Citizenking wechselt die Radiostation
Am Samstag ist es soweit: DJ Citizenking wechselt von 'Partisanradio' zu 'Sofort-Radio-Live' und hat seine erste Sendung von 14 bis 16 Uhr !
["Citizenking wechselt die Radiostation" mehr »]
Kein Riesenrad für Berlin
Es war am 1.Februar 2007 als Delbrück Bethmann Maffei AG, die zur ABN AMRO Gruppe gehört, für ihren Fond "Global View" ein Nachtragspapier herausgab. 100 Millionen Fondanteile sollten mehr herausgegeben werden, um auch ein Riesenrad in Berlin auf dem alten Wirtschaftshof des Zoos errichten zu können.
Riesenräder sind toll wie das in London zeigt und alte wie das im Wiener Prater sind noch toller, weil längst bezahlt. Berliner Politiker überschlugen sich vor Freude. Die Mahner wurden übertönt und Duckhome ist derartigen Kummer in Berlin so gewöhnt, dass keine Veranlassung bestand das Thema überhaupt aufzugreifen. Werfen wir das Geld eben durch ein Riesenradfenster. Kein Problem. Weg ist es sowieso für Wowereits SchickiMicki Gesellschaft aus C-Prominenz und zweifelhaften Sportlern. ["Kein Riesenrad für Berlin" mehr »]
Der traurige Kampf des Sascha Lobo um ein wenig Aufmerksamkeit
Jemand, der sich selbst einer "digitalen Bohème" zuordnet, muss im Deutschland der Pflichterfüllung schon ein wenig Mut mitbringen - oder sucht einfach nur eine gute Ausrede dafür, dass er nichts bewegen will. Beginnen wir doch einfach mal mit dem Begriff Bohème.
Der Begriff Bohème bezeichnet eine Subkultur von intellektuellen Randgruppen – in denjenigen industriellen oder sich industrialisierenden Gesellschaften des 19. und 20. Jahrhunderts, die ausreichend individualistischen Spielraum gewähren und symbolische Aggressionen zulassen – mit vorwiegend schriftstellerischer, bildkünstlerischer und musikalischer Aktivität oder Ambition und mit betont un- oder gegenbürgerlichen Einstellungen und Verhaltensweisen. Bedeutende und unbedeutende, berühmte, berüchtigte und unberühmte Autoren und Künstler zählen dazu: die Boheme ist keine ästhetisch-kritische, sondern eine sozialgeschichtliche Kategorie (Helmut Kreuzer: Boheme: V).["Der traurige Kampf des Sascha Lobo um ein wenig Aufmerksamkeit" mehr »]
...
Diese Art zu leben ist vor allem verbreitet in Künstlerkreisen, wie z. B. bei Malern, Dichtern und Literaten, aber auch bei Studenten. Bürgerliche Töchter und Söhne verweigerten sich oft den Normen und Gepflogenheiten ihres Elternhauses und ihrer Klasse und lebten das Leben eines Bohémiens, das häufig als authentischer, eigenständiger, ursprünglicher und weniger entfremdet erlebt wurde.
Wie dämlich darf ein Richter in Deutschland sein?
Das Urteil des Landgerichtes Karlsruhe, nach dem auch mittelbare Links Durchsuchungen und andere Maßnahmen der Justiz erlauben, ist mittlerweile wohl jedem bekannt. Genauso dürfte mittlerweile auch jeder begriffen haben, dass die Keksgräfin Ursula von der Leyen mit ihrer Sperrung von Internetseiten wegen Kinderpornographie nur einen Vorwand für Internetzensur wollte.
Beides fügt sich jetzt sehr schön zusammen. Wer von einer Internetseite auf eine andere verlinkt, ist immer Bestandteil des gesamten Internets und über dieses ganz sicher auch immer mit irgendwelchen strafbaren Seiten verlinkt. Das Landgericht Karlsruhe wollte die Zensur nun endlich festschreiben und hat mit seinem Urteil dies auch getan. Es ist ein Zensururteil und soll dazu dienen, das jeder, der ein freies Wort im Internet wagt, sofort verfolgt und in seiner Existenz zerstört werden kann. Dieses Ziel ist formaljuristisch auch erreicht. ["Wie dämlich darf ein Richter in Deutschland sein?" mehr »]
Beides fügt sich jetzt sehr schön zusammen. Wer von einer Internetseite auf eine andere verlinkt, ist immer Bestandteil des gesamten Internets und über dieses ganz sicher auch immer mit irgendwelchen strafbaren Seiten verlinkt. Das Landgericht Karlsruhe wollte die Zensur nun endlich festschreiben und hat mit seinem Urteil dies auch getan. Es ist ein Zensururteil und soll dazu dienen, das jeder, der ein freies Wort im Internet wagt, sofort verfolgt und in seiner Existenz zerstört werden kann. Dieses Ziel ist formaljuristisch auch erreicht. ["Wie dämlich darf ein Richter in Deutschland sein?" mehr »]
Eigenwerbung, bis die Schwarte kracht
Es gibt Leute, die sich für Blogger halten und die nichts und niemanden in Ruhe lassen, bis nicht irgendwie eine Presseerwähnung rauszuschinden ist. Ich will mich gar nicht darüber auslassen, wen ich meine, aber ein Text solcher Art ist ein Armutszeugnis sondergleichen:
Auf der Domain "völlig egal" in "Irgendwo" halte ich heute einen Vortrag über “Fußpilz mit Mundgeruch″. Dazu habe ich ein paar Thesen und eine Präsentation gebaut. Die Präsentation macht aufgrund der vielen Screenshots wahrscheinlich mehr Sinn, wenn ich zu den Folien rede. ["Eigenwerbung, bis die Schwarte kracht" mehr »]
Hausmitteilung - HandlangerIn gesucht
Nein, keine Schweinereien. Aber irgendwie wächst uns bei Duckhome die Arbeit über den Kopf. Man möchte so gerne über dieses und jenes berichten, da müsste dringend mal was am Design gemacht werden, es gibt Geschwindigkeitsprobleme, an einigen Stellen steigt der Traffic aus unerklärlichen Gründen. Trotzdem bleibt die Welt eigensinniger Weise dabei, dass der Tag nur 24 Stunden hat.
Irgendwie hat Duckhome nun einen Punkt erreicht, wo es zu groß für einen kleinen Block ist, aber gleichzeitig viel zu klein für einen großen Blog. Leserzahlen zwischen 1.800 und 3.600 täglich plus stabil 600 Feedbezieher sind toll und machen Mut. Da haben sicherlich auch die neuen Autoren eine Menge zu beigetragen. Wahrscheinlich hilft es dem Blog auch, das wir leider in so "interessanten" Zeiten leben. ["Hausmitteilung - HandlangerIn gesucht" mehr »]
Hausmitteilung - Blogs und soziale Netzwerke
Es hat sich bei einigen Artikeln auf Duckhome gezeigt, das es schade ist, dass eine Diskussion in den Kommentaren immer nur für wenige Tage geführt werden kann, weil die Beiträge dann soweit nach hinten rutschen, das sie nur noch selten von neuen Lesern erreicht werden. Normalerweise beschäftigt sich ein Block mit Tagesereignissen und wenn etwas schon einmal hier gesagt wurde, wird auch auf alte Beiträge verlinkt.
Das reicht für das tagespolitische Geschehen vollständig aus. Allerdings bedeutet es auch, das Blogs immer nur reaktiv sind, vielleicht gedanklich etwas anstoßen, aber nach einer kurzen Welle alles wieder verebbt. Natürlich gibt es die Verlinkung der Blogs untereinander und auch eine gute Zusammenarbeit zwischen einigen Blogs. So werden einige Themen etwas länger hoch gehalten. ["Hausmitteilung - Blogs und soziale Netzwerke" mehr »]
Aufgelesen: 68
• Bürgerjournalismus'
• Helferlein Rechtschreib
• Der beste Freund des Menschen
• So lügt Udo Ulfkotte
• Sie hatte zehn Taschen ["Aufgelesen: 68" mehr »]
Schmutzige Seiten im Netz
Das Internet ist ein Abbild der Gesellschaft. Licht und Schatten werden auch Netz im abgebildet. Über lange Zeit war Sachkenntnis eine Einstiegshürde, welche die Zahl der Dummen und Trolle beschränkte. Heute sind keine besonderen Kenntnisse mehr nötig und jeder der will kann im Netz sein. Das ist gut, weil so viele neue und interessante Ideen von nicht technikaffinen Leuten auftauchen. ["Schmutzige Seiten im Netz " mehr »]
Aufgelesen: 62
• Amerikaner lassen Bio-Lebensmittel in den Regalen
• Intel demonstriert Stromübertragung ohne Kabel
• Mit Sat.1 bei den Sozialschmarotzern
• mini serie: warum liebe bahn? - heute: sitzplatzreservierungen #1
• Schreiben im WWWeb ["Aufgelesen: 62" mehr »]
Aufgelesen: 61
• Meine ersten Erfahrungen mit identi.ca
• Die Geschichte vom König mit dem Steingesicht
• Bildungsauftrag
• Die SPD sucht einen Wunderheiler
• Was darf eine Jüdin in Deutschland gegen Israel sagen? ["Aufgelesen: 61" mehr »]
Alle wollen den Jubiläums-Esquire oder die Geburt einer neuen Computergeneration
Der Esquire gehört in Deutschland nicht zur normalen Lieblingslektüre. Schon gar nicht in der Totholzausgabe. Aber diesmal ist alles anders. Diesmal soll die Titelseite der Printausgabe ein biegsames Display der Firma E-Ink sein. Der Herausgeber des Esquire David Granger setzt sich sehr für die Technologie ein. ["Alle wollen den Jubiläums-Esquire oder die Geburt einer neuen ... »]
Alle Macht für GroupM und AdScale und natürlich alle Gewinne
Man nennt es Konzentration der Kräfte und bastelt doch nur fleißig an einem Quasi-Monopol. Normalerweiser sind die Werber hier nur ein Thema wenn sie beschimpft werde können oder irgendjemand mal wieder eine rauschende Pleite hingelegt hat. Da ich aber seit einiger Zeit überlege hier auch Werbung zu schalten, habe ich mich natürlich umgesehen und bin auch auf AdScale gestoßen.
Nicht meine Welt, aber das hat in Sachen Werbung nicht viel zu besagen. Ich bin Longtail und von diesem Geschäft scheinbar nicht betroffen. Dann bekam ich allerdings eine anonyme Mail von jemanden der richtig in Wut geraten ist und die ich hier einfach mal veröffentliche, wie es sicher auch gedacht war:
GroupM und AdScale - eine hochexplosive Verbindung....
Der "Marktplatz für Onlinewerbung" AdScale hat eine Kooperation mit dem Agenturnetzwerk GroupM bekannt gegeben. Was viele Vermarkter bereits wussten, ist nun also offiziell. Ab sofort wird die GroupM mit ihren Agenturen Mediacom, Mindshare und Mediaedge:CIA ihre Buchungen "bevorzugt" über AdScale abwickeln. Zukünftig werden Buchungsanfragen der Agenturgruppe über das AdScale-System automatisch generiert und ersetzen bei Standardbuchungen den längeren Abstimmungsprozess per Email, Fax oder Telefon. Klingt gut und einfach.
Übersetzt heißt das aber allerdings, dass einige der wichtigsten Agenturen in Deutschland hinter dem Rücken vieler kleiner und mittelgroßen Vermarkter arbeiten wollen und werden.
Ob das der richtige Weg ist, darüber kann man streiten. Auch wenn man sich mit so einem Posting bei der GroupM Feinde macht, möchte ich an dieser Stelle meine ganz eigene Gedanken zu dieser so genannten Kooperation niederschreiben, denn mir stellen sich bei solchen Meldungen die Nackenhaare auf.
Wenn der gemeine Vermarkter direkt an den Kunden (z.B. Coca Cola, Apple oder Volvic) geht, schreit der Mediaplaner entrüstet auf, und es drohen mitunter sanktionelle Konsequenzen. Wenn aber die Agentur an die Webseitenbetreiber (also den Kunden der Vermarkter) treten - dann scheint das völlig in Ordnung zu sein. Anders jedenfalls lässt es sich nicht erklären, warum viele Portale und Sites direkt von den Agenturen der GroupM per Mail angeschrieben werden und - überspitzt ausgedrückt - genötigt werden, sich bei AdScale anzumelden.
Folgende Mails ging zum Beispiel von Arno Schäfer, Geschäftsführer Beyond Interaction an viele Portale und Websites, welche allesamt bei Vermarktern unterVertrag stehen:
>>Sehr geehrter Geschäftspartner,
zur Vereinfachung der Buchungsabläufe zwischen Beyond Interaction und den Betreibern kleiner und mittelgroßer Websites, haben wir uns für die Nutzung einer skalierbaren Infrastruktur entschieden, die für beide Seiten die Prozesse vereinfacht.
Diese Plattform ist AdScale: www.adscale.de .
Da wir unsere Buchungen in diesem Marktsegment ab dem 01.07.2008 bevorzugt über diese Plattform abwickeln werden, möchten wir Ihnen empfehlen, dort einen Teil Ihres Inventars bzw. Ihrer Werbeflächen einzustellen. Damit stellen Sie sicher, dass wir Ihre Website weiterhin wie gewohnt im Rahmen unserer Kampagnen belegen können.
Entsprechende Buchungsanfragen und der Preisfindungsprozess werden über das AdScale System per Mail abgebildet und ersetzen bei Standardbuchungen den bisherigen Abstimmungsprozess. Für die Einbindung Ihrer Website in das AdScale-System hat AdScale unter Tel. 089 33066810-390 eine technische Hotline für Sie eingerichtet.
Haben Sie generelle Rückfragen wenden Sie sich bitte unter 0211 9387-7377 an GroupM.
Wir würden uns freuen, wenn Sie für sich die Vorzüge der Plattform für sich erkennen und auf unsere Empfehlung eingehen. Damit schaffen Sie die Basis für eine optimierte Zusammenarbeit mit uns, die beiden Seiten gleichermaßen einen Mehrwert bringt.
Ich bedanke mich für Ihre Unterstützung und verbleibe mit den besten Grüßen
Arno Schäfer
Beyond Interaction
Geschäftsführer <<
Weitere Mails mit gleichem Wortlaut sind auch von Mediaedge im Umlauf.
Dieses Vorgehen - mit dem Wissen, dass die angeschriebenen Portale durch - den Agenturen durchaus bekannte - Vermarkter betreut werden, finde ich ziemlich unfair und auch geschäftsschädigend! Zumal die Preisstruktur bei AdScale alles andere als marktüblich ist. Für Restplatzvermarktung akzeptabel, für die angesprochenen Seiten jedoch stark in Richtung Dumping driftend.
Anders formuliert würde ich sagen, dass der einzige Gewinner dieses Marktplatzes wohl eher GroupM ist. Denn hier handelt es sich meiner Meinung nach nicht um Abstimmungsprozesse, sondern vielmehr um das Sparen von Vermarkterprovisionen und das Senken von marktüblichen TKPs.
Vielleicht sollten die Vermarkter mit einem "Marktplatz für Direktkunden" kontern. Hier könnte man ebenfalls erhebliche Einsparungen - nicht nur - bei den Abstimmungsprozessen erreichen...
Man kann den angeschrieben Seiten nur empfehlen nicht auf solch unseriöse Anfragen zu reagieren. Wenn sich AdScale und das Vorgehen von GroupM in unserem Markt durchsetzten, hat das gravierende Folgen für alle Online-Vermarkter und deren Mitarbeiter.
Was hier versucht wird, sollte spätestens jetzt relativ klar sein. Direkte Geschäfte mit den Websitebetreibern zu Dumping-Konditionen zu Lasten der kompletten Vermarkter-Branche. Ein Vorgehen mit mafiösen Strukturen, die ALLE Online-Vermarkter aufs schärfste verurteilen sollten.
Normalerweise hätte ich hier leise gegrinst, hätte was von persönlichem Pech gebrabbelt und wäre fröhlich pfeifend meiner Dinge nachgegangen, während sich die Werber gegenseitig platt machen. Ich bin ja eigentlich nicht betroffen. Nach einem zweiten Lesen, fiel mir dann auf, dass ich und der gesamte Longtail genauso betroffen sind, wie die Leute die mit Tausenderkontakten und Klickpreisen durchaus Geld verdienen.
Denn wenn man sich die Entwicklung der GroupM anschaut dann baut sie ihre Marktmacht, durch Kooperationen und Übernahmen mit großer Geschwindigkeit aus. Der Deal mit AdScale, die Geschichte mit Quisma anschaut, dann läuft alles auf Konzentration hinaus.
Der seltsame Brief von Arno Schäfer Geschäftsführer der Beyond Interaction ist nun auch alles andere als vertrauenserweckend. Das AdScale im weitesten Sinne über die Holtzbrinck Ventures mit Holtzbrinck verbandelt ist, lässt für die kleinen Anbieter von Werbeflächen oder gar den Longtail nichts gutes vermuten.
Natürlich wird jetzt wieder die alte Geschichte kommen, das durch die Konzentration Marktmacht entsteht und damit bessere Preise beim Werbetreibenden erzielt werden können. In der Realität wird es genau so laufen wie beim Sterben der kleineren Geschäfte. Der Gewinn wird bei den Großen angesammelt, die Preise steigen und die Kundenzufriedenheit sinkt.
Natürlich kosten die kleineren Vermarkter Geld. Das Geld das durch das Ausschalten dieser Vermarkter gespart wird, kommt aber keinesfalls den Anbietern von Werbeflächen im Netz zugute. Es bleibt bei GroupM und Adscale. Dazu kommt das binnen kürzester Frist von denen die Einkaufspreise gesenkt werden, weil sie ja die Marktmacht haben.
Am Ende bekommen viele weniger Geld als heute und die meisten müssen noch dankbar sein, wenn sie überhaupt etwas bekommen. Das kann keinen ruhig schlafen lassen. Das ich mit AdScale keine Geschäfte mache, war schon vorher klar, aber ich kann auch alle anderen nur dringend dazu auffordern, die eigenen Geschäfte mit AdScale unter diesen Bedinungen neu zu überdenken.
Das gleiche gilt natürlich auch für die Werbetreibenden, die sich darüber klar sein müssen, das der Aufbau eines Quasi-Monopols durch die GroupM und AdScale ihren Aufwand mit Sicherheit erhöhen wird, weil Monopole immer teurer sind als freie Märkte. Dazu kommt noch, das Monopole meist schlechtete Leistung bieten, weil sie ja keinen Wettbewerb fürchten müssen.
Natürlich bin ich irgendwie stolz - Deutsche Blogcharts


Selbstverständlich ist das nur ein bedeutungsloser Schwanzvergleich und drei gute Kommentare sind sehr viel mehr wert. Überhaupt die sauren Trauben. Natürlich habe ich immer mal geschielt, aber bei meinem Verhältnis zu technorati und dem ewigen rauf und runter, hatte ich nie damit gerechnet in diese Regionen zu kommen. Ich sehe immer gerne auf Technorati nach, wer mich verlinkt hat, weil ich wissen will wer mich liest und warum derjenige verlinkt hat. Zuspruch oder Ablehnung. Beides gibt es und beides ist gerechtfertigt, aber wissen möchte ich es.
Im Moment habe ich ziemlich viel Arbeit und schon ein paar Wochen nicht mehr auf die Deutschen Blogcharts gelinst, um so überraschter war ich, als plötzlich Besucher über den Link in den Deutschen Blogcharts bei mir auftauchten.
Natürlich hätte ich jetzt den Coolen geben müssen, umd so tun als sei es das normalste auf der Welt das Duckhome in den Charts sei. Aber das kann ich nicht. Ich weiß genau wo Duckhome in Klein-Bloggersdorf angesiedelt ist. Am Friedhof 9, das ist eigentlich schon hinterm Friedhof, da wo die Kränze und alten Blumen verrotten. Bedeutend ist etwas anderes. Das ist auch nicht schlimm, es entspricht dem doch recht begrenzten politischen und wirtschaftlichem Themenbereich, aber auch der sehr deutlichen Sprache.
Um es kurz zu machen, ich freue mich sehr, diese Privileg einmal genossen zu haben und ich bin auch ein wenig stolz, aber vor allem denen dankbar, die auf mich verlinkt haben. egal ob sie mir zustimmen oder nicht. Schon morgen oder übermorgen, werde ich die zwei oder drei Links die mir in die Charts verhalfen wieder verloren haben, aber das ist nicht schlimm. Es war trotzdem schön.
Selbstverständlich wünsche ich allen die hier um gute Platzierungen kämpfen viel Erfolg, aber besonders erfreut mich, dass ich zusammen mit Netzwertig.com aus der Blogwerk AG in die Charts gekommen bin, die hier sicher ihren Weg machen werden, wie ich das ganze Blogwerk sehr positiv empfinde.
Allerdings möchte ich die Gelegenheit wahrnehmen, etwas Wasser in den Wein zu träufeln. Mittelfristig wird es auf Duckhome Werbung geben. Die Anzahl der Besucher ist erfreulicherweise gestiegen, die Kosten steigen zwar moderat aber sie steigen eben auch. Der Server beim Wohnzimmerhoster könnte noch eine Menge mehr Leistung gebrauchen, die auch bezahlt werden muss. Mein Plan geht dahin, die Kosten für den Server und eine Ausfallsicherung, eine mobile Flatrate und die dazugehörige mobile Hardware (Asus EEE PC9xx)über den Blog zu finanzieren.
Das Internet und die Hardware für zu Hause hätte ich so oder so, aber für eine mobile Lösung gibt es privat keine Rechtfertigung. Sollte etwas mehr nach Steuern dabei herauskommen, werde ich es mit den Kids im Luxus einer Eisdiele verprassen. Ob ich mit meiner Werbeauswahl ein besseres Händchen habe als adiacal kann ich nicht versprechen, aber wie geprügelt wird, weiß man ja in Klein-Bloggersdorf ganz gut. Wahrscheinlich läuft es eh nur auf einen automatisierten Kram heraus.
Für gute Ideen bin ich immer dankbar, Beschimpfungen erwidere ich mit Freude.
Haben sie eigentlich schon Reputationsmanagement
Letztens ging ich am Abend über einen Platz auf dem ein Maler lebendsecht eine nackte Frau gemalt hatte. Sie wirkte auf mich wirklich so, als würde sie sich gleich vom Pflaster lösen und mit dem Hintern wackelnd vor mir her gehen. Natürlich wäre ich ihr gefolgt. Aber im Moment lag sie einfach da rum und mein nächster Schritt hätte meinen Fuß in eine Gegend gebracht, in die ein fairer Mann noch nicht einmal andere Männer tritt, geschweige denn Frauen. Also stoppte ich und genoss das Bild. Dann machte ich einen Sidestep weil die Dame keine weiteren Einladungen an mich aussprach und ich weiß wann ich gehen muss.
In letzter Zeit lese ich immer wieder das Wort Reputationsmanagement. Wenn ich diesem Worte begegne geht es mir wie bei der auf das Pflaster gemalten nackten Frau. Ich stoppe erst einmal. Wer tritt schon auf Reputationen. Allerdings wirkt das Wort Reputationsmanagement noch flacher auf mich als die gemalte nackte Frau, die zwar optisch an den richtigen Stellern erhöht aus, aber eben trotzdem aufgrund ihrer Gestaltungsform als Zeichnung, flach bleibt.
Google kennt 766.000 Eintragungen für das Reputationsmanagement und die englische Wikipedia kennt das Wort, aber die deutsche Wikipedia beschäftigt sich lieber mit dem Reputationsrisiko für Unternehmen.
Die Sache scheint also wichtig zu sein. Im Netz sind allerlei Berater für Firmen und Privatpersonen unterwegs die auf eine oder andere Art versprechen etwas für eine bessere Reputation zu tun. Die netten Leute die damit Geld verdienen werden wahrscheinlich böse sein, wenn mir dazu nur der Satz einfällt: "Wir machen Sie Respekt." oder die weinerliche Aufforderung an einigen Berliner Hauswänden "Respekt" als Graffiti oder die Frage von einem spätjugendlichen Krakeler nach der dritte Ohrfeige "Warum hasse keinen Respekt vor mir?".
Respekt kriegt man nicht in Flaschen und auch nicht im Einzel- oder Großhandel. Respekt und Reputation muss man sich erarbeiten. Wer glaubt er könne seine Reputation dadurch verbessern, das er den Kauf von Flaschenbier in Kästen mit dem Schutz von Urwald verbindet oder wer annimmt, dass die von seinem Imageberater ausgewählte Krawatte ihm Stil oder gar Respekt verschafft, der zeigt damit nur, dass er Reputation vortäuschen oder erschleichen will und muss, weil er keine hat.
Wer ein Reputationsmanagement braucht, gibt damit zu, das er eben keine Reputation hat. Wer Respekt fordern muss, hat sich keinen Respekt verdient. Genau das gleiche gilt für all die vielen netten Modelle in irgendwelchen Community-Projekten wo man sich Reputation durch allerlei Wohltaten anderer erwerben, in Wirklichkeit aber nur eine scheinbare Reputation eintauschen kann.
Es ist eine Frage des Selbstwertgefühls. Eine Firma die so arbeitet, das sie sich die Achtung derjenigen verdient auf deren Achtung sie wert legt, meist sind das ihre Kunden und Lieferanten, ist immer auf der sicheren Seite. Eine solche Achtung durch aktives Marketing oder einen Verhaltenskodex vorzutäuschen ist eine gefährliche Geschichte. Marketing explodiert einem in solchen Fällen fast immer unter den Händen. Lügen haben hier besonders kurze und empfindliche Beine, wie jene Ökostromgesellschaft mit dem Atomstrom gerade erfährt.
Wer aber von Anfang an ehrlich ist und auch sofort zu seinen Fehlern steht, der hat es nicht nötig sich ein Reputationsmanagement zu leisten, dem fliegt die Reputation zu. Das gleiche gilt für die die persönliche Reputation. Wer davon erzählt, dass all das was man im Netz von sich gibt, gegen einen verwandt werden kann, der vergisst, dass mich bei jemandem der sich aktiv im Netz bewegt, mir ein fehlen von Fehlern viel mehr sagt. Sobald ich weiß, oder auch nur vermute, das gedreht wurde, bin ich mehr als misstrauisch.
Tatsächlich ist es so das jeder Personalchef mit Verstand etwas über die Fähigkeiten, Ansichten und Möglichkeiten eines Bewerbers wissen will. Ob der mal auf einer Party den nackten Bauch oder mehr gezeigt hat, wird ihn weniger interessieren. Sobald der Personalchef aber genau auf dieser Ebene seine Interessen hat, macht es keinen Sinn in einem solchen Unternehmen zu arbeiten. Jeder Chef kann mehr mit einem Widerspruchsgeist als mit einem Jasager anfangen. Das wissen gute Chefs und die anderen brauchen keine guten Leute.
Reputation ist ein Gesamtbild das nur entsteht, wenn es sich aus Leistung und Fehlleistung, aus passendem und unpassendem zusammensetzen kann. Stellen wir uns vor wenn wir aus einem Foto eine Grundfarbe herausnehmen. Das Bild sagt nichts mehr, mit dem man etwas anfangen könnte. Deshalb äußerste Vorsicht bei Reputationsmanagement, es könnte sein, dass man da wo man vermeintliche Fehler ausbügelt, das ganze Bild so verfälscht, das es entweder unbrauchbar wird, oder das Gegenteil des Erwünschten bewirkt.
Neue Blogroll
Mit meiner bisherigen Linkliste war ich schon seit langem unzufrieden, weil sie meine Bedürfnisse nicht erfüllte. Das lag nicht nur an der Art wie das Plugin serendipity_plugin_linklist arbeitet sondern vor allem daran das es eben eine statische Linkliste ist, die an sich über lange Zeit gleich bleibt und sich nur geringfügig ändert.
Ich persönlich habe aber ständig Änderungen in meinen Bookmarks und in meinen Feeds, so dass es schwer ist ein Serendipity Plugin zu finden, das genau dies abbildet, zumal ich nicht alle Bookmarks und Feeds die ich beziehe wirklich veröffentlichen will. Nein es geht weniger um die nackten Tanten, die Links kann jeder auf Anfrage bekommen, aber die Links sind schon älter, sondern um Blogs, Foren und ähnliches die ich zwar beobachte, aber nun wirklich nicht noch mit Zulauf versorgen will, sofern ich nicht zweckgebunden dahin verlinke.
Wäre ich ein fleißiger Mensch könnte ich all diesen Anforderung auch mit der Linkliste nachkommen, als anerkannter Faulpelz ist das schwieriger.
Also habe ich eine Entscheidung getroffen, die ich für richtig halte. Die Bookmarks sind ersatzlos rausgeflogen und werden irgendwann (wahrscheinlich nie) durch eine neue Lösung ersetzt. Für die Blogroll ging das natürlich nicht, da sie ein Ausdruck des Dankes und der Anerkennung für die Leute ist, die einem zwar oft Lesespaß bereiten, aber irgendwie nie verlinkt oder sonst wie gewürdigt werden. Außerdem schnüffele ich selbst zu gerne auf den Blogrolls anderer weil ich da schon viele tolle Seiten gefunden habe.
Wenn ich aber meinen Blogfeed ständig ändere, Leute hinzukommen oder rausfliegen, brauche ich eine Lösung die mir das ohne viel Arbeit erlaubt. Ich habe mich für das Plugin serendipity_plugin_remoterss entschieden, das aber erst ab Serendipity 1.4 läuft. Da ich die Version Serendipity 1.4-alpha1 und PHP 5.1.6 bei mir am laufen habe ist das kein Problem.
Im Grunde genommen ist das eine Lösung um fremde RSS in den Blog so zu übernehmen ohne das Design zu zerstören. Da die meisten Feedreader heute in der Lage sind ihre Feeds per Opml/Xml auszugeben kann die Zieladresse dieser Datei auch auf dem eigenen Server liegen.
Leider übernimmt das Plugin keine Kategorien was in meinem Fall aber bedeutungslos ist, da ich von Hand alle Feeds außer den Blogs sowieso wegschneide. Für die Zukunft würde es allerdings Sinn machen, das Plugin genau um diese Fähigkeit zu erweitern.
Als Ergebnis erscheint jetzt rechts ein genaues Abbild meiner Blog-Feeds das sich leicht warten und überarbeiten lässt. Für mich ist das einfach genial. Natürlich werde ich im nächsten Schritt meine Feeds nach toten Links überprüfen müssen und vielleicht den einen oder anderen noch umsortieren. Aber dann macht es Sinn die Blogroll auf dem laufenden zu halten und ich wünsche meinen Lesern dort viel Spass.
Erfreuliches Bloggen: 1
Es gibt ja vieles das man genießt, über das man aber so gut wie nie schreibt. Das will ich in Zukunft einfach mal ändern, indem ich immer mal wieder Blogs und Inhalte erwähne die mir Spaß machen oder mich einfach erfreuen.
Lothar Peppel ist der Antwortenspeier und der Textspeier nach eigenen Angaben ist er außerdem:
Nihilist mit leichtem Hang zu Misanthropie. Trotzdem Kind gezeugt, aber entschuldbar, da besoffen und geil. Kam nach langjährigen Beobachtungen und Selbstversuchen zu dem Schluss, dass der Mensch nicht nach Hautfarbe, Religion oder Lieblingsplüschtier einzuordnen ist, sondern nach dem Grade seiner Verblödung. Größter Wunsch: Georg W. Bush abzufüllen, in einen Minirock zu stecken und über dem Gelände eines Weltkirchentages abzuwerfen. Hobbys: Die grauen Mäuse, die er in letzter Zeit öfter sieht, mit dem Hauschuh versuchen zu erschlagen. Verheiratet. Trotzdem heterosexuell geblieben.
Besser beschreiben ihn nur noch seine eigenen Inhalte:
Alles im grünen Bereich?
Gestern Buchsbaum in Garten so getrimmt, dass er nun aussieht wie Barbara Salesch! Positiv: so gut wie keine Vögel mehr im Garten! (Amseln bringen sogar Kirschen vom letzten Jahr zurück!) Negativ: Sammelklage der Vereinsmitglieder gegen mich, wegen angeblicher „seelischer Grausamkeit“! Verhandlung für Ende Mai festgesetzt. Vorsitzende Richterin: Barbara Salesch. Anwalt gefragt, ob dies ein gutes Omen wäre. Bisher keine Antwort.
Es lohnt sich übrigens auch immer wieder mal in die Kommentare zu schauen. Der Textspeier versammelt da ein tolles Völkchen das zu weiteren Exkursionen anregt.
Was nützt Werbung auf die scheinbar keiner reagiert
Das ist ja auch gemein von diesen undankbaren Werbekunden. Überall im Internet steht eine Agentur mit einer ausgeklügelten Werbeaussage rum und niemand klickt. Die Menschen im Netz schlängeln sich an den aufdringlichen Werbemethoden vorbei, merken sich sogar die schlimmsten Fälle um diese Produkte nicht zu kaufen und gehen ansonsten fröhlich ihren Geschäften nach. Das lässt die Werbeindustrie natürlich nicht ruhen. Sofort erfindet sie neue Methoden um alte Ziele zu erreichen:
Denn bislang lässt sich mit den Anzeigen in Social Networks und auf Videoportalen nicht so viel Geld verdienen wie von den Unternehmen zunächst erhofft. Wie das Wall Street Journal berichtet, bemühen sich einzelne Plattformen und Start-ups nun, die Werbeschaltungen besser an das überwiegend junge Publikum in den Communitys anzupassen. Trotz großem Nutzeransturm auf soziale Netzwerke wird nach wie vor verhältnismäßig wenig auf Werbung geklickt. Traditionelle Online-Werbung wie Banner oder Pop-ups werden von den Networking-Nutzern meist nur mit Naserümpfen betrachtet.
..
Erste erfolgreiche Versuche mit interaktiver Werbung werden am Beispiel des Online-Softwareunternehmens Slide http://www.slide.com sichtbar. Das Unternehmen entwickelt Programme, mit denen Networking-Nutzer ihre Seiten auf Facebook & Co individuell gestalten können. Nun startete Slide unter anderem eine Kampagne mit dem Werbekunden Vitaminwater, wobei virtuelle Darstellungen von verschiedenen Flaschen bzw. Geschmacksrichtungen des Getränks von Nutzer zu Nutzer weitergeschickt werden können. Innerhalb von acht Tagen wurden laut Slide bereits zehn Mio. virtuelle Flaschen versendet. Der Instant-Messaging-Service Meebo http://www.meebo.com setzt auf eine ähnliche Strategie. Um mehr Umsatz zu machen will das Unternehmen künftig Werbeanzeigen verkaufen, die von den Nutzern an Freunde weitergeleitet werden können und vereinzelt auch Filmtrailer und Computerspiele enthalten sollen.
"Ich sehe das größte Problem darin, dass sich die Leute auf solchen Plattformen von der Werbung gestört fühlen und sich dagegen auflehnen", so Volker Nickel, Sprecher des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) http://www.zaw.eu, gegenüber pressetext. Bis dato sei das Potenzial von Werbeeinnahmen in dem Bereich schwer einzuschätzen und weitere Entwicklungen abzuwarten.
Natürlich wird einmal mit den Flaschen von Slide gespielt. Das ist ja neu. Und dann? Sagen wir mal die Kampagne lässt sich noch dreimal mit sinkendem Erfolg durchziehen, dann hat sie sich erledigt. Sie lockt keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor.
Das gleiche gilt doch schon jetzt für die immer wilderen Klickibuntis die allenthalben die Sicht auf den Content versperren oder nach dem Befehl Schließen noch drei weitere Fenster öffnen. Das mag ja für die ganz dummen Kids und die Werbewelt reichen, ist aber genauso Blödsinn wie die Hundertausende Seiten im Netz die zwar Sexbildchen oder Sexfilmchen versprechen, statt dessen aber nur eine Rundfahrt durch andere Verteiler bieten um Klicks zu generieren.
Das gleiche haben wir doch heute schon bei unseren Qualitätsmedien die mit immer längeren Fotostrecken immer mehr Klicks generieren. Sämtliche Messungen von Werbewirksamkeit die sich über Klicks berechnet kann man getrost vergessen. Die Klicks hatten und haben eine Hyperinflation die sie als Messinstrument wertlos machen und damit alle Beteiligten auf den falschen Weg treiben.
Wenn wir das Internet mal als Verkehrsweg betrachten, was es in weiten Teilen ja auch ist, dann sind die Seiten auf denen man sich aufhalten kann, so etwas wie Grundstücke. Grundstücke die von ihren Besitzern mehr oder weniger liebevoll gepflegt werden. Werbung wäre dann so etwas wie Plakate auf diesen Grundstücken oder Litfaßsäulen.
Je besser die Gegend, desto weniger Grundstücksbesitzer sind bereit Flächen für Plakate bereitzustellen und desto teuerer werden diese Flächen. Je schlechter die Gegend, desto eher sind Grundstücksbesitzer bereit, das Elend auf ihrem Grundstück durch bunte Werbetafeln zu verbergen. Die Faustregel lautet also das viele Werbeflächen meist auch wertlose Werbeflächen sind.
Das ist im Netz nicht anders als in der Realität. Wenn wir noch einen Schritt weiter gehen dann wissen wir auch das die Grundstücksbesitzer von wirklich guten Grundstücken ein dezentes Erscheinunsgbild, saubere Klebung und ordentliche Plakatwände verlangen, sich bei Verstößen sogar ein Kündigungsrecht vorbehalten. Eine Werbung mit vielen bunten Lämpchen und schreienden Farben passt gut zu Bordellen, aber nicht zu seriöseren Auftritten.
Seltsamerweise scheinen aber alle diese Erkenntnisse der Außenwerbung für das Internet nicht zu gelten. Da versuchen die gleichen Werber mit der Werbung wie sie ein Bordell machen würde, einen ernsthaften und meist auch gut informierten Kunden zu ködern. Das muss einfach schief gehen. Da gibt es keine Diskussion.
Das gleiche gilt eben auch für die Reichenweitenmessung. Ein Klick ist etwas kostbares. Er kostet Zeit. Diese Zeit bekommt eine Werbebotschaft nur, wenn sie anspricht und zu ihrer Umgebung passt. Tatsächlich aber gilt das gleiche wie auch bei der Außenwerbung. Es geht um die Präsenz. Genau daran aber fehlt es der Werbung im Netz. Sie ist lediglich auf den großen Hauptstraßen, die viele wegen der ewigen Staus und auch der Belanglosigkeit meiden, zu finden. Auf dem Longtail ist niemand.
Das ist so ähnlich als würde die Außenwerbung die Flächen am Friedhof abbauen, weil da ja nur Tote wohnen und die äußerst lebendigen Besucher vergessen. So wie es besser ist, alles über nichts zu wissen, als nichts über alles, ist es auch besser das einzige Werbeschild in der Pampa zu sein. Da kommen zwar weniger Leute vorbei, aber die haben mehr Zeit für Aufmerksamkeit und viel weniger Ablenkung.
Es ist an der Zeit, das die Werber ihren Kunden nicht nur das einfache Offensichtliche verkaufen, sondern sich in die Tiefe begeben. Wer sich nicht rechtzeitig auf die Tiefe konzentriert, wird das einzig dauerhaft rentable Werbegeschäft im Internet verpassen.
Twitteritis
Twitter - Der größte Blödsinn aller Zeiten findet Chris von F!xmbr und hat damit aus seiner und Olivers Sicht vielleicht sogar recht. Ein echter Hammer in der Hand unseres Dreijährigen im Wohnzimmer ist auch der größte Blödsinn aller Zeiten. Deshalb geben wir ihm da ja auch keinen Hammer.
Ich bin erst im Nachgang der re:publica zum twittern gekommen weil mich ein Artikel von Kittyluka sofort überzeugte:
Twitter, was ist Twitter überhaupt. Auf der re:publica, dort wo all die Kommunikationsfanatiker rumlaufen, da sind sie alle bei Twitter. Sie twittern (Hallo Duden). Ich twitter nicht. Ich mag Twitter nicht besonders und immer wenn ich gefragt werde "Bist du bei Twitter?" reagiere ich empört, geradezu verschreckt und wahnsinnig aufbrausend (mit Absicht). So auch heute zum Freibier nach der re:publica.
..
Ganz im Sinne einer 80 jährigen vertrat ich strickt den Standpunkt, dass es ein Risiko ist sich von modernen Medien so abhängig zu machen, bis man verlernt hat auf althergebrachten Wegen (Reden zum Beispiel) zu kommunizieren, das macht schließlich angreifbar. Er war natürlich strickt dagegen.
Und als die Diskussion so gerade mitten am laufen war kam Kosmar dazu und ich wollte ihm gerade erzählen worum es geht da kommt schon von ihm: "Ich weiß worüber ihr redet, ich habs bei Twitter gelesen!"
Damit ist Twitter und ein Sinn von Twitter erklärt. Es ist ein Teil des menschlichen Schwarmverhaltens. Wie bei den Zugvögeln im Sturm bedeutet das Rufen Sicherheit im Schwarm, hält diesen zusammen und bestimmt die eigene Position relativ zum Schwarm. Dabei geht es nicht um die Antwort auf meinen Ruf. Es geht nur um die Rufe.
Zunächst einmal erfahre ich bei Twitter nur, das ich noch im Schwarm bin. Einige Rufe von anderen werden mir immer unverständlich bleiben, weil sie aus Zusammenhängen, außerhalb meines Bereiches kommen. Ich könnte meinen Bereich zwar dahin erweitern, aber das werde ich nur tun, wenn ich wirklich interessiert bin. Der Schwarm ist also in Segmente unterteilt, die sich überlappen. Direkt höre ich nur was die Leute twittern, denen ich folge, wem ich folge bestimme ich selbst.
Jede neue Person der ich folge nimmt mich zumindest in dem was sie sagt, mit in ihr Segment. Ich folge bei der Erweiterung meiner Segmente immer dem Rufen von Führern, aber nur wenn ich folgen will. Einige Vögel verlassen den Schwarm, andere sind mitten drin. Es ist völlig egal ob jemand den Schwarm führt oder nicht, alle führen irgendwie. Da kommt zunächst der vermeintliche Unterschied zum Zugvogelschwarm.
Da führen die klügsten und kräftigsten auf ein festes Ziel hin, glauben wir zu wissen. Stimmt aber nicht. Der große Schwarm besteht aus vielen kleinen lokalen Schwärmen. Er wird zu Beginn des Zuges immer stärker und gegen Ende immer schwächer, weil einzelne Gruppen, geführt von ihren Führern, hinzustoßen oder den Schwarm wieder verlassen. Übrigens scheinen die Zugvögel ihre Führer relativ frei zu wählen und diese Führer lösen sich in der Führung des Gesamtschwarms ab.
Twitter ist noch demokratischer. Jeder bestimmt wem er folgt, und von wem er sich verfolgen lässt. Genauso ist es mit der Preisgabe von persönlichen Daten. Jeder kann und keiner muss. Klar kann ich erklären das ich ständig auf Taxis warte und boarde. Wen es nervt, der wird mir nicht mehr folgen, andere lächeln und sagen, gut das ich heute nicht los musste.
Die Frage ist wozu man Twitter brauchen will. 140 Zeichen sind wenig. Mir sind sie praktisch immer zu kurz. Aber das sind mir 1800 auch. Für tiefere Gedanken - ja nur ich halte sie für tiefer - gibt es den Blog. Für direkte Information die Mail, SMS. Um zu tratschen oder irgendwas komplizierteres zu klären hab ich Telefon und Chat. Für ernsthafte Gespräche die Videokonferenz oder besser noch den persönlichen Kontakt.
Robert Basic, der selber kaum twittert, benutzte seinen Blog um während der re:publica des Abends ein paar Leute anzusprechen ob sie nicht Bock auf ein Gespräch hätten. Es kamen viele. Tatsächlich wäre das aber eine Botschaft für Twitter gewesen. Wo bin ich, wo bist du, wollen wir uns treffen. Da liegt ein ungeheures Potential. In einer mobilen Gemeinschaft, wie der unseren macht es Sinn zu wissen, dass der andere auch gerade von Donaudingsbums nach Buxtehude mit dem Zug unterwegs ist.
Zugvögel im wahrsten Sinne des Wortes, die sich unterwegs treffen und beraten können. Oder die auch nur einen Gruß austauschen. Mag sein das Twitter Hype ist. Es gab schlechtete. Twitter ist auch kein Ersatz für irgendetwas, sondern etwas anderes. Etwas das wir uns erst noch erarbeiten müssen. Das heißt wir müssen es uns nicht erarbeiten, wenn wir nicht wollen. Aber wir können es uns erarbeiten.
Ich twittere gerne Headlines mit Kurzkommentar. Ich weiß nicht ob das jemanden Interessiert. Aber ich bekomme täglich ein paar neue Follower. Weshalb? Ich weiß es nicht. Ich nutze Twitter. Nicht wie ein Werkzeug, dazu fehlt mir zur Zeit noch die Bedienungsanleitung. Ich nutze es wie es da ist und weil es da ist.
Cem Basman von der Sprechblase hat sieben Twitterer interviewt und acht Twitterer haben ihm geantwortet. Wenn man über Twitter reden will, sollte man die Interviews zumindest überflogen haben.
Nein. Man muss nicht twittern. Es kostet Zeit. Das tun die RSS Feeds, die Zeitungen, die Mails und SMS auch. Kommunikation kostet immer Zeit und meistens auch Geld.
Tipps für Blogger: Authentisch sein
Wie bitte. Nochmal aber langsam. Doch steht da. Die häufig von mir zitierte, ständig dpa zitierenden Schwäbische Zeitung Online verlangt von mir authentisch zu sein. Ich hätte drauf gewettet das die gar nicht wissen was Blogger sind und ob man die nicht doch essen kann. Aber nein. so größenwahnsinnig sind die Schwaben nun doch nicht. Die labern nur den Scheiß von anderen nach:
Wenn sie erfolgreich sein wollen, sollten Blogger eine klar umgrenzte Gruppe von Menschen ansprechen. Eine weitere Voraussetzung für einen lesenswerten Blog sei, dass das Online-Tagebuch authentisch ist, sagte Blogger Markus Bleckebach.
Und wer bitte ist nun Markus Bleckebach?
Bleckebach ist Organisator der Web-2.0-Konferenz re:publica in Berlin. Die re:publica'08 dauert bis zum Freitag (4. April) und gilt als größter Kongress seiner Art in Deutschland. «Eine attraktive und lesbare Aufmachung runden das Bild eines Blogs noch ab», erläuterte Bleckebach. Viele Blogs erhalten nur wenig Aufmerksamkeit.
Ach ja re:publica. Äh grinz. Markus Bleckebach, bleck heißt bei uns in Westfalen nackt, und ein Bleckebach ist ein Bach in dem entweder nackt gebadet wird, oder dessen Ufer von allem Bewuchs befreit sind, so eine Art Abwasserkanal. Aber was macht ein nackter Abwasserkanal auf der re:publica. Gut Scheiße wird da sicher genug geredet, wie überall.
Ach so die meinen Markus Beckedahl. Der sollte den Drucker seiner Visitenkarten auch mal bitten eine größere Schrift zu nehmen. Pica 2 Punkt ist ja edel, aber es überfordert eben Journalisten.
Ich finde ja die Inhalte auf netzpolitik manchmal ganz ordentlich, aber ob ihm das quasi den Oberbefehl über die Blogger gibt. Ich glaube kaum. Blogger sollen gar nichts sein. Weder authentisch noch Kunstfiguren, sondern das was sie sein wollen. Ob dabei die Kunstfigur, oder der authentische Selbstzweifler herauskommt ist völlig egal. Und Herr Beckedahl soll schön in seinem blecken Bach bleiben und nicht bestimmen wollen was Bloggen ist.
Wenn die Geilheit auf eine Presseerwähnung so groß ist, dass man sich über die restlichen Blogger selbst erheben muss, aber nicht in der Lage ist, wenigstens den eigenen Namen rüberzubringen, dann ist das schon krankhaft.
Um es mal ganz deutlich zu sagen. re:publica darf für sich selbst und für die Veranstalter sprechen. Der Haufen aus der Kalkscheune vertritt nicht die Blogger und ist auch nicht die heimliche Bloggerregierung und nun Herr Bleckedingsbums kriechen sie bitte wieder zurück in ihr Loch und halten sie gefälligt die Schnauze.
Sie können ja mit dem Huberdokter fusionieren, der hält sich auf für den König von Blogistan. Aber wie gesagt, solche Vögel sind das letzte was die Blogger brauchen.
Ich habe übrigen selten einen beschissener aussehenen Blog als netzpoltik gesehen und meiner sieht schon mistig genug aus. Wenn der Komiker über Gestaltung reden will, dann soll er seinen Trümmerhaufen da mal aufräumen. Immer diese blöden Maulhelden die alles besser wissen und nichts können.
Warum ich so selten die Nachdenkseiten zitiere
Das ich meinen Lesern nicht viel vormachen kann, beeindruckt mich immer wieder. Innerhalb kürzester Zeit haben mich eine ganze Reihe von Leuten auf das Thema Nachdenkseiten angesprochen, oder mir gar Links geschickt. Meist offen aber unterschwellig tauchte da immer wieder die Frage auf, warum ich so selten auf die Nachdenkseiten eingehe, bzw. dahin verlinke.
Das ist in Wirklichkeit kein großes Geheimnis und sei deshalb hier mal eben schnell abgehandelt. Ich finde die Inhalte der Nachdenkseite völlig in Ordnung, meist deutlich besser formuliert und recherchiert als ich das zum gleichen Thema liefern kann und die wenigen Fälle in denen ich grundsätzlich anderer Meinung sind, betreffen die SPD oder sind so marginal, das sie keiner Erwähnung bedürfen.
Allerdings würde ich manchmal gerne einen Gedanken beisteuern, was aber aufgrund der fehlenden Kommentarfunktion unmöglich ist. Natürlich könnte ich dann jedes Mal einen Blogbeitrag schreiben und drei Sätze zu diesem Thema anfügen, macht aber keiner und deshalb entsteht bei mir oft ein ungutes Gefühl. Ich weiß das die Moderation von Kommentaren, wie sie für eine derartig häufig gelesene Seite nötig wäre, viel Arbeit und eine Menge Ärger macht.
Trotzdem bin ich unglücklich wenn jemand seine Meinung verlautbart und alle anderen dann in einer Position zurücklässt in der sie nur fressen oder nicht fressen können. Diese Art von Verlautbarungsjournalismus haben wir überall, sie hilft niemandem weiter, weil es uns ja nicht an veröffentlichter Meinung, sondern an Diskussion fehlt. Ich kenne diesen Stil noch aus der alten SPD, wo auch immer versucht wurde, durchaus das richtige zu sagen, aber dann vorsichtshalber jede Diskussion unterbunden werden sollte, weil der Text ja schon stand und mit wem auch immer abgesprochen war.
Ich kann für meinen Teil mich nicht bitterst über die Süddeutsche Zeitung beklagen und eine noch größere Verweigerungshaltung auf einer mir politisch nahestehenden Seite gänzlich übersehen.
Es gibt aber noch einen anderen viel praktischeren Grund, den ich den Nachdenkseiten auch schon zwei mal per Mail übermittelt habe, was aber wahrscheinlich in der Menge der Mails untergangen ist. Ich bin Feed-Leser. Das bedeutet, das ich Unmenge von Blogs, Zeitungen, Magazine und ähnliches per Feed aboniert habe. Ich bin chancenlos wirklich alles zu lesen und es gibt ja auch viele Themen die mich nicht interessieren oder über die ich einfach keine Lust habe zu schreiben.
Deshalb lese ich die Titel im Feedreader und habe ein Auge darauf von wem die Nachricht kommt. Bin ich interessiert clicke ich den Titel an und sehe im unteren Fenster die Nachricht. Die meisten Blogger senden wie ich auch den kompletten Artikel in ihrem Feed aus. Ich kann mich schnell und umfassend informieren, will ich kommentieren, habe ich dafür in der Software Basket einen Korb in dem der Link landet, wenn ich nicht sofort Zeit habe, will ich das Thema in einem Artikel aufgreifen, landet der Link und eine Beschreibung, die meist aus Artikeltext besteht im Korb zu diesen Themen und ich gehe weiter durch die Titel im Feedreader.
Das Verfahren erlaubt es große Mengen an Feeds effizient zu verarbeiten und gleichzeitig auf dem laufenden zu bleiben und auch Stoff für neue Themen zu sammeln. Leider gibt es Seiten die nur Teile ihrer Artikel oder gar nur die Schlagzeile bringen. Der Spiegel macht das, weil er glaubt, das ich wegen seiner tollen Schlagzeilen öfter clicke. Mach ich aber nicht. Der meiste Spon-Mist rutscht ungelesen durch. Keine Zeit auf den Seitenaufbau und die Werbung zu warten nur damit Spon ein paar Cent mehr bekommt.
Die Nachdenkseiten machen es genauso, obwohl die nur Werbung für ihre eigenen Bücher haben und deshalb eigentlich nicht klickgeil sein müssten. Bei mir führt das aber zu solch tollen Feeds:
Steinbrück sagt die Unwahrheit - die Finanzkrise ist nicht nur in den USA verursacht
Datum:Mittwoch 19 März 2008 17:05
Autor:Albrecht Müller
Bei Spiegel TV äußert sich der Bundesfinanzminister wie folgt: Wir haben es mit einer der größten Finanzkrisen in den letzten Jahrzehnten zu tun. Die ist verursacht in den USA und droht auch andere Teile der Welt buchstäblich in Mitleidenschaft zu ziehen. Dass deutsche Banken und auch die Politik, namentlich der Bundesfinanzminister, an der Entstehung der [...]
Vollständiger Text
Das Steinbrück lügt weiß ich selber, Spiegel TV kommt von Mohn/Bertelsmann und was ich von denen halte, weiß ich auch. Aber selbst wenn wir das weglassen, weshalb sollte ich meinen Feedreader verlassen um den Text auf den Nachdenkseiten zu lesen. Mich hat an dieser Einführung nichts gefangen. Also lese ich den Text nicht und verpasse vielleicht gute und kluge Gedanken, die ich ja wahrscheinlich in Gesprächen und auf meinem Blog weitergeben würde. Aber ich bekomme sie nicht zu sehen.
Es ist übrigens kein Argument die Nachdenkseiten seien immer gut. Das müssen sie jedesmal beweisen, weil Lesen Zeit kostet und Zeit mit das kostbarste ist, wenn man nicht nur Blogschreiberling ist, sondern auch noch jede Menge ander Dinge zu erledigen und zu erleben hat. Besonders bescheuert ist allerdings diese tägliche Variante die, die Nachdenkseiten liefern:
Hinweise des Tages
Datum:Donnerstag 20 März 2008 08:50
Autor:Wolfgang Lieb
Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen Überblick über interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.
Vollständiger Text
Das ist dann schon mehr als ärgerlich. Unsinnige Leitungsbelastung oder schlicht eine Frechheit. Aber keine Sorge, ich zitiere die Nachdenkseiten. Ich schreibe gerade über unsere Eliten und den Frankfurter Rat gegen eine menschliche Zukunft, auch fälschlicherweise als Zukunftsrat bezeichnet. Da hab ich den Hinweis allerdings über einen Leser und über Google.
Mein Genöle sollte also niemanden davon abhalten die Nachdenkseiten täglich zu lesen. Aber ich habe hunderte genau so lesenswerter Seiten und da kommt immer der, der zuerst mein Interesse gefangen hat. Das ist aber persönliche Befindlichkeit und sagt eben nichts negatives über die Nachdenkseiten aus.
Mama der Mann ohne Ahnung ist da
Ich hab ja schon lange nicht mehr über unseren Huberdoktor gebloggt, den Cheffe von blog.firstmedia.de. Der ist hier einer der wenigen der keinen klickbaren Link bekommt, weil ich nicht schuld sein will, wenn jemand der seinen Stuß liest, vor Lachen die eigene Kaffeetasse schluckt. Ich hab ihn in meinem Feedreader in einer Extraabteilung. Schon damit ich nicht zufällig auf ihn stoße. Reine Gefahrenabwehr.
Normalerweise kommt der Gute so zwei- bis dreimal im Monat und erklärt der bloggenden Welt, wie die seiner Meinung nach zu verfahren hat. Das ist unschädlich. Er erntet jedes Mal tosendes Gelächter, das er allerdings nicht mitbekommt, weil so gut wie niemand noch auf ihn mit Texten reagiert. Man schreibt sich höchstens mal ne Mail oder redet beim Bier über den Komiker.
Diese Woche aber wollte er es wissen. Während schon leise murrend die seltsamen Angebote von Bloggerjobs und deren unterirdische Bezahlung diskutiert wurden, setzte der Huberdoktor noch einen drauf und suchte:
einen angehenden AJAX, XHTML, LINUX, APACHE, MYSQL, PHP-Guru für ein sehr spannendes Web x.0-Projekt im Schnittstellenbereich von Social Commerce, Gaming und Blogging.
Wer eine Herausforderung sucht, Spass haben will und sich auch gerne mal mit was Neuem (z.B. Semantic Web Technologien, API Entwicklung, etc.) beschäftigt, der ist herzlich willkommen.
Informatik- oder Wirtschaftsinformatik-Studenten können das anstehende Projekt für ein vergütetes (Pflicht-) Praktikum nutzen.
Ich will die Bezahlung gar nicht wissen, aber dann setzte er noch einen drauf:
10.20h und schon fast 1200 Seitenabrufe für den Media-Blog - was für ein schöner Tag. Wenn es um 12h so 2000 Seitenabrufe sind, dann werden es abends an die 4000 sein - so meine Erfahrung der letzten Wochen.
Das war Kar-Donnerstag. Ich würde mich hüten von den morgendlichen Ergebnissen auf den Tag zu schließen, weil an solchen Tagen alles auf einen frühen Feierabend hinarbeitet. Ab Eins macht jeder seins, ab Zehn solls auch schon gehen. Es ist mir leider nicht möglich Zugriffszahlen für den Huberdoktor zu verifizieren, aber das Problem hat er dann auch gleich selbst erledigt:
as hätte ich in meinen künhnsten Träumen nicht vermutet (aber ich hätte es denken können bei über 70% Business-Nutzern): 65% der Media-Blog-Leser sind selbst Blogger. Dann ist der Media-Blog ja so etwas wie ein Multiplikator. Oder Teil einer bloggenden, total innovativen Media-Experten-Leserschaft. Oder so etwas wie ein Geheim-Tipp :-) …
Jedenfalls sind 35% “Nur-Leser” und damit der eher geringere Anteil der Rezipienten. Wir haben hier also als Fazit eine ganz aktive und kompetente Leserschaft. Das freut mich natürlich. Hier die Ergebnisse en detail:
Bloggst du auch? (Abstimmung geschlossen am 20.3.2008)
Klar, ich blogge auch zu Media-Themen. 35% (13 Stimmen)
Klar, ich blogge - aber nicht im Media-Bereich. 30% (11 Stimmen)
* Nö, ich lese das hier aber ganz gerne. 35% (13 Stimmen)
Anzahl Stimmen: 37
Ich hab es mir immer wieder angesehen. Das ist kein Scherz. Das meint der ernst. Von seinen angeblich 4000 Lesern täglich haben innerhalb von 7 Tagen ganze 37 abgestimmt. Wie bitte? Das ist echt beeindruckend und so aussagekräftig.
Ich bin mir ja nicht sicher, schließlich bin ich kein Psychologe, aber vielleicht sollte da mal wer einen Arzt rufen. Das scheint ja langsam gefährliche Formen anzunehmen. Ob das ansteckend ist? Vielleicht sollte ich ja nicht mehr da lesen, aber er ist so lustig und liegt mit fast allem so fürchterlich weit daneben.
Be Bescheuert - Nun reicht es aber
Diese völlig bescheuerte Be Berlin, Sei Berlin oder Scheiß Berlin Kampagne wächst sich langsam aber sicher zu einer der typischen Berliner Affären aus. Ich wollte mich zu diesem Schwachsinn eigentlich nicht äußern, aber seit gestern Prof. Jochen Pläcking in einem Brief/Mail an den Werbeblogger uns sein unheilvolles Mitwirken in der Affäre im feinsten Ariel-Weiß und mit Weihwasser parfümiert zu verkaufen versucht hat, bin ich sauer.
Natürlich bin ich es gewohnt dass Berlin alle naselang mit irgendwelchen schwachsinnigen Kampagnen anfängt die sich Gott sein Dank meist die Stadtgrenzen nicht überschreiten, oder sich spätestens an Sprachgrenzen wieder in den Rauch auflösen, aus dem sie bestehen. Ich will auch nicht mehr darüber nachdenken, warum irgendwelche Werbefuzzis, eine so starke Marke wie Berlin mit irgendwelchen Klosprüchen verbessern wollen.
Natürlich weiß ich, dass es nicht um die Sprüche geht, sondern darum regelmäßig Geld zu bekommen. Öffentliches Geld das fröhlich erregt verbrannt werden kann. Der Marke Berlin wird dadurch nicht geschadet, weil die so gut ist, das sich die Pläckings dieser Erde, an ihr eher ihre kleinen vorwitzigen Fingerchen und ihre Breitärsche abraspeln, als das sie etwas verändern könnten.
Ich bin auch nicht der Ansicht, das es dem Haushalt etwas helfen würde, wenn man strengere Kontrollen einbaut um solcherart Geldverbrennung zu verhindern. Die Beteiligten sind sich so tief untereinander verbunden, die werden immer Mittel und Wege finden, das Steuergeld zu vernichten. Deshalb ist es am besten sie machen zu lassen und den Müll den sie erzeugen einfach weg zu werfen. Eigentlich könnte der Mist gleich in die Müllverbrennungsanlage.
Die in alle Haushaltungen verteilten Flyer haben diesen Weg in der Mehrheit ja schon hinter sich. Als ich die beste aller Lebensabschnittsgefährtinnen fragte ob sie so etwas gesehen habe, meinte sie treuherzig: "Ja, hatten wir im Kasten den Mist, habe ich gleich entsorgt.". Eine kluge Frau. Was habe ich doch für ein Glück. Zumindest in der Kneipe fand sich ein Exemplar, weil jemand seine Telefonnummer für mich darauf geschrieben hatte. Billiger als Bierdeckel, deshalb hat der Wirt immer einen kleinen Vorrat von solchem Müll, den die Mieter seines Hauses gleich aus der Post sortieren.
Der Flyer enspricht dem Rest der Kampagne. Müll und trashiges Flash-Geflacker. Ich weiß ja nicht, ob man in der Werbewirtschaft überhaupt Orginalität haben will? Nach meinen Erfahrungen ist das eher nicht gewünscht, da geht es um den Einheitsbrei. Das dieser be Berlin Kram erheblich nach Plagiat stinkt zeigt nicht nur der Entwurf von "Just Berlin" sondern noch viel deutlicher I amsterdam.
Zum Glück haben wir Prof. Jochen Pläcking der uns von der Plagiatsangst befreit:
Zum Einen stand ich mit den Herren des Senates und von Berlin Partner allen Teilnehmern an der Ausschreibung für ein mündliches Rebriefing persönlich im Rathaus zur Verfügung. Zum Anderen habe ich im Rathaus die Kampagnen ausgewertet. Nichts hat die Räume der Senatskanzlei verlassen.
Die Einsendungen der Auschreibung wurden nach dem Einsendeschluss von Beamten der Senatskanzlei geöffnet, auf Richtigkeit und Vollständigkeit geprüft, nummeriert und mir im Rathaus übergeben, wo ich für den Zeitraum der Auswertung einen Arbeitsplatz hatte.
300 Teams und Einzelpersonen haben Vorschläge eingereicht. Insgesamt waren darunter ca.900 Slogans. Der Slogan „be berlin/sei berlin“ wurde von vier verschiedenen Teams vorgeschlagen.
Na. Also das war doch nur Rebriefing. Das kenne ich von früher, wenn ich da angerufen wurde, das der Wettbewerber an der und an der Stelle günstiger war, aber an drei anderen teurer. So regebrieft kam es auf wundersame Art und Weise zu einem erfolgreichen Angebot meinerseits. Das ist hier natürlich völlig anders gelaufen. Ein wenig stutzig macht mich allerdings dann doch die Nähe von Prof. Jochen Pläcking zu allen, die jetzt so fröhlich mit dem Geld des Steuerzahlers bedacht werden. Der Werbeblogger hat da ein wenig für uns vorsortiert:
Prof. Jochen Pläcking, ist sicherlich ein Gigant der deutschen Werbelandschaft. Er war FIAT Automobil Prokurist, Werbeleiter bei Mercedes-Benz sowie - und das ist im Folgenden noch sehr wichtig - Senior Vice President DDB Europa/ Chairman & CEO DDB Deutschland.
Prof. Jochen Pläcking war aber eben auch der maßgeblich Entscheider/Berater (laut Wowereits Ankündigung) für den Kreativwettbewerb ohne Pitchhonorar und damit auch indirekt der Verteiler der Gewinnprämien. Natürlich kennt Pläcking Gott und die Werbewelt, nichtsdestotrotz ist es schon sehr seltsam, dass sich zwei der großen Gewinner direkt mit ihm in geschäftlichem Zusammenhang bringen lassen:
1. Gewinner des Corporate Designs ist die Agentur fuenfwerken AG. Jochen Pläcking ist seit 2006 dort Aufsichtsratmitglied. War das nur Zufall bzw. qualitativ so hochwertige Arbeit, die einfach gewinnen musste? Desweiteren ist die fuenfwerken AG offizieller Partner der “Berlin Partner AG”, also der installierten Leadagentur zur Umsetzung der Kampagne.
2. Ein weiterer Gewinner für die Kategorie Claim war die WE DO Communication aus Berlin. Auch sie sind Partner der ausführenden “Berlin Partner GmbH”. Die WE DO Geschäftsführung ist außerdem sehr eng mit Herrn Pläcking verbunden. So war WE DO- Geschäftsführer Blach der persönliche Assistent von Jochen Pläcking bei DDB. WE DO wurde übrigens dank freundlicher Unterstützung von DDB als eigenständige Agentur ausgekoppelt, gehörte nie offiziell zur Agenturgruppe, aber eine enge Zusammenarbeit hat man immer gerne beibehalten - jedenfalls noch unter Pläckings Einfluss als Chairman bei DDB.
3. Beteiligt am über 10 Mio. Euro Kampagnenetat ist auch Pläckings Agentur kleinunpläcking markenberatung GmbH, dadurch soll wohl ein Stück weit sein Engagement als Auswahlsverfahrensleiter entlohnt werden.
4. Das größte Stück vom Kuchen dürfte OMD erhalten - sie stammen ja, wie man weiß, ebenfalls aus der großen DDB-Familie.
Oh. Oh. Würde da mein Dreijähriger sagen und das wahrscheinlich noch ein paar mal wiederholen. Oh. Oh. Das ist der Duft der Berliner Untergründe, dachte ich so bei mir. Das hatten wir doch alles schon. Selbst den Verlauf kennt man. Erster Abwehrversuch. Klageandrohung, dann eine deutliche Unterstützung durch den Regierenden Bürgermeister, danach ein kleinlautes einpacken und im nächsten Anlauf gibt es das Geld für die gleichen Leute und ein paar weitere, damit die nicht meckern. Egal wer in Berlin Regierender ist, das können die alle.
Zum Glück ist diesmal alles anders wie uns Prof. Jochen Pläcking mitteilt:
Alles lief offen und total transparent und nachvollziehbar, was Ihnen alle Teilnehmer bestätigen können.
So, nun zu den Beziehungen.
Es ist richtig, daß ich Aufsichtsrat bei Fuenfwerken bin. Ich habe das von Anfang an und während des gesamten Prozesses transparent gemacht.
Ich habe auch immer transparent gemacht, daß Gregor Blach (WEDO) Mitarbeiter der DDB-Berlin war, als ich CEO der DDB-Group-Germany war (600 Mitarbeiter).
(In dem Zusammenhang hatte ich mein Mandat während des Prozesses zur Disposition gestellt, was aber nicht akzeptiert wurde, weil man meine Integrität nie in Zweifel zog.)
Berlin Partner ist schon seit Jahren die (Public-Private-Partnership) Marketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berlins und managt im Auftrag des Senates die Gesamtkampagne.
Bei Berlin Partner sind neben 180 Berliner Unternehmen auch einige Agenturen und Unternehmensbersatungen Partner. Das gehört sich so in Berlin.
Auch kleinundpläcking, WEDO, OMD, TNS, Fuenfwerken etc.
OMD ist seit Jahren die Media-Agentur von Berlin Partner und damit des Senates.
Na also. Da hat er sogar sein Mandat zur Disposition gestellt. Was kann man mehr verlangen. Das ist alles ganz transparent wer da mit wem mauschelt. Da ist nichts geheim. Das ist alles ganz öffentlich. Lauter gute und ehrliche Menschen. Weshalb also die Aufregung.
Ja wenn Prof. Jochen Pläcking so ein schlechter Mensch wäre wie ich, dann könnte man Zweifel bekommen. Ich saß mal in einer Kommission bei meinen ältern Kindern und musste mit anderen die Leistungen beurteilen, die, die in ihrer Gruppe gebracht hatten. Wollen sie wissen welche Gruppe gewonnen hat? Aber da habe ich bei Prof. Jochen Pläcking gar keine Sorgen.
Wer hat da jetzt Rücktritt gebrüllt. Sofort Ruhe. So nicht. Wir wollen doch unseren Wowereit nicht beschädigen, das überlassen wir dann doch lieber seinen Pläckings und anderen seltsamen Geschäftsbeziehungen. Vielleicht sollten wir das Amt ja umbenennen. Irgendwie zieht es seltsame Geschäfte an. Schönen Gruß übrigens an die Herren Diepgen und Landowsky.
Hat eigentlich Landowsky auch schon den Verdienstorden des Landes Berlin bekommen wie Diepgen? Wenn nicht könnte man das doch gleich mit einer Verleihung an Herrn Pläcking verbinden. Ich stelle mir das nett vor, wenn Herr Wowereit von fester Treue und Verantwortung spricht. Da wird mir richtig feierlich bei dem Gedanken.
Ich halte es da eher mit Claire Waldoff und singe leise mit ihr mit: "Es gibt nur ein Berlin".
Vielleicht doch mal wieder herumpetern am Taxifunk?
In Berlin hat die BVG gestreikt. Das hätte für das Berliner Taxigewerbe eigentlich eine ständige Silvesternacht bedeuten müssen. Sozusagen ein warmer Regen innerhalb einer schon sehr, sehr langen Dürreperiode. Ich habe an dieser Stelle keine Lust mich über die Gründe für diese Dürre auszulassen. Einige sind hausgemacht, andere kommen aus einer völlig verfehlten Konzessionspolitik, aber wer will von unseren Politikern schon ernsthaft Verstand erwarten.
Das was jetzt während des Streiks passiert ist, zeigt jedoch deutlich das eigene Unvermögen. Die Kunden riefen oft mehr als 30 Minuten bei Funkzentralen an ohne etwas anderes als ein Besetztzeichen zu hören. Das gilt durchgehend über alle großen Berliner Zentralen. Da gab es sicher keine Möglichkeit mal schnell ein paar Leitungen mehr freischalten zu lassen, da konnten nicht mehr Leute an die Annahme und Vermittlungsplätze gesetzt werden. Nein die Funkrufzentralen zeigten sich gleichermaßen übergerascht. So was aber auch. Es werden Taxis gebraucht. Das konnte doch niemand ahnen.
Den schärfsten Spruch hörte ich von jemandem der nicht ahnen konnte, das ich es besser wusste. Er erklärte mir, das alles nicht so einfach sei. Der gute Mann kam auch noch vom Innungsfunk und ist da richtig zuständig. Die Programme beim Innungsfunk hätten zu Heinz Peters Zeiten schon 32 Vermittlungsplätze in der einfachen Form erlaubt und würden heute, wenn man sie denn richtig weiterentwickelt hätte, leicht 100 oder 200 Annahme- und Vermittlungsplätze hergeben, die man sich sogar in Berlin für solche Fälle leihen könnte. Personal gibt es auch genug.
Ich weiß nicht was da heute an Rechentechnik steht, aber Heinz Peter mag vielleicht ein paar Veränderungen zu schnell durchgedrückt haben, gegen das was jetzt läuft, war das jedoch eine Gnade. Ich hätte mich nicht mehr mit dem Thema beschäftigt, wenn mir gestern nicht der Leiter einer anderen Funkzentrale erzählt hätte, das es ja während des Streiks an Taxis gefehlt habe. Ich hab ihm empfohlen demnächst mal raus zu gehen und an den Halteplätzen nachzusehen.
Die Halteplätze waren zwar nicht so voll, wie zu den Zeiten zu denen die BVG fährt, aber für Streiktage immer noch viel zu voll. Auf der einen Seite gab es Kunden die sich die Finger wund gewählt oder gar verzichtet haben, auf der anderen Seite gab es Kutscher die keine Aufträge bekamen. Ich rede von mitten in der Stadt. Charlottenburg, Wilmersdorf, Tiergarten. Ich war nicht in Spandau und nicht in Hellersdorf.
Wie gut hätten die Kutscher und auch die Besitzer das Geld gebrauchen können? So leicht wird es auf die Schnelle nicht mehr zu verdienen sein. Ich habe keine Spur der Ahnung wie die heutigen Machtverhältnisse sind. Aber das was da als Leistung angeboten wird, ist erbärmlich. Wenn ich mir diese Taxibestellung per Internet ansehe, dann frage ich mich was in den letzten Jahren passiert ist. Nichts. Schlafes Bruder ist der Tod.
Eine Schnittstelle zum Vermittlungsrechner zu programmieren und die Aufträge direkt anzunehmen ist nun wirklich nicht das Problem. Diese schon in digitaler Form vorliegenden Aufträge bei den Fahrern mit Datenfunk loszuwerden wohl auch nicht. Dem Kunden dann die Wagennummer und eventuell eine Wartezeit die der Kutscher angibt zu melden ebenfalls nicht. Nimmt kein Fahrer den Auftrag innerhalb einer Minute an, fällt er oben in die Schleife auf einen Vermittlungsplatz. Schon haben wir ein praktisch fast vollautomatisches Vermittlungssystem. Ähnlich wie bei den Kneipenrufgeräten.
Ja. Das wird wieder einmal Geld kosten. Aber das was das Unvermögen der Vermittlungszentralen bei diesem Streik gekostet hat, war auch Geld. Vielleicht sogar mehr Geld. Es ist jetzt an der Zeit mal wieder Bewegung in die Sache zu bringen. Bevor es jemand anders tut.
DAUs und Datensicherung
Der dümmste anzunehmende User (DAU) und seine geisterfahrenden Brüder faszinieren mich immer wieder. Vor vielen Jahren dachte ich ja noch ab und zu dass ich das Schlimmste schon gesehen haben und war frohen Mutes, dass es Schlimmer nicht mehr kommen könne. Aber natürlich kam es schlimmer.
Zum Glück habe ich es heute meist mit Laien zu tun, die wissen dass sie Laien sind und deshalb auch mit Software arbeiten können die nicht schon mehrere hundert Jahre alt ist. Sie halten sich einfach an Regeln oder ich zwinge ihnen diese Regeln durch automatisierte Prozesse auf.
Datensicherung ist etwas, das selbst ein Dreijähriger und eine Fünfjährige ohne Probleme kapieren, wenn sie das erste Mal ihre Kartoffelnknülchbilder oder die sagenhaften Ergebnisse von Tux-Paint, aber auch die Bilder von Oma versiebt haben. Es ist also wirklich nicht schwer. Es erfordert auch keine Intelligenz. Selbst auf veralteten Betriebssystemen, die aus Sicherheitsgründen zusätzlich auch noch auf dem Stand gehalten werden, als die Arche Noah ablegte, gibt es Routinen die automatisierte Datensicherung erlauben.
Aber natürlich gibt es Menschen die einfach nicht lernfähig sind. Vielleicht hatten sie eine schwere Kindheit oder wurden einfach nur dumm geboren und haben dann auch nichts dazu gelernt. Meist sind das diejenigen die auf der Autobahn feststellen, das die 99,9 Prozent der Fahrer die ihnen entgegenkommen, alles Geisterfahrer sind.
Wenn ich allerdings am Sonntag Morgen vor dem Frühstück solchen einen Blogbeitrag finde, dann ist mir das einen Link wert:
Da starte ich Mitte der Woche meinen Feedreader - und irgendwie hatte ich meine Brille vergessen, dachte ich zumindest. Die Kategorie Blogs war verschwunden. Ich suchte und suchte, schaute unter dem Kopfkissen nach - konnte die Kategorie aber nicht wiederfinden. Zuerst ärgert man sich natürlich über den Verlust - doch nur für kurze Zeit, hat man dann mit einem Neuanfang doch endlich mal die Möglichkeit, den ganzen Mist auszusortieren und das Hauptaugenmerk auf die wirklichen Perlen zu lenken. Und so habe ich in den letzten Tagen die Kategorie neu aufgebaut, rund 60% weniger Blogs finden sich nun in meinem RSSOwl wieder - ich werde es wohl verschmerzen, der qualitative Aderlass auf den deutschen Blogs hat bekanntlich im letzten Jahr Rekorde erreicht.
Für solche Erkenntnisse habe ich eine extra Kategorie, die leider einen etwas längeren Namen hat:
Ist meine Mutter doch selbst schuld,
wenn mir an den Händen friert,
hätte sie mir doch Handschuhe anziehen können.
Ich bin ehrlich begeistert. Da funkt jemand dauernd Neuigkeiten über das beste Betriebssystem der Welt für Geisterfahrer durch die Gegend. Weiß alles. Vor allem alles besser und dann dieser Spruch.
Ich habe meine Blogadressen aus dem Feedreader gelöscht und natürlich keine Datensicherung. Profis machen keine Datensicherung, auch keine ganz kleine, für die wichtigsten Dinge. Profis stehen da drüber. Außerdem ist es gut das ich keine Datensicherung habe. Blogs sind sowieso Scheiße. Alles Geisterfahrer die mir auf meiner Straßenseite entgegen kommen.
Meine Kinder fragen mich gerade was so lustig ist. Sie verstehen meine Erklärung und haben auch ihren Spaß. Wenn ich ein Bild umhängen und einen grünen Plüschsessel aus meinem Flur entfernen will, was ist dann die technisch perfekte Lösung. Na klar. Ich hol die Abrissfirma und lass das Haus abreißen. Logik für Geisterfahrer.
Liebe Kinder nicht nachmachen. Es ist dumm. Man macht das nicht so. Man wirft die, die man nicht lesen will, aus seinem Feedreader hinaus und fügt neue hinzu. Damit hält man ihn aktuelle und passend. Nur Geisterfahrer müssen bei Null anfangen.
Die Links, die, die Geisterfahrer nun als Perlen anbieten, darf man sich aber trotzdem holen. Die sind nämlich gut. Das erlebt man ja oft, das Leute die nicht singen können, dafür um so schöner malen.





















