Hausmitteilung - HandlangerIn gesucht
Nein, keine Schweinereien. Aber irgendwie wächst uns bei Duckhome die Arbeit über den Kopf. Man möchte so gerne über dieses und jenes berichten, da müsste dringend mal was am Design gemacht werden, es gibt Geschwindigkeitsprobleme, an einigen Stellen steigt der Traffic aus unerklärlichen Gründen. Trotzdem bleibt die Welt eigensinniger Weise dabei, dass der Tag nur 24 Stunden hat.
Irgendwie hat Duckhome nun einen Punkt erreicht, wo es zu groß für einen kleinen Block ist, aber gleichzeitig viel zu klein für einen großen Blog. Leserzahlen zwischen 1.800 und 3.600 täglich plus stabil 600 Feedbezieher sind toll und machen Mut. Da haben sicherlich auch die neuen Autoren eine Menge zu beigetragen. Wahrscheinlich hilft es dem Blog auch, das wir leider in so "interessanten" Zeiten leben. ["Hausmitteilung - HandlangerIn gesucht" mehr »]
Warum ich so selten die Nachdenkseiten zitiere
Das ich meinen Lesern nicht viel vormachen kann, beeindruckt mich immer wieder. Innerhalb kürzester Zeit haben mich eine ganze Reihe von Leuten auf das Thema Nachdenkseiten angesprochen, oder mir gar Links geschickt. Meist offen aber unterschwellig tauchte da immer wieder die Frage auf, warum ich so selten auf die Nachdenkseiten eingehe, bzw. dahin verlinke.
Das ist in Wirklichkeit kein großes Geheimnis und sei deshalb hier mal eben schnell abgehandelt. Ich finde die Inhalte der Nachdenkseite völlig in Ordnung, meist deutlich besser formuliert und recherchiert als ich das zum gleichen Thema liefern kann und die wenigen Fälle in denen ich grundsätzlich anderer Meinung sind, betreffen die SPD oder sind so marginal, das sie keiner Erwähnung bedürfen.
Allerdings würde ich manchmal gerne einen Gedanken beisteuern, was aber aufgrund der fehlenden Kommentarfunktion unmöglich ist. Natürlich könnte ich dann jedes Mal einen Blogbeitrag schreiben und drei Sätze zu diesem Thema anfügen, macht aber keiner und deshalb entsteht bei mir oft ein ungutes Gefühl. Ich weiß das die Moderation von Kommentaren, wie sie für eine derartig häufig gelesene Seite nötig wäre, viel Arbeit und eine Menge Ärger macht.
Trotzdem bin ich unglücklich wenn jemand seine Meinung verlautbart und alle anderen dann in einer Position zurücklässt in der sie nur fressen oder nicht fressen können. Diese Art von Verlautbarungsjournalismus haben wir überall, sie hilft niemandem weiter, weil es uns ja nicht an veröffentlichter Meinung, sondern an Diskussion fehlt. Ich kenne diesen Stil noch aus der alten SPD, wo auch immer versucht wurde, durchaus das richtige zu sagen, aber dann vorsichtshalber jede Diskussion unterbunden werden sollte, weil der Text ja schon stand und mit wem auch immer abgesprochen war.
Ich kann für meinen Teil mich nicht bitterst über die Süddeutsche Zeitung beklagen und eine noch größere Verweigerungshaltung auf einer mir politisch nahestehenden Seite gänzlich übersehen.
Es gibt aber noch einen anderen viel praktischeren Grund, den ich den Nachdenkseiten auch schon zwei mal per Mail übermittelt habe, was aber wahrscheinlich in der Menge der Mails untergangen ist. Ich bin Feed-Leser. Das bedeutet, das ich Unmenge von Blogs, Zeitungen, Magazine und ähnliches per Feed aboniert habe. Ich bin chancenlos wirklich alles zu lesen und es gibt ja auch viele Themen die mich nicht interessieren oder über die ich einfach keine Lust habe zu schreiben.
Deshalb lese ich die Titel im Feedreader und habe ein Auge darauf von wem die Nachricht kommt. Bin ich interessiert clicke ich den Titel an und sehe im unteren Fenster die Nachricht. Die meisten Blogger senden wie ich auch den kompletten Artikel in ihrem Feed aus. Ich kann mich schnell und umfassend informieren, will ich kommentieren, habe ich dafür in der Software Basket einen Korb in dem der Link landet, wenn ich nicht sofort Zeit habe, will ich das Thema in einem Artikel aufgreifen, landet der Link und eine Beschreibung, die meist aus Artikeltext besteht im Korb zu diesen Themen und ich gehe weiter durch die Titel im Feedreader.
Das Verfahren erlaubt es große Mengen an Feeds effizient zu verarbeiten und gleichzeitig auf dem laufenden zu bleiben und auch Stoff für neue Themen zu sammeln. Leider gibt es Seiten die nur Teile ihrer Artikel oder gar nur die Schlagzeile bringen. Der Spiegel macht das, weil er glaubt, das ich wegen seiner tollen Schlagzeilen öfter clicke. Mach ich aber nicht. Der meiste Spon-Mist rutscht ungelesen durch. Keine Zeit auf den Seitenaufbau und die Werbung zu warten nur damit Spon ein paar Cent mehr bekommt.
Die Nachdenkseiten machen es genauso, obwohl die nur Werbung für ihre eigenen Bücher haben und deshalb eigentlich nicht klickgeil sein müssten. Bei mir führt das aber zu solch tollen Feeds:
Steinbrück sagt die Unwahrheit - die Finanzkrise ist nicht nur in den USA verursacht
Datum:Mittwoch 19 März 2008 17:05
Autor:Albrecht Müller
Bei Spiegel TV äußert sich der Bundesfinanzminister wie folgt: Wir haben es mit einer der größten Finanzkrisen in den letzten Jahrzehnten zu tun. Die ist verursacht in den USA und droht auch andere Teile der Welt buchstäblich in Mitleidenschaft zu ziehen. Dass deutsche Banken und auch die Politik, namentlich der Bundesfinanzminister, an der Entstehung der [...]
Vollständiger Text
Das Steinbrück lügt weiß ich selber, Spiegel TV kommt von Mohn/Bertelsmann und was ich von denen halte, weiß ich auch. Aber selbst wenn wir das weglassen, weshalb sollte ich meinen Feedreader verlassen um den Text auf den Nachdenkseiten zu lesen. Mich hat an dieser Einführung nichts gefangen. Also lese ich den Text nicht und verpasse vielleicht gute und kluge Gedanken, die ich ja wahrscheinlich in Gesprächen und auf meinem Blog weitergeben würde. Aber ich bekomme sie nicht zu sehen.
Es ist übrigens kein Argument die Nachdenkseiten seien immer gut. Das müssen sie jedesmal beweisen, weil Lesen Zeit kostet und Zeit mit das kostbarste ist, wenn man nicht nur Blogschreiberling ist, sondern auch noch jede Menge ander Dinge zu erledigen und zu erleben hat. Besonders bescheuert ist allerdings diese tägliche Variante die, die Nachdenkseiten liefern:
Hinweise des Tages
Datum:Donnerstag 20 März 2008 08:50
Autor:Wolfgang Lieb
Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen Überblick über interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.
Vollständiger Text
Das ist dann schon mehr als ärgerlich. Unsinnige Leitungsbelastung oder schlicht eine Frechheit. Aber keine Sorge, ich zitiere die Nachdenkseiten. Ich schreibe gerade über unsere Eliten und den Frankfurter Rat gegen eine menschliche Zukunft, auch fälschlicherweise als Zukunftsrat bezeichnet. Da hab ich den Hinweis allerdings über einen Leser und über Google.
Mein Genöle sollte also niemanden davon abhalten die Nachdenkseiten täglich zu lesen. Aber ich habe hunderte genau so lesenswerter Seiten und da kommt immer der, der zuerst mein Interesse gefangen hat. Das ist aber persönliche Befindlichkeit und sagt eben nichts negatives über die Nachdenkseiten aus.
Hier kläfft der falsche Hund
Eigentlich wollte ich dieses Thema den größeren Hunden überlassen und habe fleißig geschaut, ob irgendwer diesen Knochen nimmt. Einer, der mehr in der Mitte von Klein-Bloggersdorf wohnt und nicht so weit draußen, in der Nähe des Friedhofs, wie ich. Aber alle Hunde scheinen zu schlafen. Dabei sagen mir viele: "Jawoll da sollten wir was machen!". Aber zunächst einmal das eigentliche Thema:
Das Leib- und Magenblatt der kalifornischen High-Tech-Elite, die San Jose Mercury News, steckt in der Krise. Die Auflage sinkt, die Reaktion sind inhaltliche und personelle Einsparungen. Ein neues Netzwerk aus einem Lokalsender, Wochenzeitungen, Webportalen und Blogs greift die Zeitung nun an und versucht, deren Redakteure abzuwerben.
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Im Zuge des New-Economy-Goldrauschs war die Tageszeitung aus San Jose weltberühmt geworden. Doch jetzt leidet die Web-Ikone auf Papier selber unter dem Internet.
News-Aggregatoren im Web, Blogs, Google News und lokale soziale Netzwerke haben sich tief in die Zielgruppe der Mercury News eingefressen, die Auflage sinkt. Eine Mediengruppe aus Denver übernahm die Zeitung und begann mit Stellenabbau und Kostensenkungen. Kritiker bemängeln, dass bei lokalen Inhalten besonders gespart werde.
Das Virtual Valley Network will diesen Markt jetzt bedienen. Es umfasst den Lokalsender NBC 11, die Wochenzeitungen Metro Newspapers, die Web-Städte-Community "Boulevards", den Nachrichten-Aggregator Topix (so was wie Google News) sowie Los Gatos Observer und San Jose Insider, zwei Seiten für Bürger-Journalismus. An Topix ist der Medienkonzern Gannet beteiligt.
Der Verbund bezeichnet sich selber als "lokale Cross-Media-Partnerschaft". Alle Partner haben Zugriff auf Inhalte untereinander, auf Artikel, Web-Videos, Blogs, Cartoons und Kommentare. Welches Erlösmodell dahinter steckt, wie und ob Kosten geteilt werden, geht aus einer gemeinsamen Mitteilung der Partner nicht hervor.
Gut wir sind hier nicht im Silicon Valley, nicht einmal in den USA. Wir haben keinen wirklichen Lokalsender auch wenn es einige Videopodcaster und Podcaster gibt. Natürlich auch weibliche. Wir haben keine Zeitung, aber eine Reihe von Nachrichtenaggregatoren und Bürgerjournalismus machen wir täglich.
An der BlogBar hat sich letztens der Don aus der Deckung gewagt, den ich hiermit verhafte:
Wisst ihr, Freunde der Blasmusik, ich trage mich ja selber ab und an mit dem Gedanken, was aufzuziehen. Ich hätte das Medium, die Zielgruppe, den Markt und die Region. Und ich denke mir immer: Ach ne, warum, muss eigentlich nicht sein, ich kann auch anders. Obwohl mir viele Leute in den Ohren liegen, es zu probieren. ich mag halt nicht-
Aber es ist dieser Defätismus, dieses “man kann eh nix machen”, der mich so auf die Palme bringt, dass ich mir denke: Lieber mache ich mich einmal vielleicht zum Affen, bevor ich es nicht mal probiert habe.
Ja. Don mach dich zum Affen, ich mach gerne mit. Der Robert Basic hat auch schon mal ja gesagt und jeder Blogger mit dem ich spreche bekommt glänzende Augen. Wir sollten es tun.
Virtuell und als Wochenzeitung im Print. Dienstag ist der Tag der "Virtuell Times" oder meinetwegen auch jeder andere Wochentag. Das Biest kann meinetwegen auch KleinBloggerdorfer Anzeiger heißen. Aber anfangen sollten wir. Mit dem Denken zuerst und dem sammeln von Menschen. Im Herbst sollte die Idee rund sein, im Winter die Technik rund gemacht werden und dann den ersten Januar als Starttag. Das wäre machbar.
Schneller wär schöner, aber es wird ein wenig Geld gebraucht. Geld einsammeln ist ein schweres Geschäft und dauert lange. Das gleiche gilt für Werbekunden. Werbung wird einer der Hauptknackpunkte sein. Für mich ist es einfach. Ich suche in Werbung keine Moral. Werbung ist bei mir Mittel zum Zweck. Der Werbekunde der versucht einen Autor zu beeinflussen fliegt und bekommt soviel miese Propaganda das es ihn richtig Geld kostet das auszubügeln. Ach ja und bei meinen Verträgen würde der auch noch Strafe bis in die Steinzeit und drei Steine weiter bezahlen.
So nun habe ich genug gekläfft. Könnten jetzt bitte die großen Hunde mal aufstehen und was zur Sache sagen. Das ich doof und größenwahnsinnig bin, weiß ich selber. Nun wären konkrete Vorschläge schön.
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