gehören niemandem mehr und lassen sich auch nicht mehr kontrollieren. Auch wenn es formal Aktionäre gibt, so sind diese doch machtlos. Die Macht gehört den Banken und anderen Kapitalsammlern und wird durch Vorstände wahrgenommen, die sich gegenüber niemandem verantwortlich fühlen und auch von niemandem verantwortlich gemacht werden.
Die Arbeiterklasse des Karl Marx mit ihren vielen Unterteilungen und Schichten gibt es schon lange nicht mehr. Es gibt zeitweilig Beschäftigte, bei denen die Art der Beschäftigung und die Entlohnung kaum noch etwas mit Qualifikation und Können zu tun hat, sondern von Faktoren wie gewerkschaftlicher Vertretung im Betrieb, momentaner wirtschaftlicher Situation und Glück bestimmt wird. Aber diese Gruppe der Beschäftigten hat keine Sicherheit und wird ständig durchmischt.
Die Welt hat sich geändert und anstatt den Rohstoff den uns die Arbeiterführer, Karl und Ernesto gegeben haben, weiterzuentwicklen, lamentieren wir lieber darüber, das der Mensch sich angeblich nicht nach dem Plan entwickelt. Dabei ist doch klar, wenn etwas nicht nach Plan läuft, dann ist der Plan falsch. Der Plan ist aber keine Hostie, kein Heiligtum sondern ein Werkzeug, nur Mittel zum Zweck.
Man macht einen Plan um ein Ziel zu erreichen. Ein Plan beschreibt den Weg von einem Zustand in einen anderen und nicht mehr. Die Planungsstrategen des real existierenden Sozialismus haben uns doch gezeigt, wohin der Glaube an den Plan und dessen unbedingte Durchsetzung führt. In die Unfreiheit, Armut und das Chaos.
Ernst Bloch hat uns mit seinen Prinzip Hoffnung und der konkreten Utopie ein Stück weitergeführt und vielleicht waren seine Schüler wie Braun, Holz, Zehm und Zwerenz nicht stark genug um weitere echte Wegmarken zu setzen. Es kann aber auch sein, das wir die Wegmarken nur gelangweit übersehen haben, weil wir ein Ziel am Horizont suchen und nicht vor unseren Füßen.
Meinen Kindern bringe ich bei auf den Weg zu achten, damit sie nicht auf die Nase fallen. Vielleicht sollten wir uns genau das in philosophischem Sinne erst einmal selbst beibringen. Anstatt nach dem Licht zu suchen, sollten wir Licht sein. Anstatt die Hoffnungen und Sehnsüchte der anderen zu verachten, sollten wir uns fragen, was wir zu deren Erfüllung tun können.
Jedes kleine Mädchen will Prinzessin werden und viele kleine Jungs Astronaut oder Lokomotivführer. Das sind gesunde Träume und Hoffnungen auch wenn sie sich nicht erfüllen. Menschen ohne Hoffnung sind tot, auch wenn sie noch atmen.
Das ist doch der Grund warum die neoliberalen Menschenverächter, den Leuten die Hoffnung nehmen und eine Hiobsbotschaft nach der anderen servieren. Sie haben Angst vor der Hoffnung. Denn Träume und Hoffnungen geben Kraft aus der mit ein wenig Wut und Entschlossenheit auch wieder Freiheit wird.
Wenn wir den neoliberalen Wirtschaftsfaschismus und seine Handlanger besiegen wollen, müssen wir den Menschen die Hoffnung und das Vertrauen zurückgeben. Das der planwirtschaftliche Sozialismus gescheitert ist, bedeutet doch nicht, das die gesamte Idee tot ist. Es ist nur ein Plan gestorben, der schon tot war, als er geplant wurde.






















