Von oben herab
Rebecca Evans am 1. Juni 2009, veröffentlicht am 2. Juni 2009
Politik ist, etwas von "oben herab" zu verändern. Die Argumentation zur Zementierung von Regeln ist dabei denkbar einfach. Man ist versucht dem geeigneten Wähler ein schlechtes Gewissen einzureden. Dass man, wenn man dem neuesten Vorschlag zur Reglementierung einer bestimmten Angelegenheit kritisch gegenüber steht oder gar etwas dagegen hat, nicht vernünftig wäre. Regelmäßig appellieren deshalb die Politiker aller Parteien an unser Bewusstsein und stellen unsere Auffassung von "Vernunft" damit in Frage. Sicher dessen, daß man ihre eigene Vernunft dabei nicht in Abrede zu stellen hat, denn einzig ihre Ansicht von "Vernunft" ist es, die als richtig erachtet werden muss. Damit wird dem Wahlvolk unterstellt, jeglicher Art der Selbstbestimmung nicht fähig zu sein, was wiederum die Plutokratie notwendig macht -sie legitimiert. Ein Staat in dem der Bürger das Wesen der Selbstbestimmung verliert und durch obere, finanziell besser gestellte Bürger übergestülpt bekommt was er zu tun und zu lassen hat, hat nur noch wenig mit Demokratie zu tun. Man macht die Bürger zu unfähigen, sich nicht unter Kontrolle habenden Individuen, deren einzige Aufgabe lediglich darin besteht wählen zu gehen.
Ähnlich verhält es sich mit dem Grundrecht der Bürger auf Gleichheit. Dort wo der Besserverdienende allein dadurch straffrei bleibt, herrscht gegenüber dem normalen Bürger ein Ungleichgewicht, da er es sich nicht "leisten" kann, der Strafe zu entkommen. Dort wo es auf Grund mangelnder finanzieller Mittel zu einer Einschränkung, zu einer Ungleichbehandlung von Grundrechten kommt, kann nicht von einer Demokratie gesprochen werden.
["Von oben herab" mehr »]
"Besuchen Sie Europa.. - solange es noch steht"
Was zur Zeit der "Neuen deutschen Welle" in den '80ern noch der Partybrüller war, steht heute für die europäische Politik synonym. Zugegeben, zwar rasseln noch keine Pershings durch die griechische Götterwelt, ganz so weit hergeholt ist diese Textpassage der im Sturzflug fliegenden Geier jedoch nicht. In Griechenland brennt noch immer die Luft, - und nicht nur sie. In deutschen Landen dagegen begegnet man eher den besonneneren Systemkritikern. Wenngleich sie laut sind, so sind sie - im Verhältnis gesehen - immer noch viel zu leise.
Nicht nur die Wirtschaftskrise lässt sie mit zunehmender Ruhe so gut wie kalt. Auch erste Anzeichen der sich schleichend auflösenden Demokratie werden mehrheitlich hingenommen. Ganz nach dem Motto "Was stört es eine deutsche Eiche, wenn ein paar Schweine sich an Ihr kratzen?"
[""Besuchen Sie Europa.. - solange es noch steht"" mehr »]
Wir trinken uns Gesetze schön
Es war einmal.. 60 Jahre deutsche Einheit. Ehm, sorry - Grundgesetz. Ein Grund zum Feiern. Naja, eine so große Gelegenheit ist es für manch einen dann doch nicht. Nicht nur im westlicheren Teil Deutschlands gibt man sich nostalgisch. Und darauf trinken wir dann doch Einen!!
Und wenn wir nicht vorzeitig ableben, dann trinken wir auch morgen noch unser Grundgesetz schön.
["Wir trinken uns Gesetze schön" mehr »]
Wider alles Menschenrecht
Kurz: Gegen Menschen und ihre Rechte.
Der deutsche Staat lässt es zu, sich damit identifizieren lassen zu müssen. Das politische Handeln ist eindeutig, die Richtung offensichtlich.
Wieder werden Versammlungen eingeschränkt, bis unmöglich gemacht. Wieder werden systemkritische Stimmen zensiert oder als ahnungsloses Idiotentum abgetan. Und wieder wird das Vortragen von Kunst verboten, weil sie angeblich falsche Meinung transportiere. Immer noch werden Menschen ob ihres Rechtes auf Demonstration beleidigt, verprügelt, gefoltert, strafverfolgt und letztlich ihres Rufes in der Gesellschaft - ungerechtfertigt - geschädigt.
Wieder müssen Menschen Angst haben, wegen ihrer Meinung strafverfolgt oder öffentlich brüskiert zu werden - ja einige fürchten um ihr Leben. Wieder werden - hier in Deutschland - Menschen aus anderen Kulturen verfolgt und diskriminiert. Ja, man fordert bereits wieder das Anzünden von religösen Häusern, und dies wird nicht strafrechtlich verfolgt - es wird geduldet, schlimmer noch: es wird durch die Polizei unterstützt. Die gleiche Polizei, die wieder "Scheiß-Studenten" brüllt.
2009 - Made in Germany!
["Wider alles Menschenrecht" mehr »]
Aufgelesen 161
● Foodwatch schlägt Alarm: Uran in Mineralwasser
● Nachtigall, ick hör' dir trapsen
● Alter Wein in neuen Schläuchen
● Nur ein blonder Arier ist ein guter Arier
● Thüringen: CDU kippt Landesprogramm gegen Rechtsextremismus
● Modediscounter kik prüfte Finanzlage seiner Mitarbeiter
["Aufgelesen 161" mehr »]
Wuppertal: Unverhältnismäßiger Polizeieinsatz auf der autonomen 1. Mai - Demonstration
Pressemitteilung vom 3.05.09: Bündnis gegen Polizeigewalt auf der 1. Mai - Demo in Wuppertal
Das Bündnis gegen Polizeigewalt verurteilt den provokativen und unverhältnismäßigen Polizeieinsatz auf der autonomen 1. Mai - Demo in Wuppertal. Das Bündnis wirft der Polizei massive Verstöße gegen das Versammlungsrecht, Straftaten und Wortbruch vor und erklärt die zuvor vereinbarte Vermittlung für gescheitert. Das Bündnis und seine Beobachter resümieren und stellen Fragen.
Polizeiliches Vorgehen in Wuppertal zeichnet sich durch eine harte Linie aus. Letztes Jahr endete die 1.Mai-Demonstration mit einem massiven Polizeieinsatz und Massenfestnahmen von 199 Personen. Am 17. März 2009 gab es gegen das Autonome Zentrum unter dem Vorwand des Jugendschutzes eine Razzia mit über 200 eingesetzten Kräften aus Polizei, Ordnungsamt und Zoll. Es war daher für diese 1.Mai-Demonstration wieder mit einem harten Vorgehen der Polizei zu rechnen.
Daher hatte sich ein Bündnis gegen Polizeigewalt aus über 10 sozialen und politischen Organisationen gegründet, mit dem Ziel, dass es dieses Jahr zu einem Demonstrationszug in Wuppertal kommen kann. Im Vorfeld der Demonstration gab es unter der Vermittlung des Bürgermeisters Lorenz Bahr ein Gespräch zwischen dem Bündnis und der Polizeieinsatzführung, in welchem letztere einen zurückhaltenden und deeskalierenden Kurs sowie jederzeit die Möglichkeit zur direkten Kommunikation zwischen Polizeiführung und Vermittlern zugesagt hatte.
["Wuppertal: Unverhältnismäßiger Polizeieinsatz auf der ... »]
Atomkraftgegnerin in Braunschweig inhaftiert
UNSER-BRAUNSCHWEIG vom 4. April 2009, Seite 6/7:
Cécile Lecomte, Spitzname Eichhörnchen, ist eine junge Sportkletterin aus Frankreich und Mitglied der Umweltorganisation Robin Wood. Sie hatte in Gorleben Abseilen von einer Brücke gegen Castor-Transport demonstriert. Sie wurde festgenommen und für drei Tage in Braunschweig inhaftiert, damit sie an der Haupt-Demonstration nicht teilnehmen konnte.> hier der sehr persönliche Bericht von Cécile Lecomte...
["Atomkraftgegnerin in Braunschweig inhaftiert" mehr »]
Kein Frieden mit der NATO-Kriegspolitik!

AUFRUF DES AKTIONSBÜNDNISSES GEGEN DIE NATO-SICHERHEITSKONFERENZ 2009
siehe auch: Aufruf: Nein zum Krieg! Nein zur NATO
Sie reden von 'Sicherheit', doch ihre Politik bedeutet Krieg, Folter und Militarisierung: Auch im 60. Jahr des Bestehens der Nato treffen sich in München wie jedes Jahr hochrangige MilitärstrategInnen und RegierungsvertreterInnen der EU- und NATO-Staaten mit RüstungslobbyistInnen zur sogenannten "Sicherheitskonferenz". Abgeschirmt durch Absperrgitter, Wasserwerfer und Polizeihundertschaften kommen sie im Münchner Nobelhotel Bayrischer Hof zusammen, um globale Militärstrategien, Kriegseinsätze und Rüstungsgeschäfte abzusprechen.
Dem stellen wir uns mit vielfältigem und kreativem Protest und Widerstand entgegen!
Die Proteste gegen die Münchner Sicherheitskonferenz 2009 sind gleichzeitig der Auftakt für die internationale Mobilisierung gegen die NATO-Propaganda-Show am 4. April in Straßburg.
["Kein Frieden mit der NATO-Kriegspolitik!" mehr »]
Neues Versammlungsrecht: Offener Brief an die Niedersächsische FDP-Fraktion
Offener Brief an die FDP-Fraktion im Niedersächsischen Landtag
Sehr geehrter Herr Jörg Bode,
sehr geehrter Herr Philipp Rösler,
sehr geehrte Damen und Herren,
als Teil der Niedersächsischen CDU-FDP-Landesregierung werden Sie in nächster Zukunft ein neues Versammlungsgesetz für unser Land in den Landtag einbringen.
Anlässlich Ihres diesjährigen Neujahrsempfangs möchten wir, die Ortsgruppe Hannover des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung, Sie noch ein weiteres mal ausdrücklich darum bitten, für einen verfassungsgerechten und grundrechtswahrenden Gesetzesentwurf zu sorgen und diesen baldmöglichst der Öffentlichkeit zur Diskussion zur Verfügung zu stellen.
Wir wählen hierzu die Form eines Offenen Briefes, weil die Veröffentlichung dieses Entwurfes noch immer nicht erfolgt ist, obwohl das Gesetzgebungsverfahren laut Angaben unseres Niedersächsischen Innenministers Uwe Schünemann bereits in diesem Monat begonnen werden soll.
Uns liegt ein Entwurf zu diesem Gesetz vor, bei dem es sich allerdings nicht um eine offizielle Veröffentlichung der Landesregierung handelt. Darum wissen wir nicht, ob er der Gesetzesentwurf Ihrer Koalition ist. Es sieht allerdings danach aus, denn der Entwurf ähnelt in vielen Punkten den bereits verabschiedeten Landesgesetzen von Bayern und Baden-Württemberg.
Mit diesem Gesetzesentwurf wird die unrühmliche Serie der bisherigen Landesgesetzgebungsverfahren von Bayern über Baden-Württemberg bis nach Niedersachsen fortgesetzt.
Die FDP Niedersachsen würde - falls dieser Entwurf Gesetzeskraft erlangt - dann in vielen Punkten der Verfassungsklage gegen das bayrische Versammlungsrecht blanken Hohn spotten und Ihrer bayrischen FDP-Landespartei in den Rücken fallen, die eine der vielen KlägerInnen dieser Verfassungsklage ist.
Es ist im juristischen Kreise unstrittig, dass die Neuordnung des Versammlungsrechts auf Länderebene nicht zu einer simplen Übernahme des ansonsten und zuvor gültigen "Bundes-"Versammlungsgesetzes (Gesetz über Versammlungen und Aufzüge vom 24.7.1953, zuletzt geändert am 15.11.1978) führen sollte, sondern dass die zwischenzeitlich zahlreich erfolgten Rechtsprechungen (z. B. den Brokdorf-Beschluß des Bundesverfassungsgerichts vom 14. Mai 1985) eingeflochten werden sollten.
Der uns vorliegende Entwurf geht allerdings weit darüber hinaus und führt zu einer - aus unserer Sicht nicht
verfassungskonformen - Beeinträchtigung der Versammlungsfreiheit in seinem Wesensgehalt.
Dieser Gesetzesvorschlag ist nicht versammlungs- sondern behördenfreundlich und interpretiert das Versammlungsrecht als reines Polizei- und Ordnungsrecht unter Eingriffsgesichtspunkten fehl.
Diese Behauptung möchten wir im folgenden konkretisieren:
["Neues Versammlungsrecht: Offener Brief an die Niedersächsische ... »]





















